Graffiti: Ibes (aus BACKSPIN Mag #113)

Du machst Graffiti auch nicht, um dein Ego zu pushen?

Nein, ich bin eher der ruhigere Typ. Ich kann das auch nicht ab, wenn Typen mit ihren Sachen rumprollen und erzählen, wo sie alles waren und wie geil sie sind. In einem guten Maß kann man ja seine Fotos zeigen, es sollte nur nicht zu prollig werden. Ein gewisses Mitteilungsbedürfnis hat man ja schon.

Denkst du, dass du dich für das rechtfertigen musst, was du tust?

Nicht wirklich. Es gibt viel wichtigere Dinge, um die sich die Gesellschaft kümmern sollte. Wenn ich Writer aus Südamerika treffe, die mir erzählen, dass sich die Leute über Graffiti freuen, dann sieht man doch, dass es Wichtigeres gibt, um das man sich kümmern sollte. Das ist Farbe auf einem Zug, na und? Ich habe mit Graffiti noch nie jemanden verletzt. Also für mich ist es OK, dass ich es mache. Züge bemalen ist einfach ein Abenteuer. Und ich sehe es auch als Kunstform an. Da steckt viel Leidenschaft hinter.

Wie siehst du deine Zukunft?

Schwer zu sagen in meiner jetzigen Situation und meinem Alter. Keine Ahnung, was noch kommt. Ich will schon versuchen, so lange Graffiti zu machen, wie ich kann und die anderen Dinge im Leben nicht vernachlässigen. Ich will in Zukunft auf jeden Fall noch mehr ausprobieren, auch wenn es zum Beispiel an legalen Wänden ist. Ich will keinen zu starken Tunnelblick bekommen.

Was machst du heute noch?

Heute gehe ich malen. (lacht)

Interview von Mark Todt

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Hanfosan

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