Fruchtmax & Hugo Nameless: „Wir sind keine Twitter-Rapper“

„Twitter (englisch für Gezwitscher) ist ein Mikroblogging-Dienst des Unternehmens Twitter Inc. Auf Twitter können angemeldete Nutzer telegrammartige Kurznachrichten verbreiten. Die Nachrichten werden „Tweets“ (von englisch tweet „zwitschern“) genannt.“

Klingt eigentlich recht leicht verständlich. Die Affinität für den Kurznachrichtendienst ist nun auch so langsam aus den USA nach Deutschland geschwappt. Nur logisch, dass auch Musiker, insbesondere Rapper, den Kurznachrichtendienst dazu nutzen, um ihre Meinung kundzutun und wichtige Nachrichten zu verbreiten. Wie allerdings der absurde Deutschrap-Mikrokosmos zustande gekommen ist, der unter Anderem eine Art eigene Sprache/ „Twitter-Lingu“ hervorgebracht hat, war bisher ein großes Rätsel.
Mit Fruchtmax und Hugo Nameless finden sich zwei Rapper, die aktuell nicht nur einen wahnsinnigen Hype genießen, sondern auch ordentlich auf Twitter grinden. Das Medium half außerdem ihren Hit „WKMSNSHG“ viral zu verbreiten, was den Stein erst so richtig ins Rollen brachte.
Wir haben uns mit den beiden in Berlin getroffen, ausführlich mit ihnen gequatscht und wichtige Fragen geklärt – zum Beispiel, wie man sich denn nun am besten sein HAK holt.

 

Lasst uns mal ganz klassisch beginnen und über eure ersten Aktivitäten in der Rap-Szene quatschen.

Fruchtmax: Eigentlich hatte ich schon immer einen Hauch Ironie in meinen Lyrics. Das liegt auch daran, dass Nico und Maxim von K.I.Z so etwas wie meine Rap-Ziehväter waren, die haben mich im Alter von 15 ungefähr ein bisschen geteached. Zu der Zeit bin ich oft auf HipHop-Jams aufgetreten, zum Beispiel in der Naunystraße. Im Görlitzer Park gab es damals ein Studio, da konnte man mit dem Equipment von Royal Bunker recorden. Zu den Typen, die das abgemischt haben, gehörten unter Anderem B-Lash und Michael Mic von Big Bud Records, der heute bei Die Säcke ist.

Hugo Nameless: In der vierten oder fünften Klasse habe ich angefangen zu rappen auf Beats, die ich mit dem Magix Music Maker gemacht habe. Irgendwie habe ich dann das „Eine Hand wäscht die Andere“-Tape von Sido gehört, auf dem die nur Feature-Kollabos drauf hatten. Später kam ich dann zu Samy Deluxe.

Ganz allgemein: Welche Rolle spielt denn Twitter für eure Musik?


Fruchtmax: Viele Leute sagen, wir sind die Twitter-Rapper. Ich hasse das eigentlich. Uns assoziieren schon viele damit und Twitter hat auch schon dazu beigetragen, dass wir uns überhaupt kennen gelernt haben. Dennoch mag ich die Bezeichnung nicht, weil Twitter für mich nur eine Plattform ist, um mit Leuten zu kommunizieren.

Hugo Nameless: Durch diese Twitter-Sprache haben wir uns natürlich ein bisschen in das Game rein gemogelt, man kann damit jetzt aber nicht endlos weitermachen und zu jedem Twitter-Begriff einen Song machen. Twitter ist cool, aber langsam muss man sich auch auf den Weg machen, um mal in die ernstere Schiene zu gehen.

Fruchtmax: Ja, ernstere Schiene jetzt nicht unbedingt. Twitter ist eigentlich ein Mikrokosmos, dann aber gleichzeitig schon ziemlich riesig.

Twitter ist gerade in den USA ein beliebtes Medium, das eher seriös genutzt wird. Wie ist denn dieser absurde Deutschrap-Twitter-Mikrokosmos entstanden?

Fruchtmax: Ich glaube, der Deutschrap-Twitter-Mikrokosmos ist durch die RapUpdate-Community entstanden. Vorher war Twitter kein Thema in Rapdeutschland.

Hugo Nameless: Twitter ist ein Ventil.

Habt ihr Tipps, wie man sich am besten sein Hak holt?

Hugo Nameless: Uns folgen!

Fruchtmax: Ja, uns auf jeden Fall folgen. Wenn ich einen Tweet schreibe, könnte das auch etwas sein, was ich einem Kumpel schreibe, irgendeine Grütze.

Hugo Nameless: … oder eine Rapzeile.

Fruchtmax: Der wichtigste Twitter-Tipp: Man selbst sein.

Hugo Nameless: Nee, überhaupt gar nicht man selbst sein (lacht).

Fruchtmax: Man muss Hak geben, um es zu bekommen.

Hugo Nameless: Man muss Dinge auf zu den Punkt bringen können, das habe ich auch von Max gelernt. Ein Satz, den man nicht zu lang erklären muss.

Fruchtmax: Ja, das ist wichtig, es gibt ja nur 140 Zeichen.

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Ist mittlerweile seit 3 Jahren bei BACKSPIN und hat die Leitung der Online-Redaktion inne. All ihre Fans sind maskuline Jungs, jaja.

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