DLTLLY über die Zusammenarbeit mit Spox: „Drei Runden Fußballjokes wären in ’nem normalen Battle total unpassend.“

Es ist selbstverständlich, dass man fast an jeder Ecke, und mittlerweile ja auch im Internet, auf Fußballspiele und sonstige Sportereignisse wetten kann. Aber warum gibt es das noch nicht bei Rapbattles? Und nehmen wir mal an, die Plattform rund um BigChief, Hanno und Jamie würde hier den ersten Schritt machen, müssten sie dann ihr Jurorensystem umstellen, welches hauptsächlich aus Internen besteht?

J: „Das ist ganz schwer. Da wird immer viel diskutiert, ob es fair ist und intern sind wir da immer der gleichen Meinung. Es ist halt immer schwer, da du fünf MCs brauchst, die da sind, um ein Battle zu judgen. Die müssen sich mit Rap auskennen und in diesem Falle auch mit Sport. Diese haben ja auch nicht die Chance, sich das direkt danach nochmal anzuschauen. Es kommt auch mal vor, dass ein Judge sich das Battle zu Hause anschaut und seine Meinung ändert. Allein aus diesem Grund, da es eh schon so kontrovers ist, halte ich es für unmöglich, dass man da Wetten macht und Geld ins Spiel bringt. Ich glaube auch das wird nie passieren. Das würde ja das Ganze noch kontroverser machen. Ich find‘ es auch immer wichtig, dass die Leute über das Battle diskutieren und am Ende darüber geredet wird und nicht so sehr über die Judges und deren Entscheidungen. Leider wird ganz oft auf Youtube mehr über die Judges gesprochen als über die MCs, die sich Ewigkeiten vorbereitet haben. Das ist halt ein bisschen schade und ich glaube umso mehr man dieses Judging hochspielt, umso mehr wird es so, dass Leute ‚angeklagt‘ werden, dass irgendjemand bezahlt wurde oder ein Judge wird zu Tode gehatet. Da wollen wir eher von wegkommen, als dass wir das noch irgendwie stärker machen…“

BC: „…Ich hab‘ da auch einen hohen Grad am Skepsis. Sicherlich müsste man dann am Judgingsystem ein bisschen was machen, um da noch ein paar Fehlerquellen ausschließen zu können. Aber selbst, wenn man da ’ne perfekte Jury hinkriegt, die aus super Rapexperten besteht und denen vielleicht sogar ne Woche Zeit gibt, das Match mehrmals zu gucken, wird es Leute geben, die sagen werden ‚Jetzt war da Geld im Spiel, deshalb ist da jetzt nicht alles objektiv abgelaufen.‘ Und diesen Vorwurf entkräften ist bei Battlerap einfach super schwer. Also bei anderen Sportarten weiß man genau, dass der Ball hinter der Linie oder im Netz war. Bei Battlerap ist auch viel persönlicher Geschmack dabei. Es gibt natürlich diese Matches, die so eindeutig sind, dass man kein Jurysystem braucht. Da hat jeder gesehen wie es ausgegangen ist. Und dann gibt’s so knappe Dinger, da ist es fast schon Geschmacksache, wer einen mehr abgeholt hat.“

Letzte Woche haben die Jungs ein bilinguales Battle angekündigt. JollyJay tritt dabei gegen Brian Damage an und man hat sich darauf geeinigt eine Runde Deutsch, eine Englisch und eine in beiden Sprachen zu rappen. Grund dafür ist nicht, dass man ein weiteres Gimmickmatch präsentieren wollte. Man hielt es für die fairste Lösung, da deutsch Brians Muttersprache und englisch Jamies erste Sprache ist. Wie schwer ihm das gefallen sei, hat er uns auch erzählt:

„Wir sind gerade erst in der Vorbereitung. Von daher, kann man erst nach dem Battle so richtig sagen wie schwierig es war. Momentan merk’ ich schon, dass ich ein bisschen an die Grenzen stoße beziehungsweise, dass Deutsch ’ne ziemlich schwere Sprache ist. Ich hab‘ die gleichen Ideen, aber die Umsetzung dauert viel länger. Ich brauche halt länger, um die Reime zu finden. Ich hab nicht den selben Wortschatz. Die Grammatik ist nicht immer genau richtig. Deshalb brauch‘ ich für vier Bars fünf mal so lange wie auf Englisch. Aber es macht auch irgendwie Spaß, ’ne neue Herausforderung zu haben. Ich hab ja auch nen Anspruch an Flow und Struktur, nicht nur Set Up und Punchlines. Ich will es auch halbwegs so flowen wie auf Englisch und merk‘ einfach wie schwer es eigentlich ist. Also mega Props an die Leute, wie T-Way, die ständig die Sprache wechseln in ihren Battles. Es ist auf jeden Fall schwieriger, als ich es mir vorgestellt habe.“

Wer die ganzen unkonventionellen Battles des Formates kennt, könnte glauben man sei ständig auf der Suche nach einem Schlagabtausch der anderen Art. Wie diese Veranstaltungen jedoch meist zustande kommen und wie es damit weiter geht, konnten wir auch in Erfahrung bringen:

BC: „Erstmal hoffen wir, dass es für dieses Sportevent weitergeht. Dass man vielleicht noch ein zweites oder drittes macht. Ansonsten bin ich nicht so der mega Fan von Gimmickbattles, aber wenn sich etwas aufdrängt und wir ganz doll Bock darauf haben, dann sind wir sicher auch so innovativ das einzubauen. Was ich noch als absolute Neuerung empfinden, wenn wir da schon drüber reden, ist das Written Battle on Beat. Das machen wir auch seit relativ kurzer Zeit. Das is halt auch nochmal ’ne neue Facette in diesem Battlerap Game, wo wirklich die Leute angesprochen werden, die sich bis dahin nicht für A capellas begeistern konnten, weil ihnen schlichtweg der Beat gefehlt hat. Da haben wir jetzt auch ’ne Möglichkeit die beataffinen MCs zu erreichen. Und da wird es auch weitere geben. Zum Beispiel am 2. Dezember in Leipzig: FU! von Egoland gegen Tera Pete und Chris Kotzen gegen Schote…“

J: „…Ich bin auch nicht der allergrößte Gimmickmatch Fan und ganz oft kommen diese Ideen auch von den MCs und nicht von uns. Es ist nicht so, dass wir sagen ‚Wir wollen jetzt dieses Gimmickmatch‘ und suchen dann die MCs, sondern dass einer sagt, er hat Bock auf so ein Match und dann suchen wir einen Gegner, der da auch Bock drauf hat. Zum Beispiel bei diesem Bad Bars Battle zwischen Bong Teggy und Brian Damage, war das deren Idee. Zu diesem On Beat Battle zwischen Chris Kotzen und Schote: Das ist lustigerweise auch ein Rematch, da die beiden sich schonmal im VBT gebattlet haben.“

Wir wollen die ganze Zusammenarbeit natürlich nicht nur einseitig beleuchten und haben uns auch mit Benjamin Wahlen von Spox unterhalten. Das ganze Gespräch werden wir euch nächste Woche präsentieren.

 

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