Kram aus der Ecke: „Solange ich krasser bin als du, ist die Welt im Gleichgewicht.“

Got Jazz, Need Money“ ist das Debütalbum Rap-Crew Kram aus der Ecke, bestehend aus den MCs und Bongobo Zen und dem Produzenten O. Ihren Ursprung haben die drei in Mainz, eine Stadt welche bisher nicht als Deutschrap Hochburg gehandelt wird. Der Albumtitel klingt schon nach einem gut durchdachten Buisnessplan: Mit Jazz Geld verdienen. Zu Hause sind die Jungs bei dem Münchener Label Bumm Clack Records. Doch um wen handelt es sich bei der Crew, die sich für ihre Debütvinyl Unterstützung von etablierten Produzenten wie zum Beispiel knowsum, Dramadigs oder Mista Izm geholt haben?

Hi My Name Is Kram aus der Ecke

This is where I’m from…

Rö: Binger Loch, jetzt Mainz wegen der Bildung.

Bongobo Zen: Das was Rö sagt.

O: Mainz, dann Bonn. Aber ich zieh morgen wieder nach Mainz, versprochen Bongo.

I know my roots…

: Es begann bei Bongo auf der Powercouch im rheinhessischen Weindorf, da wurd‘ ich erst so richtig gut. Cool Edit Pro, ein geflickter Mixer, manchmal eigene Beats, oft hat uns auch Snoop Dogg welche zugeschoben. Es war sehr befreiend, bei ihm wild an Lines zu tüfteln und sie sofort mit Pegel einzurappen.

Bongobo Zen: Da war mal so ein Mädchen, das ich doof fand, gegen die hab ich dann einen Disstrack gemacht. Danach gegen alle anderen, die mir so auf den Sack gingen. Das blieb bis heute meine Motivation.

O: Ich hab irgendwann mal im Blue Marlin in Bad Kreuznach den Tweak von den Jazoburbs auflegen sehen. Hab ihn die ganze Zeit auf die Finger gestarrt, dass mein Bruder mich angefangen hat auszulachen. Ab da wollt ich das auch machen was der da machte. Dann kam der Rö noch dazu. Dann der Bongo. Dann der Lenz von dem ich viel gelernt habe. Liebe.

You know my steez…

Bongobo Zen: Anfangs habe ich den Rö immer im Schulbus mit den neusten Schmuddeltexten aus der Berliner Ecke versorgt, dafür war er viel zu jung. Ansonsten würde ich sagen, dass mich ein guter Beat mehr inspiriert, als andere Künstler.

: Erst habe ich zu viel nach Berlin geguckt (Die Sekte, KKS), aber auch Samy geliebt, weil er auch den Ragga drin hatte. Dann stieß  ich auf Jazz & Soul-Samples und hab nur noch gebarzt und gehört, gebarzt und gehört. 2005 hab ich mich bös‘ geschämt und war voll auf dem Boom Bap-Film. Aber so langsam spiel ich auch viel rum zwischen dem Bumm und dem Clack und singe mal. Ergo: quierlig-verträumte Beats und Poesie sind mir am liebsten. Manchmal lasse ich aber auch den kleinen Satansbraten wieder raus. Heute lese ich gerne Gedichte und kupfer das beste ab, verforme oder warte auf oben.

O: Diese eine Platte von Damu höre ich so unglaublich oft in letzter Zeit:  Vignettes. Da sind Tracks drauf die gehen 12 Minuten. Und das ist gut so. Ist ein bisschen wie meditieren, was er da bei mir auslöst. Das feiere ich hart. Drumsets vom andern Stern. Für den einen ist es langweilig, für mich genau richtig. Ansonsten kickt mich ein gutes Sample definitiv.

That’s my motherf****** name…

: …mit liebevoll langgezogenem ö, bitte.

Bongobo Zen: Du darfst mich auch Bongo nennen.

O: Äh. O. Man mag es kaum glauben, aber da waren noch weitere so dumm und haben sich den gleichen Namen ausgedacht. Google mal O. Viel Spaß.

Turn my music on…

: Got Jazz Need Money – unser neues Album ist jetzt überall erhältlich. Ansonsten lade ich schamlos Demos auf soundcloud.com/roeskram hoch. Nebenbei mache ich Songs mit Optimus Wine, wir veröffentlichen gerne Videos über den YT-Kanal “47 Entertainment”. Das wird immer mehr zu Cloud Rap, muss aber nicht.

Bongobo Zen: Von mir gibt es ein Tape, das so heißt wie ich, sowie eine 7„ mit Grasime. Ansonsten habe ich grade viel in der Pipeline… da wäre eine EP mit ESC von KKorpus Delikkti, eine EP mit Mista Izm, eine LP mit dem guten Murez und natürlich das nächste Kade Album. Für Kram der am Rande entsteht, follow mich auf Soundcloud Schnuffi!

O: Von mir gibt’s ein Tape, das auch über Bumm Clack kam. Da hab ich mit meinem Bruder DJ Lenz Beats draufgepackt. VG+ heißt das. Ist aber auch schon was älter. Das andere ist mit Grasime zusammen: Grasime & O – Perspektive. Da hab ich alle Beats und Cuts gemacht. Kann man sich in diesem Internet anhören, wenn man mag.

Yo see the difference…

: Weniger Message als Rap (weil ich bin nicht real) und mehr Seele als Trap (weil ich bin kein Gee).

Bongobo Zen: Solange ich krasser bin als du, ist die Welt im Gleichgewicht.

O: Ich habe das Rad neu erfunden, es ist jetzt wesentlich eckiger und fährt sich krass beschissen.

My brand new album/mixtape…

Kram aus der Ecke – Got Jazz Need Money LP 

I know what I want…

Bongobo: Geh mir aus der Sonne!

: Liebe, Geld und Ronja Räubertöchter – in gesundem Maß! Ansonsten will ich mit Bongo nachlegen und Bumm Clack breitbeinig dastehen sehen.

O: Gute Auftritte hinlegen. Das Set dynamisch halten. Ich mag sowas. Es bleibt leider manchmal auf der Strecke, weil wir uns dann doch eher selten sehen.

Look into the future…

: Ich lerne jetzt Instrumente. Ich würde sie gerne beherrschen und Songs schreiben wie Georg Kreisler oder Johnny Flash.

Bongobo: Ich muss mehr auf meinen Rücken aufpassen.

O: Ich will endlich den 2 Click Flare und den 3 Click Flare können. Und Beat Juggling ist noch

The following two tabs change content below.
Razer

Erzähl Digger, erzähl

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.