Graffiti: ZZTop (aus BACKSPIN Mag #117)

Einmal Kiez und zurück mit Zztop

ZZtop ist ein Writer, der einen Standpunkt vertritt, auch wenn das stehen in manchen Momenten seiner Lebenszeit ins schwanken gerät. Man trifft ihn auf jeden Fall eher in der Kneipe als im Zugdepot. Er ist ein Bomber, wie er im Buche steht. In Hamburg kommt man selten umhin, seine Spuren zu übersehen. Meist wurden sie in einem denkbar ungesunden Zustand hinterlassen, aber das ist ja sein Problem und im Nachhinein das der Hausbesitzer, deren Häuser er in der Nacht geschändet hat.

Dein Name lässt einige Interpretationsmöglichkeiten zu und dadurch stellen sich mir zu Anfang gleich zwei Fragen: Hättest du gerne einen langen Bart und hörst du die Musik der Band ZZ Top?

Liegt nahe, aber nee – weder muss ich den langen grauen Bart haben noch die Musik hören.

Wie kam es überhaupt zu der Namensfindung?

Ich habe einen Namen gesucht und wollte irgendeinen mit „Top“ am Ende. Von der Band hatte ich natürlich schon gehört, aber der Name oder das Wort war einfach geil. Ja, und so ist es der geworden. Der ist einprägsam, ist ungewöhnlich, hat harte Buchstaben, und ich war mir sicher, dass sich so schnell keiner an die ZZT-Buchstabenfolge ran traut, die dann noch mit einem P endet. Da kotzt einfach jeder, mich eingeschlossen!

Du bist ziemlich viel in der Hansestadt Hamburg unterwegs und treibst farblichen Unsinn. Hast du noch Zeit für normale Sachen?
Wenn ich mit meiner 15-Stunden-Schicht Graffiti fertig bin, sitze ich den Rest des Tages am Tresen irgendeiner Kaschemme hier und trinke Frischgezapftes. (lacht) Natürlich, Mann: Job, Frauen, Feiern und so weiter. Das braucht doch jeder.

Wie sieht ein Tag im Leben des Sprayers ZZTop aus?
Ich habe immer viel um die Ohren und eine lange To-do-Liste.

Würdest du sagen, dass dein Leben unter deinem Hobby leidet oder dass es eine Bereicherung erfahren hat?
Im Großen und Ganzen ist Graffiti für mein Leben definitiv eine Bereicherung. Ich habe damit eine Sache für mich gefunden. Ich entscheide mich doch dafür und mache es nur und immer in dem Umfang, wie es Bock bringt. Geht es mir aufn Sack oder stresst es mich, male ich mal einen Monat gar nichts. Habe ich Bock, male ich auch mal sieben Nächte die Woche. Da soll auch nichts drunter leiden.

 

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Razer

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