Mrs. Nina Chartier: „Intoleranz und Hass sind mittlerweile feste Bestandteile der Szene geworden und genau dem stell ich mich entgegen“

Nina Menke aka Mrs. Nina Chartier wurde 1992 in Duisburg geboren, wuchs dort zwischen Gesellschaftsproblemen auf und begann bereits in jungen Jahren ihre ersten Texte zu schreiben. Schritte hin zur Rapperin ging sie allerdings erst im Jahre 2014, dann aber voller Passion. Es folgten Auftritte bei Rap am Mittwoch und schließlich auch im Herbst 2015 ihre erste EP namens „Chartier is the Limit“ mit Unterstützung der Ruhrpott-Kollegen Mazon und Nerd. Daraufhin signte sie das Berliner Label Keine Faxen, über welches auch ihr kommendes Album „Trittschall“ erscheinen wird. Mrs. Nina Chartier tanzt in der hiesigen Szene aus der Reihe, und das nicht nur aufgrund ihres Geschlechts. Was die Inhalte ihrer Musik auszeichnet, was sie von anderen unterscheidet und wie ihre Zukunftspläne aussehen erzählt die Rapperin hier.

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Hi My Name Is… Mrs. Nina Chartier

This is where I’m from…

Ich bin 1992 in Duisburg Rheinhausen geboren und lebe bis heute hier. Ich liebe diese Stadt, auch wenn es hier keine große Hiphop-Szene gibt.

I know my roots…

Ich hab mich sehr früh schon mit Rap auseinandergesetzt. Mein erstes Rap Album war das Debüt von Eko Fresh. Ich war in meiner Jugend und bin auch heute noch großer Samy Deluxe Fan. Mit 13 schrieb ich meine ersten Texte, war dann vier Jahre lang Mitglied in dem Chor meiner damaligen Schule, doch erst mit 21 stand ich das erste Mal mit eigenen Texten vorm Mic und da bin ich geblieben und da werde ich auch weiterhin bleiben.

You know my steez…

Ich hol mir meine Inspiration nicht aus der Rap-Szene, schließlich möchte ich mein eigenes Ding machen und nichts kopieren. Ich schreibe über das was mich bewegt und in meinem Umfeld passiert. Egal ob es alltägliche Dinge sind oder meine politische Einstellung. Ich möchte Menschen bewegen, aber auch aufmerksam machen auf Dinge, die so vielleicht in der Öffentlichkeit nicht angesprochen werden. Meine Hauptinspiration ist jedoch meine Familie.

That’s my motherf****** name…

Mein Künstlername ist „Mrs. Nina Chartier„. Nina ist mein bürgerlicher Vorname und Chartier ist eine Mischung aus Quartier und Cartier.
Quartier zu Deutsch: Gebiet, Bereich. Weil ich in meiner Stadt die einzige rappende Frau bin. Cartier, der Schmuck, weil ich meinen Stil und meine Eleganz mit einbringe. Durch meine Liebe zu Frankreich wurde daraus dann Chartier, ein weit verbreiteter französischer Nachname.

Turn my music on…

Im August 2015 veröffentlichte ich mein erstes Mixtape „Chartier is the Limit“ zum Freedownload, danach kamen noch Videoauskopplungen dazu.

Yo see the difference…

Laut der Community unterscheide ich mich wohl hauptsächlich durch mein Geschlecht von den anderen Künstlern. Doch ich selbst finde, gerade das ist der Vorteil. Als Frau sehe ich viele der im Hip Hop verbreiteten Themen eben aus einer anderen Perspektive. Für mich bedeutet Rap nicht „Schwanzvergleich“, „Wer hat den krasseren Rücken“, „Wer das teuerste Auto“ und „Wer die meisten Bitches“. Nein! Rap ist eine Bewegung. Rap bedeutet Toleranz und Zusammenhalt, nur hat die neue Generation das hart fehlinterpretiert. In meinen Augen sind Intoleranz und Hass mittlerweile feste Bestandteile von der Szene geworden und genau dem stell ich mich entgegen. Hip Hop, One Love, One Community und genau dafür arbeite ich hart. Da nehme ich den Stempel „Moralapostel“ gerne in Kauf.

My brand new album/mixtape…

Am 16.09.2016 feiert mein Debütalbum „Trittschall“ aus dem Hause „KEINE FAXEN“ im Vertrieb von Sony Music sein Release. Ein Album über mein Leben meine Erfahrungen, Verluste aber auch positive Erlebnisse. Trittschall bedeutet, jeder Schritt hat Konsequenzen, ob diese positiv oder negativ sind, liegt an jedem selbst.

I know what I want…

Ich will Menschen erreichen. Mit Gefühl verpackt in Texten bewegen, aber auch durch Erfahrungen, die ich machte, andere vor den selben Fehlern bewahren. Ich möchte ein anerkanntes Mitglied der Szene sein und das als eigenständige Frau.

Look into the future…

Ich hab viele Ziele, denn ich steck mir kleine. In den meisten Fällen übertreffe ich meine eigenen Erwartungen. Doch mein persönlich größtes Ziel ist es, ich selbst zu bleiben, egal wie groß das Ganze wird.

„Trittschall“ vorbestellen.

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Jana

Hi! Ich seziere gerne Raptexte, lasse meine Augen mit Freude auf Farbflecken an tristen Wänden verweilen, dies, das.

1 Comment

  1. Stephanie

    29. Oktober 2018 at 22:26

    Hey Nina ich würde dich so gerne mal treffen da ich deine Songs mega finde .du bist auch echt eine coole .

    Lg Stephanie

Erzähl Digger, erzähl

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