Graffiti: Ibes (aus BACKSPIN Mag #113)

Ist denn New York für dich das ultimative Ziel?
Was die Graffitigeschichte angeht, natürlich, ja. Die Mentalität der Amerikaner reizt mich jedoch nicht so sehr. Man kann es aber erst beurteilen, wenn man da war.

Wie bist du überhaupt zu deinem Pseudonym gekommen?
Zuerst war es ja Ibex. Und aufgrund der Versuche, verschieden Buchstaben auszuprobieren, hat es sich dann zu dem entwickelt, was es heute ist, Ibes. Darauf bin ich hängengeblieben.

Würdest du deinen Namen auch wechseln, wenn er zu heiß wird, oder bist du jemand der den Namen beibehält, komme was wolle?

In meiner jetzigen Situation kann ich mir nicht vorstellen, den Namen zu wechseln. Ab und an male ich ja den Crewnamen oder wenn man mal ein Motto hat oder einen Spruch sprühen möchte, oder für andere mal ein Bild macht, dann male ich auch was anderes. Ibes ist ja auch der Name meines zweiten Ichs.

Wie wichtig sind dir Fotos von deinen Aktionen?

Wenn ich jetzt losgehen sollte, keine Kamera dabei habe und weiß, dass das Bild nicht fahren würde, würde ich gar nicht erst malen. Klar, das Malen macht auch extrem Spaß, aber ohne Foto würde ich das nicht machen. Natürlich hat man eine Erinnerung in seinem Kopf, aber ohne Foto verschwindet die irgendwann. Ich versuche, von jedem Piece ein Foto zu bekommen. Ich erfreue mich ja auch an meinen Fotos, wenn ich sie mir anschaue. Wenn ich die Fotos betrachte, dann muss ich oft lächeln. (lacht)

Dadurch dass du ja einen sehr hohen Output zur Zeit hast, verpasst du da nichts in deinem normalen Leben?

Jein. Ich versuche, beides recht gut zu kombinieren. Ich habe einen durch- geplanten Schlafrhythmus. Ich lege sehr viel wert auf das gute alte Vorschlafen. Bezüglich Arbeiten sehe ich keine Probleme, rechtzeitig aufzustehen. Und was Freunde angeht, sehe ich auch nicht, dass ich irgendwas verpasst habe. Ansonsten ist das Malen für mich so ein Ausgleich, dass alles andere nicht mehr so wichtig ist. Ich möchte mich auch nicht durch Mädels einschränken lassen. Ich liebe halt die Freiheit zu tun und zu lassen, worauf ich gerade Lust habe. Ansonsten läuft’s auch mit den Mädels. (grinst) Klar, habe ich so manches vernachlässigt, aber ich kann nicht sagen, dass das zu meinem Nachteil war.

Gibt es außer dem fehlen einer Kamera etwas anderes, was dich da- von abhalten könnte loszuziehen?

Wenn es Freunden von mir scheiße geht und die meine Hilfe brauchen, dann sind die mir wichtiger und ich bin für sie da! Das ist meiner Meinung nach selbstverständlich. Ich will ja, dass es meinen Freunden gut geht. Ich bin noch jung und malen kann man immer. Sich um seine Freunde kümmern wenn es denen schlecht geht, kann man nicht immer. Da muss man da sein, wenn man gebraucht wird.

 

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Hanfosan

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