Halunkenbande „Beuteschema 2″ (Review)

Halunkenbande-Beuteschema-2-Album-Cover_505Nachdem vor zwei Jahren der erste Labelsampler erschien, ist die Halunkenbande wieder auf Beutesuche. Schon bei „Beuteschema Nummer 1“ waren, neben Labelpapa Baba Saad, dessen Schützlinge Punch Arogunz und EstA vertreten. MC Twist, der damals nur als Featuregast vorliebnehmen durfte, mischt die Bande nun zusammen mit dem Kölner Cashisclay auf. Neue Signings, neuer Sound? Mal sehen, was die ehemaligen VBT-ler dieses Mal für uns bereithalten.

„Jeder von uns hat mit mindestens einem Rapper eine Rechnung zu begleichen“, stellte Baba Saad schon vor Erscheinen der Platte klar. Und wie zu erwarten, wird auch auf „Beuteschema 2“ wieder ordentlich gebattlet. Besonders in die Tiefe geht es dabei aber nicht, denn bei den Jungs gilt: „Im Endeffekt ist Messagerap der letzte Dreck“ (Anti Battletrack).

So unterschiedlich die fünf Rapper auch sind, so gut harmonieren sie auf dem gemeinsamen Sampler. Jeder von ihnen scheint energiegeladen, motiviert und bissig zu sein. Der Labelboss geht als gutes Beispiel voran, wirkt fokussiert und hungrig. In erster Linie verteilt aber Neuankömmling Twist zahlreiche Seitenhiebe gegen die deutschen Rap-Kollegen. Besonders scheinen ihn Animus und MC Fitti auf die Palme zu bringen, da diese gleich in mehreren Tracks ihr Fett weg bekommen. Mit durchweg harten Lines gegen Gott und die Welt und viel Aggressivität sorgt MC Twist für einen Hauch Proll-Attitüde, die vielleicht nicht allen schmecken wird.

Neuankömmling 2 hingegen bringt vor allem sehr viel musikalisches Können und wirklich gut gelungene Doubletime-Parts mit. Natürlich lässt auch er sich nichts vormachen, wenn es um Battelrap geht, hält sich bei der Namensnennung allerdings eher zurück. Seine Behauptung: „Mir war immer schon egal, wer wie was über wen sagt“ (Neue Generation). Wenn wir von Doubletime sprechen, zeigt sich auch Punch Arogunz von seiner besten Seite. Auf dem gemeinsamen Track „Game Over“ schenken sich die beiden Rapper nichts und man gerät doch leicht ins Staunen. Interessant wäre, ob sie für das Brett auch live genug Luft in der Lunge haben.

EstA, der von sich behauptet, stets die besten Parts zu haben „wie Tua von den Orsons“ (Schreit meinen Namen), ist aktuell übrigens nicht mehr bei den Halunken gesignt. „Der musikalische Weg den EstA gewählt hat, und die Ausrichtung, die wir als Label gewählt haben, sind zwei völlig unterschiedliche Wege“, heißt es auf der Facebook-Seite des Labels. Diese Trennung kurz nach Release scheint dennoch friedlich von statten gegangen zu sein, denn auch wenn seine Alben jetzt woanders released werden, bleibe er für immer einer von ihnen.

Es hat den Anschein, dass „Beuteschema 2“ etwas untergegangen ist. Nach dem Charterfolg des ersten Samplers hätte man wahrscheinlich mehr Wirbel, mehr Promo erwartet. Wer also noch nicht in die Platte reingehört hat, aber auf harten Battlerap und energiegeladene Beats steht, sollte das spätestens jetzt noch nachholen!

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Sie verknallte sich schon lang vor ihrem Journalistikstudium in die Rapmusik und schreibt gerne mal via BACKSPIN.de den ein oder anderen Liebesbrief.
Razer

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