Die Meinung der Redaktion zu „Two Zero One Seven“ von Chief Keef

Wirft man einen Blick nach Chicago und die dort in den letzten Jahren aufkeimende junge Szene, findet man einige der international prägendsten Künstler. An vorderster Front dieser Drill-Bewegung steht Chief Keef, der schon zu einem frühen Zeitpunkt seiner Karriere eine Menge Rückhalt von Kanye West himself erhielt und schließlich als einer von wenigen einen Gastbeitrag auf „Yeezus“ ablieferte. Auch Solo zeigte sich The Cozart überaus fleißig, legte von 2011 bis 2015 beinahe 20 Releases vor. In den letzten Monaten wurde es dann wieder ziemlich ruhig um ihn, es dauerte beinahe eineinhalb Jahre, bis er sich zum Jahresstart mit „Two Zero One Seven“ zurück meldete. Für die Produktionen holte er sich Unterstützung von Lex Luger, steuerte allerdings auch einen großen Teil der Beats selber bei. Wir haben das neue Tape besprochen.

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Das sag die BACKSPIN Gang!
  • 6/10
    Anna S.: "Das Mixtape reiht sich als weiteres Exempel in der Kategorie des zeitgenössischen und dominierenden US-Trap-Sounds ein. Die Beats leben von wenigen elektronischen Elementen, die in der Zusammensetzung eine eingängige, aber schlichte Soundkulisse schaffen. Chief Keef verleiht mit überwiegend monotoner Delivery dem Sound jenen gegenwärtigen Charakter. Für meinen Geschmack fehlen dabei allerdings die Höhen und Tiefen, da sich das Mixtape kaum von den anderen Werken der Artists in diesem Umfeld unterscheidet." - 6/10
  • 5/10
    Sara: "Zu viele Tracks die sich zu sehr ähneln - irgendwie eine gängige Eigenschaft bei vielen Alben, hab' ich das Gefühl. Mein Motto ist und bleibt quality over quantity. Beatmuster sind überall fast gleich, kaum etwas hebt sich voneinander ab. Ein richtiges Highlight hab ich da für mich nicht entdeckt. Das ganze plätschert nur so vor sich hin, aber catcht nicht wirklich. Sowas würde bei mir so nebenbei laufen, damit 'ne Geräuschkulisse da ist. Aber aktiv zuhören kann ich da nicht, dafür ist mir das zu monoton." - 5/10
  • 6/10
    Yannick H.: "Die erste Hälfte kommt ziemlich verhalten daher, die zweite Hälfte zieht im Vergleich zum Vorherigen ordentlich an. Trotzdem klingt vieles so, als wäre es nicht ganz zu Ende gedacht worden. Positiv sind die Gesangseinlagen von Chief Keef zu nennen, die dazu in der Lage sind, Stimmungen zu transportieren. Über die Produktionen von Lex Luger lässt sich streiten, ich würde sie als grundsolide bezeichnen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Der Mixtape-Charakter ist auf jeden Fall heraushörbar, den großen Ohrwum sucht man hier vergeblich." - 6/10
  • 6/10
    Peter: "Der grade einmal 21-jährige Chief Keef weißt für sein junges Alter schon einen eigenen Stil auf, der auf Albumlänge deutlich besser funktioniert, als zwischen anderen Rappern in einer Playlist. So gehen mir manche Tracks dank starker - oder sagen wir passender Delivery leicht ins Ohr, während manche Tracks ab dem zweiten Hören geskipped werden. Vor allem das erste Drittel von 'Two Zero One Seven' findet bei mir Anklang, bevor ich seiner musikalischen Reise bis zum Ende hin immer schwerer folgen kann." - 6/10
  • 4/10
    Niko: "Das erklärt wahrscheinlich auch meine Probleme mit manch deutschem Pendant, aber Chief Keef fühle und versteh ich nicht..." - 4/10
  • 7/10
    Yannick W.: „Ich kann wirklich gut verstehen, warum Chief Keef es immer wieder schafft, mit seiner Musik zu polarisieren. Man kann ihm dennoch nicht absprechen, wie wichtig er und sein Sound für die aktuellen Hits der Hip-Hop Industrie sind, mit Lex Luger hat er sich für 'Two Zero One Seven' einen ebenfalls prägenden Charakter an die Seite geholt. Auf den neuen Tape zeigt sich Keef breiter gefächert, als ich es erwartet hätte, driftet in alle möglichen Facetten des Drill ab. Aufgrund der zu den pulsierenden Beats beinahe konträr ausfallenden, zurückhaltenden Delivery fällt es zwar teils schwer ihm auf den 17 Songs zu folgen, auch an Energie büßt 'TZOS' stellenweise ein. Ansonsten allerdings eine durchweg solide Nummer.“ - 7/10
  • 5/10
    Raphael: "Vielleicht ist es zu früh am Morgen, um Chief Keef zu hören, vielleicht liegt es auch daran, dass man 'One Zero One Seven' gelinde gesagt als homogen bezeichnen könnte - oder als eintönig. Hier werden wirklich alle Formeln für das Subgenre gekonnt angewandt, aber leider keine Experimente gewagt. Nicht schlecht, aber auch nicht mehr." - 5/10
5.6/10

Kurzfassung

So richtig überzeugen kann uns Chief Keef nach seiner Auszeit nicht. Auch wenn das Tape problemlos in die bereits ziemlich stattliche Diskographie einreiht, bleibt das große Highlight aus.

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Yannick ist seit August 2015 Teil der BACKSPIN-Redaktion. Er kümmert sich um alles was mit Reviews und Kritik zu tun hat und studiert nebenbei noch Populäre Musik. Für Hip-Hop verzichtet er also auch mal auf seinen Schlaf - 'cause sleep is the cousin of death.

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