DLTLLY über die Zusammenarbeit mit Spox: „Drei Runden Fußballjokes wären in ’nem normalen Battle total unpassend.“

Vor wenigen Wochen haben Don’t Let The Label Label You gemeinsam mit Spox ein Event mit Sportbattles veranstaltet. Eine Premiere im deutschsprachigen Raum. Und es ist quasi für jeden etwas dabei gewesen: Von allgemeinen Sportmatches, über Eishockey gegen Fußball bis hin zum „deutschen Classico“ Bayern München gegen Borussia Dortmund. Wir haben dies zum Anlass genommen, uns mit Jamie alias JollyJay und BigChief von DLTLLY zu unterhalten und die Beiden haben uns Einiges über die Zusammenarbeit erzählt.

Wir verfolgen die Plattform nun seit mehreren Jahren und sie haben natürlich schon häufiger Battles der besonderen Art veranstaltet. Jedoch haben sie dies meist alleine gemacht. Also habe wir uns von Jamie erst einmal erklären lassen, wie es zu der Kooperation mit Spox gekommen ist:

Ben von Spox ist auf uns zugekommen und meinte, dass er Fan von Battlerap und unserer Plattform ist. Dann haben wir uns getroffen und einfach ein paar Ideen ausgetauscht. Und da wir gerne , ab und zu, solche Gimmick-Matches veranstalten, beziehungsweise Fußballbars ja auch oft in Battles vorkommen. Und je mehr Gegnerbezug erwartet wird, desto weniger kann man sowas bringen und dann sind solche Events ganz gut, denn da haben die MCs die Chance lustige Sachen zu bringen, die sie sonst nicht in einem Battle bringen würden. Außerdem hatten wir eh schon solche Dinge wie Basketball-Battles oder Fußball-Battles im Kopf und da hat das Spox-Event dann gut gepasst.“

Auf die Frage, wo die Schnittstellen zwischen Sport und Battlerap seien, hatten die Beiden auch schnell eine Antwort:

BC: „Es gibt einfach viele sportbegeisterte Battlerapper und viele Leute ausm Sport, die was mit Battlerap anfangen können…“

J: „…Ich glaube auch Sport ist ein Thema, das viele interessiert und Battlerapper suchen ja immer Beispiele, aus denen sie gut ’ne Punchline machen können, die die Leute nachvollziehen oder womit sie sich identifizieren können. Also ’ne Punchline zu machen mit ’nem bekannten Fußballernamen kommt jetzt natürlich bei der Crowd besser an, als irgendwas, das jetzt nicht so beliebt in der Szene ist. Und es bietet halt so viel, da es so viele Namen gibt im Sport, viele Facetten, und somit auch viele Möglichkeiten Punchlines daraus zu machen.“

Doch ist es wirklich notwendig ein komplettes Event mit dem Aufhänger Sport zu organisieren, oder reicht es diesen Zeilen in den „normalen“ Battles Raum zu geben?

J: „Ja, wir müssen sagen, dass es wichtiger wird in letzter Zeit, wo das Level irgendwie höher wird, dass man nicht zu viele random Sachen in seinen Battles und nicht zu viele ‚Bad Bars‘ hat, wie wir das nennen. Die völlig aus dem Nichts gegriffen sind und mit dem Gegner nix zu tun haben. Und auch bei solchen Fußballbars ist es schwer, die perfekt auf den Gegner zu beziehen. Deswegen wird das auch immer weniger gemacht, es sei denn, es ist jetzt ’ne Line die perfekt passt. Ich glaube gerade deshalb ist so ein Event halt perfekt, weil die MCs da ein bisschen weniger Druck haben so sehr auf ihren Gegner einzugehen und ein paar Sachen bringen können, die sie vielleicht nicht in ’normalen‘ Battles bringen könnten. Ich meine, drei Runden Fußballjokes wären in ’nem normalen Battle total unpassend. Und deshalb, glaub‘ ich, haben die MCs auch Bock darauf gehabt.“

Nachdem das geklärt ist, wäre es wahrscheinlich noch interessant zu wissen, nach welchen Kriterien man die Rapper für eine solche Art des Battles anfragt. Doch das kann uns der Chief beantworten:

„Also wir haben da natürlich unser Netzwerk ein bisschen bemüht und haben da reingehorcht, ob da Interesse besteht und da gab es halt Einige, die gesagt haben ‚Ja, ich bin Fußballfan‘ oder ‚Ich bin derber Sportsfan‘. Oder wie jetzt der Lyrico, der gesagt hat ‚Meine Leidenschaft ist Eishockey.‘ Das weiß man ja mittlerweile auch und er wollte das gern’ representen. Wir haben einfach in unsere Community reingefragt, wer besonders Bock darauf hat und haben uns dann die für uns Interessantesten rausgepickt.“

Es scheint also gar nicht so schwierig zu sein, Rapper für ein Sportbatlle zu rekrutieren.

BC: „Ne ne, wir mussten da keine große Überzeugungsarbeit leisten. Wir haben gefragt wer Bock hat und da gab’s zum Glück genug, die da sofort drauf angesprungen sind, weil es was super Einmaliges und Spezielles ist und man sich da austoben kann und es nicht diesen absolut klassischen ‚Gegner zerfetzen‘ Charakter hatte, sondern eher so ein bisschen ‚Spaß bei der Sache‘ dran war…“

J: „…Es sind ja auch Rapper auf uns zugekommen, so war es recht einfach das Line Up zu kriegen. Wir mussten nicht irgendwelchen Leuten hinterherjagen. Es gab ja limitierte Plätze für die sechs Battles, beziehungsweise am Ende leider nur fünf. Natürlich hatten da auch ein paar Leute vrständlicherweise keinen Bock drauf, weil sie mit Fußball oder Sport nix am Hut haben. Aber bei denen haben wir gar nicht erst angefragt.“

Dass bei solchen Events, von der Idee bis zur Durchführung, nicht alles wie geplant abläuft, ist klar. Und DLTLLY hat auch schon Erfahrungen mit Rappern gemacht, die einfach nicht zum Battle erschienen sind. Bestes Beispiel dafür ist Merlin, der, im Rahmen des splash! Festivals 2015, an einem Two on Two mit Duff gegen die Gebrüder King teilnehmen sollte. Letztendlich ist Duff alleine vor Mighty Mo und Nedal Nib gestanden. Also was hat es mit diesem sechsten Battle auf sich, was offenbar nicht stattfinden konnte?

J: „Es war ja als Sportevent angekündigt. Und so solls ja auch sein, wenn wir das in Zukunft wieder machen. Jetzt war es am Ende leider fast ein Fußballevent. Es gab halt Eishockey wegen Lyrico und sonst war es nur Fußball oder halt Sport generell als Thema und da wurde auch zu 90 Prozent über Fußball geredet. Und das NBA Battle, das leider abgesagt werden musste, wär‘ natürlich interessant gewesen. Mars B gegen Tobi High und Max Stoned. Wir haben wirklich alles gegeben. Alle Involvierten haben irgendwie versucht, dass es noch möglich ist und wir mussten es dann sehr kurzfristig absagen, weil Tobi High und Max Stoned nicht mehr in Deutschland wohnen. Lange Geschichte. Um es mal kurz zu machen: Die konnten gerade nicht aus ihrem Land raus, hatten keinen Pass und es ging leider nicht. Ansonsten lief alles wie geplant.“

Weiter geht es auf der nächsten Seite

The following two tabs change content below.
Wär ich nicht bei BACKSPIN, dann wär ich jetzt bei AstA

Seiten: 1 2

Erzähl Digger, erzähl

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.