Veto: “Erfolgserlebnisse sind die größte Inspiration”

Veto

Veto

Aus einer ca 14.500 Seelengemeinde östlich von Frankfurt, um genau zu sein aus Freigericht, kommt der Rapper Veto. Dort im schönen Hessen werkelt er an deepen Tracks und brachte erst kürzlich das Mixtape “Puzzleteil”, über sein Label audiophat.de, heraus. Wer seine Musik hört wird schnell feststellen, dass es  sich hier nicht nur um Oberflächlichkeiten dreht, sondern in die Tiefe gegangen und versucht wird, die Hörer zum Nachdenken anzuregen. Im Spätsommer wird Veto sein Debütalbum “Null” veröffentlichen, worauf man auf jeden Fall gespannt sein kann. Veto, ein hungriger Kerl auf der Jagd nach mehr.

Hi my name is…Veto

This is where I’m from…

Normalerweise antworte ich auf sowas mit den Worten: „Hinter Frankfurt, da bei Hanau.. kennst du nicht? Ehm, Gelnhausen?“ Da hinten in Hessen auf jeden Fall. Um genau zu sein wohne ich in Freigericht, wo ich auch her komme. Dafür steht zum Beispiel auch die „63“, die ich an meinem rechten Handgelenk tätowiert trage.

I know my roots…

Naja, angefangen mit Musik habe ich damals weil ich (ohne selbst Musik zu machen) gedisst wurde. Ich stand dann relativ schnell vor dem Mikrofon und habe daraufhin auch die ersten Jahre sehr abscheuliche Musik gemacht. Ob in der RBA oder an vielen anderen Orten habe ich wohl alles Mögliche probiert, um weiter zu kommen. 2012 habe ich dann gemerkt, dass das so nicht läuft. Zu dem Zeitpunkt waren dann auch die Abschlussprüfungen meiner Ausbildung zum Mediengestalter Bild und Ton, die ich irgendwie mit ach und krach bestehen musste. 2013 kam dann im Keller meines damaligen besten Freundes mein aktueller Künstlername zustande, bei dem ich nicht nur wegen des Tattoos auf meiner Hand bleiben werde. Seitdem habe ich, denke ich, eine relativ gute Selbsteinschätzung und habe gelernt, Rückschläge einzustecken, trotzdem aber immer Hunger zu haben und mehr zu wollen. Sozusagen „to pay dues“, über irgendwas muss man ja auch erzählen.

You know my steez…

Meint ihr damit meine Inspiration, überhaupt mit dem Rappen anzufangen, oder meine aktuellen Inspirationsquellen für meine Musik? Naja, bestimmt war das zu einem großen Teil das Freunde von Niemand-Umfeld, mit dem ich ja auch viel unterwegs sein durfte auf Touren etc., aber auch generell schon diese deutsche HipHop-Szene, die natürlich auch viele schlechte Seiten hat, aber trotzdem Spaß macht wie Sau.
Insgesamt denke ich aber, dass mein größter Antrieb ich selbst bin. Etwas erreichen zu wollen, egal wie klein es ist. Ein Ziel gibt es da eigentlich nicht, aber Erfolgserlebnisse sind die größte Inspiration.

That’s my motherf****** name…

Naja, wie oft habe ich den Spruch „kann ich da Veto einlegen“ wohl schon gehört? Im Prinzip heißt das Wort, das meinen Künstlernamen bildet, frei übersetzt „dagegen“. Für mich war das einfach ein kräftiges Wort, was auch ein bisschen mich selbst beschreibt. Gegen Standards, und damit dann anders sein als die breite Masse. Wobei ich da vor allem die persönliche Ebene meine, was alte Weggefährten bestimmt bestätigen können.

Turn my music on…

Um ganz vorne anzufangen – ich bin bei Beats sehr wählerisch geworden. Ich probiere, mich fern zu halten von elektronischen Sounds (natürlich nicht komplett) und stehe eher auf Gitarren, Pianos oder auch mal ein Saxophon als auf einen Synthie. Mir ist vor allem die Atmosphäre wichtig. Grade da ich ja meist eher deepe Musik mache, bzw. Musik, die zum Nachdenken anregen soll. Den Stil würde ich gar nicht als typischen Rap beschreiben. Ich war technisch zugegeben noch nie der stärkste, auch wenn ich durchaus ein gutes Niveau an den Tag lege. Ein Busta Rhymes werde ich wohl trotzdem nicht mehr. Aber Gefühl und gute Texte – das kann ich.
Trotz all dem gibt es natürlich auch, mal Ausreißer ins „asoziale“ zu machen, grade wenn nicht an Soloprojekten gearbeitet wird, sondern mit meinen Jungs – dann wird sich auch mal gehen gelassen, und der ein oder andere aggressivere Battletrack kommt dabei raus. Das probiere ich aber zu vermeiden (wenn ich nicht persönlich angegriffen werde), und ziehe das dann eher ins lustige – ich will gar kein Gangster sein. Ich bin eher der mit den Lines für den WhatsApp Status als mit den Lines zum Verkaufen.

You see the difference…

Das Feeling, die Energie und der Hunger. Nachdem ich mich so langsam selbst gefunden habe in der Musik und weiß, was ich kann und will und was nicht, will ich darin alles erreichen was geht. Ohne arrogant wirken zu wollen, grade textlich sehe ich mich weit vorne und brauch mich nicht zu verstecken. Ich denke, man kann mir das, was ich rappe, sehr gut abnehmen, und wer mehrere Sachen hört wird wohl auch einen hohen Wiedererkennungswert feststellen.

My brand new album/mixtape…
Am 28.04 erschien mein Mixtape “Puzzleteil”, was es auf der Seite meines Labels audiophat.de zum kostenlosen Download gibt. Dazu erschien das erste Video “Sternzeichen Heisenberg” mit einer Art Themensong (Haha) als einzige „nach vorne gehende“ Auskopplung aus dem Mixtape, mit Dubi zusammen. Zu dem Mixtape erscheinen noch 3 weitere Videos. Direkt darauf folgen Videos zu meinem Album “Null”, was am 4.8 erscheint. Das Ganze kann man auch schon vorbestellen.
Parallel arbeite ich aber natürlich schon an weiteren Projekten, wie z.B. einem Labelsampler.

I know what I want… 

Ehrliches Feedback. Auftritte. Touren als Support oder irgendwann selbst eine Tour mit einem Support von jemandem meiner Jungs. Der größte Traum ist mal ein Haus zu haben mit meiner Frau, mit einem großen schönen Studio im Keller und durch die Musik vielleicht nur noch 2-3 Tage die Woche oder halbtags arbeiten zu müssen. Einfach dafür sorgen, dass ich öfter ausschlafen kann. Und für mein Label mal ein Release, was sich komplett refinanziert, wäre cool, ich selbst denke nicht so ans finanzielle – das wird sowieso irgendwie.

Look into the future…

Wie eben gesagt. Frau, Haus, Kind, Baum. In der Musikbranche arbeiten, viel erleben. Die Welt sehen und irgendwann mit den Jungs in einem Backstage sitzen und sagen „Fuck, wir haben‘s gepackt.“. Was wir dann gepackt haben spielt gar nicht so die große Rolle. Hauptsache wir sind dann alle noch zusammen.

Fotocredits: Robin Heller

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