Was geht eigentlich auf der Eastcoast und was ist mit dem Sound von damals passiert?

„Carry on tradition“

Über das Umdenken der Künstler von damals hinaus finden sich auch neue z.T. sehr talentierte Spitter wie Papoose oder Your Old Droog (der zu Beginn für Nas mit runtergepitchter Stimme gehalten wurde), die oft auch von ihren Mentoren an die Fangemeinde herangeführt werden. Ghostface Killah hat seinen Trife Diesel in der Theodor Unit, Premo machte Termanology bekannt, welcher nach seinem Solodebut „Politics As Usual“ unter Anderem ein Kollaboalbum mit M.O.P.’s Lil Fame aufnahm. Big Pun’s Sohn Chris Rivers hat bereits etablierte Künstler wie Styles P. und Vinnie Paz (Jedi Mind Tricks) von sich überzeugen können und Nas stellt uns mit Dave East einen weiteren vielversprechenden Künstler vor der das weiterführt, was die die vor ihm da waren begonnen haben. Genauso bringen Produzenten wie Alchemist, Evidence, Marco Polo oder Stoupe the Enemy of Mankind, die vom Sound der nicht zu Unrecht so genannten Golden Era inspiriert wurden, jeder auf seine Weise den BoomBap in Zeitgemäßem Gewand auf das nächste Level.


Zu nennen sind weiterhin Ausnahmekünstler wie Immortal Technique oder Ill Bill (La Coka Nostra / Non Fixion), deren lyrische Härte wohl kaum auf anderem Soundteppich vorstellbar wäre.
Ob die Artists, die nach dem Ende der 90er Ruhm und Ehre in der Szene erlangten die Lücken, die von einem ODB, Guru oder Roc Raida hinterlassen wurden, zumindest auf der Musikebene füllen können, wird die Zeit zeigen. Doch bauen sie in jedem Fall auf dem auf, was ihnen vermacht wurde.

Abschließend möchte ich noch bemerken, dass der Sound aus New York nicht nur die amerikanische Rapszene nachhaltig geprägt hat. Auch hierzulande orientierten sich Produktionen von Roey Marquis, Freundeskreis, Curse, Creutzfeld Jakob uvm. an diesem Vorbild. Und ähnlich wie in Übersee zeichnet sich veilleicht auch hier mit deutschen Produzententeams wie den Snowgoons und Midiflash zumindest im Untergrund der Trend in Richtung Rückbesinnung ab, welcher sich auch in einem aktuellen Absztrakkt Album wie „Bodhiguard“ wiederspiegelt. Selbst ein Ssio oder Bushido bringt den dusty Sound beizeiten zurück (DJ Premier Kollabo inbegriffen). „Wieder mehr Vinylrauschen und weniger Synthesizer“ heißt die Devise bei vielen Newcomern. Wenn noch „mehr Skillz und weniger Gimmicks“ hinzukommen, stünde einer zweiten Golden Era doch nichts mehr im Wege.

 

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Sebastian ist ein "Real Hip-Hop Kid" und seit Ende 2015 Teil der BACKSPIN Gang. Er ist zuständig für Interviews, Konzertberichte und Artikel auf der Website. "Hip-Hop is not on the Radio!" #allesbackspin

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