Frank Ocean wettert weiter gegen die Grammys

Grammys

Frank Ocean und die Grammy haben eine schwierige Beziehung zueinander. Auch wenn der Sänger aus Long Beach bereits zwei der goldenen Grammophone sein eigen nennen kann, konnte man den OFWGKTA-Musiker gestern nicht bei der Verleihung antreffen – unter anderem, weil er sein gefeiertes Release „Blonde“ sowie das Visual Album „Endless“ nicht für eine Nominierung freigab. Grund dafür ist, dass er sich in der Jury als junger, afroamerikanischer Musiker nicht repräsentiert fühlt. Nachdem er bekannt gab, sich von der Verleihung zu distanzieren zogen einige weitere Weltstars wie Kanye West, Drake oder Justin Bieber nach und boykottierten die Verleihung in der vergangenen Nacht ebenfalls. Preise gab es dabei übrigens unter anderem gleich jeweils zwei Mal für Drake (Bester Rapsong & Beste Rap-Gesangs-Performance „Hotline Bling“) und Beyoncé (Bestes Musikvideo „Formation“, Bestes zeitgenössisches R’n’B Album „Lemonade“), Chance the Rapper, der sogar als genreübergreifender bester Newcomer ausgezeichnet wurde, nahm gleich drei Trophäen mit nach Hause (Bester Newcomer, Bestes Rap-Album „Coloring Book“, Beste Rap-Performance „No Problem“). 

Zwei Mitglieder des Kreativteams, Ken Ehrlich und David Wild, führten seinen Unmut gegenüber dem Award in einem Interview auf technische Probleme im Laufe seines Auftritts bei der Verleihung im Jahr 2013 zurück, bei der er nicht nur zwei Preise für „Channel Orange“ mitnehmen durfte, sondern auch den Song „Forrest Gump“ Live performte. 

 

Jetzt wendete sich Frank in einem seiner tumblr.-Posts direkt an die Ehrlich und Wild und findet in seinem Statement ziemlich harte Worte. Er erklärte, ursprünglich an einem Tribute für den im letzten Jahr verstobenen Prince mitwirken wollte, sich allerdings dagegen entschied, da er dessen Andenken als eigenständiger und unabhängiger schwarzer Musiker angemessener wahren könnte. Zudem erklärt er, er habe erkannt, dass ein Preis wie der Grammy nicht als Indikator für erfolgreiches Schaffen gesehen werden kann. 

Zum Ende wird er schließlich noch einmal anschaulich: Bereits am Tag nach der letztjährigen Verleihung wurde viel über die Entscheidung diskutiert, Taylor Swift und ihr „1989“ mit dem Preis für das beste Album des Jahres auszuzeichnen und nicht Kendrick Lamars „To pimp a Butterfly“. Frank Ocean bezeichnet diese Entscheidung als „one of the most ‚faulty‘ TV moments I’ve seen“. Zu guter Letzt konstatiert er selbstbewusst: „Use the old gramophone to actually listen bro, I’m one of the best alive“. 

Den gesamten Post könnt ihr hier lesen: 

Ok Ken (and David). As much as I hate to make you guys famous or even respond to you directly. We all die one day and you’re old so fuck it. Yea yea my 2013 performance at the Grammys was absolute shit. Technical difficulties, blah blah. Thanks for the reminder. Very much appreciated. Fuck that performance though. You think that’s why I kept my work out of the Grammy process this year? Don’t you think I would’ve wanted to play the show to ‚redeem‘ myself if I felt that way? In reality, I actually wanted to participate in honoring Prince on the show but then I figured my best tribute to that man’s legacy would be to continue to be myself out here and to be successful. Winning a TV award doesn’t christen me successful. It took me some time to learn that. I bought all my masters back last year in the prime of my career, that’s successful. Blonde sold a million plus without a label, that’s successful. I am young, black, gifted and independent.. that’s my tribute. I’ve actually been tuning into CBS around this time of year for a while to see who gets the top honor and you know what’s really not ‚great TV‘ guys? 1989 getting album of the year over To Pimp A Butterfly. Hands down one of the most ‚faulty‘ TV moments I’ve seen. Believe the people. Believe the ones who’d rather watch select performances from your program on YouTube the day after because your show puts them to sleep. Use the old gramophone to actually listen bro, I’m one of the best alive. And if you’re up for a discussion about the cultural bias and general nerve damage the show you produce suffers from then I’m all for it. Have a good night.

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Yannick ist seit August 2015 Teil der BACKSPIN-Redaktion. Er kümmert sich um alles was mit Reviews und Kritik zu tun hat und studiert nebenbei noch Populäre Musik. Für Hip-Hop verzichtet er also auch mal auf seinen Schlaf - 'cause sleep is the cousin of death.

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