Fieh: Von der Garage auf die große Bühne


Ein kleines Wohnzimmer, darin eine kleine Band: Ein Keyboarder, ein Drummer, ein Gitarrist , ein Bassist und eine Sängerin. Gedämpftes Licht. Der Gitarrist spielt die ersten vorsichtigen Töne, die blonde Sängerin verbirgt noch ihr Gesicht, schaut hinter sich zu ihrem Gitarristen, ehe sie die ersten Töne singt und sich der Kamera zeigt. „Did not use to/ but now you gone…“ die ersten Worte, die gleich offenbaren das dort ein großes Talent singt. Sofie, heißt die junge Norwegerin, die mit ihrer Band Fieh zwar erst zwei offizielle Singles veröffentlicht hat, aber jetzt schon als der nächste Superstar in Norwegen und darüber hinaus gehandelt wird. Sie singt ruhig, dabei kraftvoll, mit einem Gespür für Takt und Intonation. Ohne Probleme könnte man Sofie als Solo Artist vermarkten, gesegnet mit einer Stimme, die einem den Mittelpunkt verspricht. Doch nimmt Sofie sich in den richtigen Momenten zurück und lässt der Band und ihren Instrumenten genug Platz neben ihr zu existieren. Anstatt nur ihre Stimme zu nutzen, um vorgeschriebene Texte und vorproduzierte Melodien, von erfahrenen Produzenten, nach altbewährten Erfolgskonzepten zu gebrauchen, arbeitet Sofie lieber kreativ mit ihrer Band. Sie liebt es die zwei Stunden Fahrt von Oslo zu ihren Eltern in die Provinz auf sich zu nehmen, um in der Stille und Schönheit der Natur an ihren eigenen Texten zu arbeiten. Die Band, irgendwann mal gegründet in ihrer Garage, ist heute nicht mehr die selbe, trotzdem ein starker Rückhalt.

„All this old men can not tell me what to do.“

Sofie studiert mittlerweile in Oslo Musik. Nachdem ihre erste Single „Glu“ erschien, in der sich die junge Frau selbstbewusst von all den Ratschlägen der vermeintlichen Profis löst, hat sich auf den ersten Blick alles geändert. Auf den zweiten Blick gar nicht so viel. Plötzlich wurde die junge Frau hochgelobt, es entstand große Aufmerksamkeit, es kamen jede Menge Booking Anfragen für den kommenden Sommer, norwegische Musikexperten überschlugen sich in Komplimenten, sie haben heute einen Manager. Doch das alltägliche Leben und die Art wie Fieh musiziert, die hat sich nicht geändert. Sofie studiert normal weiter, die Band kommt zusammen, jeder bringt seine Idee mit. Mal ist es ein Text, eine Zeile, eine Melodie, ein Takt. Gemeinsam arbeiten sie dann an den Songs. Deswegen hat sich trotz des Troubles gar nicht so viel verändert. Natürlich, alles ist professioneller, größer, aber die Band schafft es  bisher sich ihren eigenen Mikrokosmos zu erhalten, der verspricht den Sound und die moralischen Werte gegen äußere Versuchungen zu schützen. Man könnte sagen, die Garage von einst wurde nach Oslo überführt und steht dort als Schutzbunker gegen die Verführungen der großen Aufmerksamkeit und der zahlreichen Komplimente. Sicher nicht leicht, wenn sogar schon Sir Elton John  in seiner Radioshow, „Elton John’s Rocket Hour“ konstatiert, „I love it“.

  

„Everything is quite normal except that we have got a lot more attention.“

Nach der großen Aufmerksamkeit durch „Glu“ erschien Anfang Februar mit „25“ die nächste Single. In „25“ emanzipiert sich Fieh weiter. Es geht um Selbstständigkeit, die Wichtigkeit von Freundschaft und die Überzeugung, dass sich harte Arbeit am Ende auszahlt. Das scheint sowieso sowas wie ein Motto zu sein. Die Band arbeitet neben dem Studium an Songs, sie haben ihr Debüt Album mittlerweile fertig. Ein genaues Datum gibt es allerdings noch nicht: „Hoping and guessing in September or October“. Bis dahin bleibt eh nicht viel Zeit, der Sommer ist voll mit großen Festival Gigs und weiteren Terminen. Die Band hat kaum Zeit sich bis zu den ganz großen Auftritten eine Routine zu erspielen, doch Sofie scheint kaum besorgt. Warum auch? Wenn sie es schafft ihre Leichtigkeit zu wahren, liegt ihr jedes Publikum nach den ersten Takten zu Füßen.

„If I can see people having a good time at the concert, it all feels worth it. Having a group of all different kinds of people in a room, and seeing that they are enjoying themselves while listening to this music – it’s a really magical phenomenon.“

Die Gegenwart scheint geklärt, die Marschrichtung ist vorgeben, was bleibt ist die Zukunft: Im Sommer stehen jede Menge Gigs und Festivals an. Im Herbst soll das Debüt Album erscheinen. Danach werden die Karten wieder neu gemischt. Fieh muss beweisen, dass sie die Erwartungen erfüllt, das tut sie am besten, indem sie sich ihre Garage bewahren und hart arbeiten. Ihr Youtube Kanal erzielt noch keine große Reichweite, trotzdem wurde ihr Potenzial bereits erkannt. Fieh muss das Kunststück gelingen hart zu arbeiten, dabei darf die Band allerdings ihre Leichtigkeit nicht verlieren. Doch Sorgen muss man sich offenbar nicht machen. Wenn man Sophie nach ihren Plänen für die Zukunft fragt sagt sie:

“I hope that I can create the music that I want to create.“

 

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Orginaler Pottboi! Ich liebe das 45er Areal, doch hass‘ mich nicht. Ich komm‘ vorerst nicht zurück zu dir.

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