Filmempfehlung: “Dough” (2015)

Regisseur John Goldschmidt hat im vergangenen Jahr mit “Dough” eine Stoner-Komödie mit einer tiefgreiferenden Message geschaffen, als es sonst in jenem Genre üblich ist. Für das anstehende Wochenende haben gibt es somit eine Filmempfehlung für euch. Wir haben uns den Film angesehen und neben der Story auch ein paar Gedanken dazu festgehalten, ob die Story, die schauspielerischen Leistungen und das Gesamtkonzept des Films überzeugen konnten. 

Jonathan Pryce spielt in dieser gutherzigen Stoner-Komödie einen alten jüdischen Bäcker, der einen muslimischen Immigranten aus Afrika als Azubi einstellt. Der Film spielt zwar durchweg die Klaviatur der Klischees – der interkulturelle Mix aus Hanfsamen und Religion macht das auch nicht besser –  und fühlt sich eher wie ein Serienpilot statt eines Spielfilms an, jedoch können die Hauptfiguren Jerome Holder und Jonathan Pryce alle Schwächen gekonnt wegspielen!

In der Geschichte dreht es sich um den Witwer Nat Dayan (Pryce), dem alten Besitzer der koscheren Bäckerei im Westen Londons, die von seinem Vater vor 60 Jahren gegründet wurde. Das Geschäft läuft nicht gut. Ständig ändert sich die Nachbarschaft, und Immobilienhaie wollen Dayan aus seiner Bäckerei drängen.

Nat möchte eigentlich nur, dass die Bäckerei in seiner Familie bleibt, aber sein Sohn ist Anwalt und hat absolut kein Interesse an der Übernahme. Aber Nat braucht einen Gehilfen und so stellt er – eher unwollend – den Sohn seiner Putzfrau ein, Ayyash (Holder). Dieser verbringt seine Zeit normalerweise damit, Hasch zu verkaufen. Ayyash versenkt ausversehen ein paar Cannabisblüten in den Teig, und das daraus resultierende Challahbrot verkauft sich plötzlich wie der reine Wahnsinn. Die Verkaufsschwierigkeiten der Bäckerei haben damit ein Ende, und das Gebäck wird zum Kassenschlager.

Weitere Figuren in Dough sind etwa die verwitwete Vermieterin von Nat, die sich keine Mühe macht, ihre Sehnsucht nach Nats Liebe zu verheimlichen und der örtliche Drogendealer, der sich nicht gerade über den neuen Wettbewerb in der Nachbarschaft freut.

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Das ist alles in etwa so vorhersehbar, wie man es von den typischen Stoner-Komödien kennt. Aber es funktioniert. Die schnippischen Dialoge und die schauspielerische Darstellung sind Eins A. Die Klischees werden zwar immer mal wieder bedient, aber der Bogen wird nicht überspannt – was gerade bei kulturellen und religiösen Dingen oft zu Kopfschmerzen und peinlichen Momenten im Film führen kann. Glücklicherweise wird das dem Zuschauer bei Dough weitestgehend erspart. Der Film wurde mit viel Herz konzipiert, und das merkt man. Freilich muss man die Längen deshalb nicht verzeihen, aber Langweile kommt garantiert nicht auf.

 

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