Hirntot: “Durch die Tour haben wir Blut geleckt”

Blokkmonsta: Der ist zu jedem Auftritt gekommen und hat sich immer um uns gekümmert. Allerdings waren wir auch wirklich entspannt, der dachte sich anfangs sicherlich auch, das wird stressig. Man erkundig sich im Internet und hat direkt ein gewisses Bild von uns.

Der dachte sicher, wir würden total Rockstar-mäßig die Hotels zerstören, irgendwelche Fans verprügeln oder Polizei-Eskapaden auslösen.

Nils: Er meinte, er wäre nach einer Tour noch nie so fit gewesen. Aber die Veranstalter waren nach den Shows auch immer so drauf: Es hat total Spaß gemacht, kommt bitte wieder, alles hat total diszipliniert funktioniert.

Blokkmonsta: Nach dem Auftritt haben wir aber auch allen Fans Autogramme und Fotos gegeben und sind dann zum Schlafen ins Hotel gegangen, weil wir völlig kaputt waren. Ich hatte jeden Tag richtig Muskelkater, da ist nix mit feiern gehen nach dem Auftritt.

Schwartz: In Dresden ist mir das aufgefallen: Da fragte der Veranstalter vorher, ob unsere Fans aggressiv seien. Als wir nein sagten, guckte er nur komisch. Danach war er aber total beruhigt und meinte, es kam keinerlei Probleme und alle hatten gute Laune.

Lediglich ein paar seltsame Mitbringsel wurden von den Securities einbehalten, wie ich auf Facebook gesehen habe …

Nils: Du meinst, weshalb Fans einen Bunsenbrenner und eine Haarschneidemaschine mitgenommen haben? (lacht) Aber dass man offenbar keine Eddings mehr mitnehmen darf, wusste ich auch nicht.

Rako: Ich kann es verstehen, ansonsten sieht doch der Club …

Nils: Nein, das ist nicht der Grund. Die können als Waffe genutzt werden.

Rako: Ja, aber da kannst du auch einen Aschenbecher nehmen zum Beispiel.

Nils: Aber wie viele Leute kennst du, die einen Aschenbecher mitnehmen?

Blokkmonsta: Aber tatsächlich ist ein Aschenbecher eine sehr gute Waffe. Da kann Schwartz doch aus Erfahrung sprechen, oder?

Die Anekdote wollen wir jetzt aber hören, Schwartz.

Schwartz: Das war total unspektakulär. Ich war in Köln in einer Kneipe und dort war ein Gast, der ziemlich groß und breit war. Als der betrunken war, fing er an, die Kellnerin zu beleidigen. Das passierte öfter und er wurde immer herausgebeten. An dem Abend war aber eine neue Kellnerin da, die offensichtlich zu schüchtern war, um ihn rauszuwerfen. Dann bin ich hingegangen, hatte aber gar keine Lust, mich mit ihm zu schlagen. Jedenfalls meinte er zu mir: „Bist du gut oder schlecht?“ und meine Antwort war einfach: „Du stinkst aus dem Mund“. Komplett ohne Zusammenhang (lacht). Dann kamen wir zu der Erkenntnis, dass er schlecht und ich gut sein müsse. Er holte aus, um mir eine zu zimmern, ich griff hinter mich, dort stand ein Aschenbecher, den ich dann auf seinen Kopf gehauen habe. Dann war’s aber auch gut. Ich weiß aber bis heute nicht, was mich geritten hat, um auf die Frage „Bist du gut oder schlecht“ mit „Du stinkst aus dem Mund“ zu antworten (lacht).

Blokkmonsta: Das ist aber auch ein Anzeichen dafür, dass du schon mindestens ein Bier drin hattest.

Wenn Schwartz mal trinkt, wird es intellektuell sehr spannend.

Mit welchen Erwartungen seid ihr an die Tour gegangen und wie sah im Endeffekt die Realität aus?

Schwartz: Wir hatten nach den Konzerten sehr wenig Zeit für Fankontakt, das war teilweise Fließbandarbeit. Da hätte ich im Vorfeld gedacht, dass wir vielleicht etwas mehr Zeit hätten.

Blokkmonsta: Das hat uns wirklich abgefuckt. Ungefähr eine Stunde nach der Show mussten wir die Locations meist schon selbst verlassen, weil dann das nächste Event begann. Wir mussten den Fans auch ständig erklären, wieso wir so wenig Zeit hatten. Natürlich hätten wir das gern alles in Ruhe gemacht und uns länger mit den Fans unterhalten.

Wie sahen deine Erwartungen aus?

Blokkmonsta: Die Lampenfieber-Erwartungen wurden auf jeden Fall erfüllt. Der erste Auftritt war am schlimmsten. Die zwei danach waren in Ordnung und in Berlin hatte ich unglaublich Lampenfieber, weil hier so viele Freunde vor Ort waren. Die sehen uns zum ersten Mal und du willst nicht enttäuschen. Teilweise haben unsere Freunde ja auch jahrelange Bühnenerfahrung, zum Beispiel B-Tight. Wenn es auf die Bühne geht, ist das Lampenfieber eh vergessen, dann zieht man durch. Als wir uns bereit gemacht haben vor der Show, hat es mich fast zerrissen.

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Ist mittlerweile seit 3 Jahren bei BACKSPIN und hat die Leitung der Online-Redaktion inne. All ihre Fans sind maskuline Jungs, jaja.

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Hanfosan

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