DJ-Spotlight: Eskei83

Wie der Name schon erahnen lässt, stehen beim “DJ-Spotlight” die Leute an den Decks im Fokus. Ab sofort werden wir Euch, angelehnt an das “Producer Spotlight”, regelmäßig DJ-Größen der Szene vorstellen. Den Beginn macht heute Eskei83. Momentan tourt er um die ganze Welt. Die Stops reichen von Indien, dem Libanon über Chile und Bulgarien bis in die Staaten. Auf der ganzen Welt werden seine Produktionen gefeiert. Alleine sein Track “Rave” zählt derweil über zwei Millionen Spotify-Plays. Mit erstklassigen Live-Skills schafft er es, Genregrenzen verschwinden und individuelle Sounds entstehen zu lassen. 2014 wurde er Red Bull Thre3Style World Champion, inzwischen ist er zusammen mit den Drunken Masters Labelinhaber von “Crispy Crust Records”. Vergangenen Montag veröffentlichte Eskei83 “Hold Up” in Zusammenarbeit mit DJ Ride. Wir haben ihn im Rahmen des DJ-Spotlights gebeten, sich vorszustellen. 

Name: ESKEI83 | Sebastian König
Alter: 33
Wohnort: Dresden
DJ seit: 2000
Favorite Hip-Hop Songs: Gang StarrMoment of Truth”, Dilated PeoplesWork The Angels”, Juelz SantanaShottas”, SkeptaIt ain’t safe”, Kendrick LamarAlright”, Jay ZU Don’t Know”, DJ SnakeThe Half”, Travis ScottGoosebumps”, NWAExpress Yourself”, JadakissThey Ain’t Ready”, und massig mehr.
Favorite DJs: DJ Jazzy Jeff, DJ AM, Z-Trip, DJ Craze, A-Trak, DJ Hedspin, DJ Shiftee, Ninetoes, Gunjah, Drunken Masters, DJ EZ, DJ Rafik, DJ Snake, Diplo, Dirt Caps, DJ Stylewarz, Skratch Bastid und super viele mehr.

Wie hat das mit Hip-Hop und dir angegfangen?
Als Alben wie “Bambule” von den Beginnern, “Überfall” von den Massiven Tönen und “Großes Kino” von Blumentopf angesagt waren, hab ich mich angefangen für die Szene zu interessieren. Ich fand es besonders cool dass es in den Tracks auch immer Scratches gab. Das war früher total üblich, hat oftmals auch die komplette Hook ersetzt. Heute schicken dir, insbesondere die deutschen Rapper nicht mal mehr eine Promo von ihren Songs, geschweige denn haben richtige DJs für Ihre Live Shows. Gottseidank gibt es Ausnahmen. Meistens sind die Ausnahmen dann die erfolgreicheren Künstler.

Welcher Sound begleitet dich seit Tag Eins?
Schwere Frage. Musik war mir früher nicht so wichtig um ehrlich zu sein. Für mich gab es eigentlich nur Fußball. Hab das gehört was meine älteren Freunde gehört haben. Von irgendwelchen 90s Rave Zeug bis Pop Songs. Ich habe dann erst wesentlich später durch Deutschrap und dem Interesse zum Beats machen und DJing damit angefangen mich intensiver damit zu beschäftigen und auch die Geschichte von Musik zu erkunden. Ich habe dann auch angefangen, mich zu fragen, woher die Musik kommt und was die Samples sind.

Wann und wie hast du mit der Tätigkeit als DJ begonnen? Wer oder was hat dich anfangs inspiriert?
Ich fand die DJs der Bands cool. Die haben oft auch die Beats gemacht, Scratches aufgenommen, und so weiter. Sie waren wichtiger Teil der Bands. Ich hab dann an meinem Computer Zuhause 1998 mit billigstem Equipment eigene Sachen gebastelt und aufgenommen, auf Kassetten überspielt und später auf CDs gebrannt. Außerdem erinnere ich mich immer gerne an den Hip-Hop Soundgarden von André Langenfeld auf Radio Fritz. Da gab es immer die neuesten Tracks und es liefen DJ-Mixes. Heute quatschen in den Medien irgendwelche „Influencer“ über Rap und haben noch nie einen echten DJ gesehen und werden sogar noch auf Parties gebucht um dort ein paar MP3s von ihrem Laptop abzuspielen. Deswegen interessieren mich heute mehr die DJs aus dem „Nicht-Rap-Bereich“.

Wie würdest du deinen eigenen Style/Sound beschreiben und hat er sich über die Jahre verändert?
Das passt super zu der vorherigen Fragen. (Deutsch-)Rap ist so langweilig (zum Auflegen) geworden. Es ist traurig. Es gibt so diese ein, zwei Hits pro Jahr, die man dann wirklich auch gerne spielt. Aber eigentlich gibt es  ja nur ein Hand voll Künstler, die nicht einfach all das kopieren, was die Kids gerade hören wollen, sondern mit etwas Freshem kommen. Deswegen fühle ich mich viel mehr zu instrumentalen Trap und elektronischen Hip-Hop Sachen hingezogen. Viel mehr Energie, viel kreativer, geilere Sounds und nicht immer wieder die selben Texte, die am besten von den amerikanischen Vorbildern eins zu eins übersetzt wurden.

 Welche Rolle spielt dein Equipment beim Auflegen?
Extrem wichtig. Mein Anspruch an einen Gig ist mehr eine Art DJ Performance und nicht in den Club zu gehen und den Leuten ihre 150 liebsten Lieder abzuspielen, die sie den ganzen Tag auf Spotify pumpen. Dafür brauche ich einfach mein Instrument. Der Pioneer DJM S9 Mixer, den ich zusammen mit mehreren DJs, Serato und Pioneer mit gestaltet habe ist da meine weapon of Choice. Turntables dazu und meine Musik Library auf dem Mac und los geht’s.

Wo hast du deine besten/interessantesten Gigs gespielt?
Das ist total schwer zu beantworten, weil ich immer sehr schnell mit der Crowd connecte und es dadurch fast immer richtig gut wird. Auslands-Shows sind immer besonders, weil exotisch. Aber auch in Dresden bei meinen eigenen Events die Energie der Crowd zu spüren und Leuten zu begegnen die man von der vorangegangen Veranstaltung kennt, macht mich sehr glücklich.

Wie macht ein DJ seinen Job gut?
Wie macht ein Rapper seinen Job besonders gut?

Was war dein bisher schlimmstes Live-Erlebnis?
Was mich immer ärgert ist, wenn ich in Clubs gebucht werde, zu denen mein Style nicht passt, oder ganz besonders schlimm: Wenn meine Fans aufgrund Klamotten und Dresscode nicht rein gelassen werden. Sowas mag ich gar nicht. Ansonsten spiele ich für jede Crowd super gerne und gebe 150%.

Welche anderen Musikstile reizen dich und warum? Was ist Rap für dich im großen Musikkosmos?
Ich muss sagen, dass ich das überhaupt nicht so sehr kategorisiere. Für mich gibt es nur Musik, die mich kickt und die mich nicht interessiert. Aus welcher Schublade dass da gerade raus geholt wird, ist mir eigentlich ziemlich egal.
 

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