Fudge: „Wir nahmen uns vor, eine Platte zu produzieren, die für jeden zugänglich ist.“

Fudge – Ein eingesessener Produzent und ein junger, hungriger Rapper treffen auf einander, um ein unglaublich melodisches Album herzustellen. „Lady Parts“ erschien Anfang September über Lex Records und dreht seine Runden in Kennerkreisen. In diesem Interview mit Prefuse73 spricht der Produzent über die Zusammenarbeit mit Michael Christmas und gibt dabei ein paar konstruktive Beiträge zum Rap der Neuzeit.

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Fudge oder Toffee?

Ich esse weder Zucker noch andere Kohlenhydrate.

Du hast schon viele großartige Tracks von Weltklasse Rappern Produziert, jedoch für keinen ein ganzes Album. Also warum ausgerechnet mit Michael Christmas?

Ehrlich gesagt ist das ein großes Missverständnis, ich habe bereits einige Platten für Künstler produziert – eine mit einem großartigen japanischen Rapper namens Twiggy (Auf dem Album ist eine großartige Aloe Blacc Vocal-Line, die ich bis heute noch liebe) und die New Yorker Legende Creature hat ein ganzes Album auf einem meiner Beattapes aufgenommen

Aber ich war wirklich aufgeregt mit Michael zu arbeiten. Als ich das erste Mal etwas von ihm hörte, hatte er diesen wirklich intelligenten, aber auch irgendwie spöttischen Style. Intuitiv kam mir der Gedanke, dass wir zusammen etwas machen könnten, was vielleicht für die jüngere Generation etwas seltsam klingen würde, aber für mich aus einer Ecke kommt, die mir sehr vertraut scheint. Ich mochte, dass seine Ideen klar waren und er ziemlich direkt. Es war einfach ein guter Kontrast, mein eigener Stil und der eines abstrakten, künstlerischen Rappers (obwohl ich „Kunst-Rapper“ und das Abstrakte wirklich liebe).12063778_971872532851715_252620811946197467_n

Du bist schon ziemlich lange dabei, wohingegen Michael noch ziemlich jung ist. Hatte der Alters- bzw. Reifeunterschied Auswirkungen auf eure Zusammenarbeit?

Was soll das heißen? Ich bin gerade einmal 15!!! Ich freue mich schon so auf die High School und hoffe, dass ich die Abschlussprüfungen locker abreiße.

Wie lief die Produktion ab? Hast du Michael einfach ein paar Beats geschickt und rübergesendet, damit er etwas drauf schreiben kann oder habt ihr alles zusammen gemacht und durchgängig die Gedanken des jeweils anderen in Text und Beat mit einfließen lassen?

Michael hat mir eine ungefähre Vorstellung gegeben, was er gerne machen würde und was überhaupt nicht geht. In diesem Rahmen bittete er mich, ihm Sachen zu schicken, die noch in diesem Bereich liegen, ihn aber herausfordern. Also sendete ich ihm direkt drei verschiedene Beats und ab da an haben wir den Rest komplett zusammen gemacht. Ich fertigte einen Katalog für ihn an und wir trafen uns im Studio, haben die Beats durchgehört und zusammen Entscheidungen getroffen.

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Razer

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