Graffiti: Ibes (aus BACKSPIN Mag #113)

Also ist dir Adrenalin wichtig oder auch dieser, ich nenne ihn mal James–Bond-Style?
Am Anfang war Adrenalin schon wichtig. Allerdings baut sich das mehr und mehr ab, da es immer mehrzurRoutinewird.Wennman nachts losgeht, weiß man einfach irgendwann, wie es geht. Klar gibt es immer noch diverse Vorfälle, aber die werden immer weniger, je mehr Erfahrung man hat.

Fuchst du dich bei manchen Sachen immer wieder rein, um überhaupt zu malen oder gehörst du zu der Gruppe Writer, die eine Karre sehen und einfach rangehen?

Wenn ich was Neues entdecke, stecke ich eher viel Zeit in die Geschichte, umesmiranzugucken. Das macht mir auch Spaß. Es ist ja auch gut zu wissen, was dort abgeht, damit man dann guten Gewissens an die Sache herangehen kann und davon aus- geht, dass es klappt.

Wie hoch ist denn deine Trefferquote?

In Prozent liege ich da bei zirka 80. Mal mehr, mal weniger.

Aber es fährt nicht alles?
Nein, leider nicht. Das ist natürlich schade, da man im Endeffekt doch möchte, dass die Leute sehen, was man gemacht hat. Klar hat man sein Foto. In dem Bereich von Graffiti hat man am Ende aber eh immer nur ein Foto, da ja alles irgendwann gebufft wird. Irgendwie will man aber schon, dass die Leute es sehen, auch wenn es nicht wirklich auf dem Bahnhof beachtet wird. (lacht)

Da du ja zur neueren Generation gehörst: Was hat dich überhaupt dazu motiviert, mit Graffiti anzufangen?

Als ich noch jünger war, habe ich mit Kollegen immer in der Nähe von einer Abstellanlage rumgehangen. Irgendwann haben wir dann mal ein paar Dosen gefunden – da hat es an- gefangen. Klar haben wir zuerst viel rumgeschmiert und auch zuerst viel legal gemalt. Viele Leute haben in der Zwischenzeit aufgehört zu malen, viele sind aber auch geblieben. Als ich noch sehr jung war und gerade zwei, drei Züge bemalt hatte, merkte ich, dass ich besser erst mal an die Hall oder an die Line gehe und noch ein wenig übe. Hätte ich von Anfang an so weitergemacht, wie ich angefangen habe, dann wären die Fotos heute nicht so schön, wie sie nun sind.

 

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Hanfosan

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