Ich kann wirklich sagen: “I came from the bottom” und in drei Jahren will ich das “Now I´m here” hinzufügen.

Benson wächst in einem Haus ohne Strom und fließendes Wasser auf. Zum damaligen Zeitpunkt war das Radio für ihn die einzige Musikquelle – zumindest bis die Batterie leer war. Mit elf Jahren kommt er von Vorurteilen begrüßt nach Deutschland und hier das erste Mal mit Rap in Berührung. Seitdem weiß er, was er will: Rappen. Hierbei spart er nicht mit Ansprüchen an sich selbst, sein Motto seit jeher: “More Than Music”. Wie er diesem gerecht wird, was ihn veranlasste, seinen Künstlernahmen so zu wählen und was musikalisch bei dem Newcomer ansteht, das erzählt er euch hier.

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Hi My Name Is… Benson TheAfricanBoi

This is where I’m from…

Ich bin in Mlalo (Tanzania) geboren und 1998, im Alter von elf Jahren, nach Deutschland (Siegen) gekommen.

I know my roots…

Ich bin schon in Afrika sehr musikalisch gewesen, allerdings war damals mehr das Trommeln und Tanzen mein Ding, da ich nichts anderes kannte. Wir hatten keinen Strom und somit war die einzige Musikquelle für uns ab und zu das Radio, bis die Batterie nicht mehr mitgemacht hatte und alles automatisch chopped ‘n screwed war. Das Gute ist, bei uns gibt es nur afrikanische Musik oder Hip-Hop im Radio. Solche Genres wie Rock, Techno, etc. gibt es zum Glück nicht. Zum ersten Mal bin ich Deutschland mit Rap in Kontakt gekommen, als ich ziemlich neu hier war und Kumpels mich auf ein Rapkonzert mitgenommen hatten. Ab da dachte ich mir: “Yes, das will ich können”.

You know my steez…

Es kommt jetzt die typische Antwort eines Rappers: TUPAC. Ich hab tatsächlich als Kind durch Onkels und Tanten nur Tupac gekannt und hab damals schon seine Songs gefeiert, ohne zu wissen wer das ist. Heute inspirieren mich viele afrikanischen Künstler, die es mittlerweile sogar international geschafft haben. Wizkid feier ich unnormal, Ice Prince, Sarkodie oder AKA, das sind alles afrikanische Namen, die ich sehr viel höre und von denen ich sehr viel lernen konnte in den letzten zwei Jahren. In Richtung Europa bin ich sehr von Krept und Konan geflasht und auch Wretch 32 ist für mich schon legendär. Hier in Deutschland gibt es für mich nur Curse und Samy Deluxe, die mich noch heute wirklich sehr begeistern.

That’s my motherf****** name…

Benson TheAfricanBoi, das ist alles sowas von real und spiegelt alles wieder, was ich musikalisch mache. Benson ist mein richtiger Name und ich erinnere mich an den ersten Tag in der Grundschule hier in Deutschland, wie alle nur “der afrikanische Junge” gesagt haben.

Turn my music on…

Aktuell habe ich meine Single “Alles steht Kopf” released. Für mich ein sehr wichtiger Track und eine ehrliche Botschaft, die ich sowohl musikalisch als auch visuell sehr gut vermitteln konnte. Für die, die etwas oberflächlicher sind, wird gerade noch das Video zu “Fokus” vorbereitet.

Yo see the difference…

Mein Motto seit Tag eins lautet: “More Than Music”. Das versteht man, wenn man sich drei, vier Songs von mir anhört und sich nach dem zweiten Song fragt, ob das jetzt ein anderer Künstler ist oder noch der gleiche. Ich mag es, anders zu klingen und dabei doch ganz ICH selbst zu bleiben und das wiederzugeben, was ich sehe. Mein Hustle unterscheidet mich außerdem auch sehr von den anderen, ich möchte kein Hobby-Künstler sein und war es noch nie. Ich hab kaum Likes, aber habe dafür monatlich Events, werde hier und da gebucht, verdiene mein Geld und könnte davon leben, wenn da nicht die Uni im Weg wäre, für die ich doch einen Vollzeitjob ausüben muss.

My brand new album/mixtape…

Gerade bin ich mit meiner EP “Follow one course until success” (FOCUS) fertig geworden und werde die voraussichtlich im Oktober digital releasen.

I know what I want…

Ich bin aus einem Haus ohne Strom und fließendem Wasser gekommen und lebe jetzt ein Leben, das sich sogar viele hier in Deutschland wünschen. Ich kann wirklich sagen: “I came from the bottom” und in drei Jahren will ich von dem, was mir Spaß macht, leben können und das “Now I´m here” hinzufügen.

Look into the future…

Ich habe sehr viele Ziele und Träume und möchte diese noch bevor ich 40 bin erreichen. Zunächst möchte ich meinen Musibusiness Bachelor abschließen und währenddessen ganz viel Musik veröffentlichen und bisher sieht alles sehr gut aus für mich.

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Jana

Hi! Ich seziere gerne Raptexte, lasse meine Augen mit Freude auf Farbflecken an tristen Wänden verweilen, dies, das.
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