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Die Meinung der Redaktion zu „Tilt“ von Maeckes

maeckes-tilt-coverInsgesamt sechs Jahre, zwei Orsons-Alben und einige kleinere Soloprojekte und gut besuchte Gitarrentouren sind seit Maeckes letztem Soloalbum „KIDS“ ins Land gegangen, Zeit wurde es also langsam, dass der Rapper aus dem Stuttgarter Raum sich wieder auf Albumlänge präsentierte. Seinen Nachfolger fand das 2010er Projekt in diesem Monat mit der Platte „Tilt“, an der parallel zu seinen übrigen großen Projekten konstant gewerkelt wurde. Gemeinsam mit dem Produzenten Äh Dings und dem Singer-Songwriter Tristan Brusch entstand im Studio so ein Album, das jenseits von der Guten Laune der Orsons stattfindet und bei dem vor allem Selbstzweifel, Verlustängste und Traurigkeit im Vordergrund stehen – Maeckes typisch immer mit einem kleinen Schmunzler verpackt. Wir haben uns das neue Projekt des Chimps angehört.

Maeckes – „Tilt“ kaufen

 

Das sagt die BACKSPIN Gang!
  • 9/10
    Anna S.: "Maeckes liefert mit 'Tilt‘, wie eigentlich auch zu erwarten war, ein nachdenkliches und teils schwermütiges Album. Der Chimperator präsentiert sich jenseits von Die Orsons von einer realistischen und tiefsinnigen Seite. Er beschreibt die Höhen und Tiefen des Lebens mit diversen Wortspielen und klaren Metaphern. Gepaart sind diese Thematiken stets mit liebevoll ausgewählten Instrumentals und zumeist gesungenen Hooks. Das Album ist ein Unikat, soviel ist klar. Es ist im Gesamtpaket klar aufeinander abgestimmt und gut strukturiert. 'Tilt‘ ist nichts für alle Tage, aber ein sehr gut gelungenes und hörenswertes Projekt, sofern man sich drauf einlassen kann." - 9/10
  • 9/10
    Yannick W.: "Wer sich die Singles im Vorhinein angehört hat, der dürfte bereits wissen, was ihn auf 'Tilt' erwartet, zumindest einen groben Umriss kann man aus den fünf Vorabveröffentlichungen ziehen. Das erste Maeckes Soloalbum seit mehr als einer halben Dekade kommt auf inhaltlicher Ebene sehr schwermütig daher. Im kompletten Kontrast dazu stehen auf der einen Seite die oft sehr lustigen und sarkastischen Wortspiele, mit denen die Inhalte dargestellt werden, auf der anderen Seite die meist bunten, eingängigen Instrumentals und Ohrwurm-Hooks von Maeckes oder Tristan Brusch. Einzige Ausnahme hierbei bildet 'Kreuz', dass einen einfach nur mit einem riesigen Kloß im Hals zurücklässt und auch mich beim ersten Hören ziemlich aus der Bahn geworfen hat. Mit 'Tilt' ist ein Kunstwerk über das Innenleben eines sonst sehr verschlossenen Musikers entstanden, auf das man sich einlassen und aufpassen muss, nicht in einem emotionalen Loch zu enden. In den richtigen Stunden ist es allerdings schlicht und ergreifend wunderschön. - 9/10
  • 8/10
    Niko: "Ich frage mich schon seit vielen Jahren, was so einen Künstler wie Maeckes immer an Rap und seinem ganzen Kosmos gehalten hat. Gut, er hat schon immer Grenzen überschritten, aber seine Wurzel liegt nun mal im klassischen Herzen dieser Kultur. Und dann macht er ein Album, dass mehr Poesie als Rap ist, so klingt als wollte er weit weit weg, dann aber doch wieder zurück in den Heimathafen steuert. Nix für Leute, die ihn eh schon als Figur ablehnen, aber eine interessante Entwicklung auch für Freunde seiner bisherigen Sache. Klingt nach größer..." - 8/10
  • 4/10
