G-Eazy: Das Schöne und Verfluchte am Rockstarleben

Vor wenigen Tagen erschien das fünfte Studioalbum von G-Eazy. „The Beautiful and Damned“, benannt nach einer Novelle von F. Scott Fitzgerald, die die New Yorker Konsumgesellschaft und das Nachtleben der Weltstadt porträtiert und kritisiert, steht laut dem Interpreten selber für die Duality innerhalb seines Lebens als erfolgreicher Künstler: Während G-Eazy stets im Rampenlicht und feiernd auf Partys anzutreffen ist, verbringt der junge Mann Gerald E. Gillum seine Zeit lieber alleine und genießt es, wenn er seine Ruhe hat.

Es war ein langer Weg, den Gerald E. Gillum, benannt nach seinem Großvater, seit dem Anfang seiner Karriere ging. Seine ersten Tapes nahm der damalige Teenager selber auf und entwarf mit Hilfe einer nicht lizensierten Version von Photoshop seine eigenen Cover, um diese in seiner Heimat, der Bay Area, zu verkaufen. Trotz keiner leichten Kindheit, bedingt durch komplizierte Familienverhältnisse, das ungewöhnliche Liebesleben seiner Mutter und die stets angespannte finanzielle Lage mit der seine alleinerziehende Mutter und er zu kämpfenden hatten, führte ihn ein Stipendium zu einem Studium nach New Orleans. Kein schlechter Ort für einen Anfang zwanzigjährigen, der sich für nichts mehr als Musik interessiert. In der Geburtsstadt des Jazz’ studierte er Music Business und lernte seine aktuellen Produzenten und seinen Manager kennen.

Zurück in der Bay Area stieg seine Popularität von Tape zu Tape, er eröffnete die Shows von unter anderem Lil Wayne, Drake und Snoop Dogg, bevor er mit „I Mean It“ seinen ersten großen Hit landete. So war das dazugehörige Album „These Things Happen“ seine erste musikalische Visitenkarte, die er der Welt zeigte. Seine erfolgreichste Single veröffentlichte er Ende 2016, ein Jahr nach „TTH“, und dank der eingängigen Hook von Bebe Rexha landete „Me, Myself & I“ auch in den Rotation von vielen Sendern jenseits der Staaten. Die Single ging sieben mal Platin und das dazugehörige Album „When It’s Dark Out“ erreichte ebenfalls Verkaufszahlen im siebenstelligen Bereich: Platin. 

Die Entwicklung war klar zu erkennen.

„These Things Happen“ erzählte verschiedene Geschichten aus dem Leben eines jungen Mannes, dass aber auch durch die Naivität dessen geprägt war. Zwei Jahre später präsentiert sich der MC auf dem Cover von „When It’s Dark Out“ ganz in Schwarz und mit dem Rücken zum Betrachter. Ähnlich düster entwickelte sich seine Musik weiter. Auf „The Beautiful & Damned“ werden diese beiden Aspekte vereint. 

„The Beautiful & Damned“ oder auch: „These things happen, when it’s dark out.“

„I’m talkin‘ to myself, „What’s wrong with you?
You should make some songs to turn up to“

G-Eazy auf „The Beautiful & Damned“ (2017)

Passend dazu, will der in Oakland geborene MC auf seinem neusten Doppelalbum die Dualität seines Lebens erklären. Ganz nach dem Vorbild der gleichnamigen Novelle. Dabei setzt er auf Zusammenarbeiten mit Freunden aus seiner Heimat wie E-40 oder Kehlani, aber auch viele unbekanntere Namen wie Anna Of The North oder Drew Love

G-Eazy vs. Gerald, so der inoffizielle Untertitel seines jüngsten Releases.

Durch Platzierungen von CueBeats und Oz sind ebenfalls Künstler aus dem deutschsprachigen Raum zwischen Größen wie David Guetta und Boi-1da auf dem Release vertreten. Ergänzt wird das Werk noch durch einen gleichnamigen Kurzfilm, für den das Album den Soundtrack bildet.

Und die Moral von der Geschichte?

Die von Young Gerald angestrebte Dualität, klingt nach einer Spielzeit von knapp 75 Minuten beinahe nach einer Schizophrenie, einer emotionalen Achterbahnfahrt, die den Hörer abwechselnd hoch und runter zieht. Wird dem Hörer so am stärksten ein Einblick in das Leben des Rapstars?

„Throw your brain away, that’s all it takes
Dumb it down, but that’s not what he makes
Then say fuck the sales and fuck the biz‘
It’s not that easy Gerald, nothing is.“ 

G-Eazy auf „The Beautiful & Damned“ (2017)

Mit „No Limit“ ist die erste Single des Albums bereits Platin gegangen und bei „Him & I“, dem Duett, das G mit seiner Freundin Halsey („Closer“) aufnahm, ist es sicher nur eine Frage der Zeit. Auf diesem Duett inszeniert sich das Paar als Neuzeit Version des ikonischen Gangsterpaares Bonnie und Clyde. Cross-Promotion wie sie kaum besser geht.

Parallel zu seiner musikalischen Veröffentlichung sollte eigentlich eine Kooperation mit h&m beginnen, die G-Eazy allerdings absagte. Auch ihn schockierte die – bestenfalls unbedachte – Werbung des internationalen Unternehmens.

Bestellen könnt ihr das Doppelalbum „The Beautiful & Damned“, das am 15. Dezember erschien, hier.

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Moin! Aachener, der irgendwas mit Medien studiert, ungern über sich in der Dritten Person schreibt und fest zu BACKSPIN gehört. Kopf ist kaputt, aber Beitrag is nice, wa.

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