Die Tabuthemen von Hip-Hop diskutiert auf dem Reeperbahn Festival

Das Reeperbahn Festival ist eines der größten Musikfestivals der Welt. Es bietet neben Liveauftritten von Weltstars, auch unzähligen aufstrebenden Künstlern eine Plattform und hat sich zu einem der wichtigsten Treffpunkte für die Musikwirtschaft weltweit entwickelt. Dieses Jahr gab es neben einer Vielzahl verschiedenster Konzerten auch einige interessante Vorträge, Podiumsdiskussionen und Interviews.

BACKSPIN durfte euch drei Talkrunden zu den Themen „Die Hip-Hop Lügenpresse“, „Raus aus der Schmuddelecke“ und „Hip-Hop und Diskriminierung“ präsentieren.

Mit dem „Lügenpresse“ Vorwurf müssen sich seit einiger Zeit nicht nur die sogenannten Mainstream Medien auseinander setzten, sondern auch die Kritik an der Arbeit der Hip-Hop-Journalisten wird mehr.
Genau über diese Thematik schrieb auch der Welt-Redakteur Dennis Sand einen Artikel. Er warf den Hip-Hop-Medien vor, sie würden nur noch unkritisch über das Geschehen in der Hip-Hop-Szene berichten und fungierten so höchstens als verlängerter Arm der PR Maschinerie der Künstler.

Auch Falk Schacht kritisierte Sand, in Bezug auf ein Interview, in dem Fler Jan Böhmermann mit Gewalt droht. Daraufhin kam es zu einem Austausch offener Briefe, in denen beide Journalisten ihren Standpunkt zu erklären versuchen. Niko hat sich im Rahmen des Reeperbahn Festivals zu einer Diskussion über genau dieses Thema mit Falk Schacht, Urgestein aus dem deutschen Hip-Hop-Journalismus, dem Welt-Redakteur Dennis Sand, Marc Leopoldseder, ehemaliger Juice-Redakteur und Gründer vom Hip-Hop-Magazin Allgood und dem Die Zeit-Redakteur Lars Weisbrod getroffen.

 

Deutscher Hip-Hop hat es in den letzten Jahren als Musikrichtung geschafft, auch in die Mitte der Gesellschaft vorzudringen. Immer mehr Künstler kommen bei der breiten Masse an. Dadurch wird natürlich auch das Interesse an einer Kooperation von Marken aus dem Mainstream mit Hip-Hop-Künstlern geweckt. Der Umgang mit einer solchen Kooperation ist aber für viele dieser Marken noch #Neuland.

Um über die verschiedenen Vermarktungsstrategien des deutschen Hip-Hop und dessen Künstler einen besseren Überblick zu erhalten, hat sich Niko mit Patrick Thiede im Rahmen des Reeperbahn Festivals getroffen. Patrick Thiede ist Geschäftsführer des Labels Auf!Keinen!Fall!, zu dem neben der 187 Strassenbande auch 3Plusss, Capital Bra, Tamas, und AK Ausserkontrolle als Signings zählen. Mit der 187 Strassenbande konnte er dieses Jahr schon zweimal den ersten Platz in den Charts mit „High & Hungrig 2“ und dem Kollaboalbum mit RAF Camora„Palmen aus Plastik“ feiern.

 

Hip-Hop ist homophob, sexistisch und rassistisch – zumindest lauten so die Vorurteile. Warum aber werden genau diese Eigenschaften so häufig  auf Hip-Hop projiziert? Ist es für eine Musikrichtung, bei dem eine Battlekultur fest verankert ist, legitim seinen Gegenüber oder verschiedene Randgruppen zu beleidigen oder zu diskriminieren? Auf die Frage wie weit künstlerische Freiheit gehen darf und was Tabuthemen sind, wird nicht nur seit heute diskutiert.

Falk Schacht versucht im Talk mit Frauenarzt, der gerne als Pornorapper betitelt wird, Chima Ede, der sich schon öfter in politischen Songs gegen Rassismus und Diskriminierung äußerte, ÉSmaticx, die sich als lesbische Rapperin outete und Uwe Hoffmann, Geschäftsführer des „Deutscher Schutzverband gegen Diskriminierung“, Antworten darauf  zu finden.

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Aus dem tiefsten Süden in den hohen Norden gekommen, um vom Teilzeit Medienstudent zum Vollzeit Hip-Hopfanatiker zu werden.

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