    Raphael: "'Ist dir Maeckes Musik zu cheesy?' Eigentlich schon und auch auf 'Tilt' ist die Grenze zum Pop ist wirklich sehr dünn. Die Texte retten es für mich noch; sie werden locker vorgetragen, es wirkt unbemüht, aber gerade dadurch wird der Zynismus und Maeckes Selbstironie für den ersten Blick bzw. Hördurchgang kaschiert. 'Urlaubsfotograf' zeigt sich als unironisch und sehr intimen Song. In 'Loser' kann Maeckes die Beschriebenen für sich gewinnen. Die Gitarren, die an allen Ecken auftauchen und manche Songs fast dominieren, hätten nicht sein müssen - auch Tristan Bruschs Gesang ist nicht mein Fall, aber nach ein paar Durchgängen konnte ich mich daran gewöhnen und den Titelsong sowie 'Gettin‘ Jiggy With It' können mich dann sogar abholen." - 4/10
  • 7/10
    Peter: "So sympathisch mir Maeckes immer war, so wenig konnte ich mit seiner Musik anfangen. Seine starken Lyrics traffen für mich bisher immer auf die falschen Instrumentals. Dies änderte sich bei 'Tilt'. Auf Beats, die ein klassisches Grundgerüst haben, aber mit authentischen Gitarren versehen wurden, kann ich Maeckes deutlich besser folgen. Für meinen Geschmack ist das Album jedoch etwas zu langatmig, aber das Orsons-Mitglied hat viel zu sagen. Verständlich, nach mehreren Jahren ohne 'eigenen' Output." - 7/10
  • 9/10
    Yannick H.: "Abgesehen von Prezidents 'Limbus' und Megalohs 'Regenmacher' für mich das beste Deutschrap-Release in 2016. Dank der Zusammenarbeit mit Tristan Busch kommt Maeckes' neuestem Werk mehr Musikalität als noch zuvor zu. Sicher, der Sound vom 1/4-Orson bleibt experimentell, verkopft, funktioniert oft erst auf der zweiten oder dritten Ebene. Aber das Gespür für eingängige Melodien, das Tristan Busch mitbringt, macht das Album auch für Außenstehende greifbar(er). Leichte Pop-Anleihen streitet auch Maeckes nicht ab, ohne dieses stark negativ behaften zu wollen. 'Gettin' Jiggy with It!'" - 9/10
  • 9/10
    Edoardo: "Kaum ein anderer hätte uns einen aufschlussreicheren Einblick in Distanz, Taubheit und Zerbrechlichkeit gewährt. Maeckes eröffnet uns nicht seine Welt - lediglich eine in sich schlüssige Perspektive, von der aus man sie betrachten könnte. Kein Rap-Album, sondern weit mehr als das." - 9/10
  • 8/10
    Anna G.: "'Irgendwann wirst du merken, dass du einen Diamanten fallen gelassen hast um Steine zu sammeln‘ Maeckes gelingt es, mit seinen Liedern kleine eindrückliche Geschichten zu erzählen. Er präsentiert Bilder, die den Zuhörer mal erstaunen, mal traurig machen. Die vielseitigen Instrumentals von Tristan Brusch bilden einen passenden musikalischen Hintergrund für die Texte und machen 'Tilt' zu einem in sich geschlossenen Werk. Das Maeckes sehr intelligente und schöne Musik macht, hat er in der Vergangenheit oft bewiesen und bestätigt es mit 'Tilt' erneut. Zwei meiner Favoriten: 'Marie-Byrd-Land' und 'Kreuz'. - 8/10
  • 9/10
    Arne: "Maeckes nimmt uns mit auf einen umfangreichen Spaziergang durch seine Seelenlandschaft. Zu sehen gibt es höchste Höhen und tiefste Abgründe und was er darüber zu erzählen hat, kann einen nicht kalt lassen. Wem das immer noch nicht reicht, der kriegt mit Josef Hader das coolste Feature der Deutsch-Rap-Geschichte serviert." - 9/10
8/10

Kurzfassung

Mit „Tilt“ kann Maeckes einen Großteil unserer Redaktion überzeugen. Die tief-schürfenden Texte lassen mitfühlen, die poppigen Beats gefallen den einen mehr den anderen weniger. Am Ende reicht es für den Orson mit „Tilt“ aber sogar für eine mehr als ansehnliche Punktzahl.

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Yannick ist seit August 2015 Teil der BACKSPIN-Redaktion. Er kümmert sich um alles was mit Reviews und Kritik zu tun hat und studiert nebenbei noch Populäre Musik. Für Hip-Hop verzichtet er also auch mal auf seinen Schlaf - 'cause sleep is the cousin of death.

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  1. Pingback: Maeckes - "Tilt!" (prod. Tristan Brusch & Äh, Dings)

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