„Ghostbusters“ Neuauflage: Klamauk mit Special Effects

Über 30 Jahre nach dem ersten „Ghostbusters“ und 27 Jahre nach dem zweiten Teil, kam am 4. August 2016 die Neuauflage der beiden Klassiker in die deutschen Kinos. Der Regisseur und Produzent der ersten Filme, Ivan Reitman, war diesmal nur als Produzent dabei und überließ Paul Feig („Brautalarm“, „Spy“) den Regie-Posten. Feig schrieb zusammen mit Katie Dippold („Spy“, „Parks and Recration“) auch das Drehbuch für den Reboot, dessen erster Vorgeschmack im März diesen Jahres auf Youtube gleich einen unrühmlichen Rekord aufstellte: Der Film-Trailer mit den meisten Disslikes aller Zeiten. Aktuell steht das Video bei knapp einer Million negativen Bewertungen.

Dass Neuauflagen teilweise einen schweren Stand bei eingefleischten Anhängern der Originale haben ist hinlänglich bekannt. Der Plot unterscheidet sich auch nicht groß von seinen Vorgängern: Vier Geisterjäger nehmen den Kampf mit unfreundlichen Untoten auf. Das muss an dieser Stelle als Inhaltsangabe reichen. Der Unterschied ist, dass es sich bei den Protagonisten diesmal nicht um Bill Murray und Co., sondern um die Damen Melissa McCarthy, Kirsten Wiig, Kate McKinnon und Leslie Jones handelt.

Fans von McCarthy („Mike & Molly“, „Tammy“) werden auch hier nicht von ihrer Darbietung der Dr. Abby Yates enttäuscht sein. Im Film wird allerdings zu selten deutlich, dass sie eine promovierte Wissenschaftlerin spielt und nicht etwa Tammy oder Molly, die spontan eine Leidenschaft in der Geisterjagd gefunden hat. Bei Kirsten Wiig („Brautalarm“, „Der Marsianer“) a.k.a. Dr. Erin Gilbert klappt das besser. Zu bemängeln gäbe es hier, dass ihrem inneren Konflikt von der konventionellen- zurück zur paranormalen Wissenschaft höchstens oberflächlich Beachtung geschenkt wird. Kate McKinnon („Saturday Night Live“) spielt als Dr. Jilian Holtzmann die aufgedrehte Ingenieurin des Quartetts und könnte als Pendant zu James Bonds Q gesehen werden. Sie wirkt in der Rolle leider extrem aufgeregt und sorgte bei mir leider höchstens für Kopfschütteln.

Die Empfangsdame (sic!) Kevin, gespielt von Chris Hemsworth („Thor“, „Rhush“), ist zwar eine Rolle, wie man sie eindimensionaler nicht schreiben kann, im Kino hat er mich trotzdem das ein oder andere Mal zum Lachen gebracht. Leslie Jones („Saturday Night Live“, „Leslie Nielsen ist sehr verdächtig“) als die Nicht-Wissenschaftlerin der Ghotsbusters war trotz betont lauter Klappe unspektakulär und austauschbar, weil zu nah an den anderen beiden Charakteren.

 

Im Film wird kein platter Gag ausgelassen. Dass da insgesamt auch fünf, sechs Lacher im Kino drin sind, ist klar. Wie wenig Finesse in Sachen Humor die Autoren bewiesen wird daran deutlich, dass der beste Satz, der ihnen für den Mini Cameo Autritt von Ozzy Osbourne eingefallen ist, war: (ACHTUNG SPOILER:) „Sharon, was hast du mir in die Drogen getan?“

Gerade auf dieser Plattform muss auch darauf hingewiesen werden, dass das was der „Sprayer“ in der U-Bahn macht und insbesondere die Darstellung des Sprühens eine reine Frechheit ist.

An dem Versuch, den legendären Titelsong von Ray Parker Jr. adäquat in die Neuzeit zu übertragen, scheitern Fall Out Boy und Missy Elliot leider. In der restlichen Musikauswahl bleiben die Macher auch durchschnittlich. Wer DMX‘ „Party Up“ für den ekstatischen Erfolgsmoment wählt, hat sicher nicht lange gesucht.

Für einige Schreck-Momente sind gerade die gelungenen 3D-Effekte gut. Auch die Animation der Untoten-Schlacht am Ende ist großes Kino. Das Ausbrechen einiger Elemente aus den schwarzen Cinemascope Balken gefiel mir im  Zusammenhang mit dem 3D-Effekt ebenfalls.

Fazit

Wer Fan der ersten beiden „Ghostbusters“ Teile ist und keine Probleme mit brachialem Humor hat, kann, insbesondere durch die zeitgemäßen Special-Effects, Gefallen an dem Film finden. Meinen Humor hat der Film im Großen und Ganzen nicht getroffen und die Story zieht sich bei fast zwei Stunden Länge viel zu sehr.

Hier geht es zum aktuellen Kinoprogramm im Cinemaxx Hamburg-Dammtor.

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