Die Meinung der Redaktion zu „The Iceberg“ von Oddisee

IcebergAls eines der ständigen Mitglieder der Mello Music Group ist Oddisee ein Musterbeispiel für einen Unabhängigkeitsgedanken im Musikbusiness. Seit der Labelgründung vor rund zehn Jahren veröffentlichte der Rapper aus DC nahezu jedes seiner Releases über das Independent-Label und bietet es bei Bandcamp.com an. Und tatsächlich ist in seiner Diskographie mittlerweile so einiges zusammengekommen. Neben elf Alben kann der Oddisee auch eine den Jahreszeiten gewidmete Mixtape-Reihe, Instrumental-Platten und eine Hand voll EPs vorweisen. Der Grund: Es gibt immer etwas zu erzählen, zu kritisieren – der Drang Etwas zu bewegen scheint omnipräsent beim 32-jährigen. Hinzukommt, dass das Multitalent seine Releases oft komplett in Eigenregie erstellt. Producer von außerhalb wird man nur höchstselten in Oddisees Studio antreffen. So auch auf der neuen, zwölften LP, die mit Ausnahme von Toine und Oliver St. Louis auch komplett ohne Featuregäste auskommt. Wir haben „The Iceberg“ besprochen.

Oddisee – „The Iceberg“ kaufen 

 

Das sagt die BACKSPIN Gang!
  • 7/10
    Cedric: "Das Album hat einen sehr warmen und souligen Klang, der mich von der ersten Minute an einlullen konnte. Die Texte, die Oddisee rappt, beschäftigen sich gerne mal mit politischen Themen, was mich positiv überraschte. Das Problem ist nur, dass das Album manchmal einfach zu ungefährlich klingt und somit die Highlights fehlen.“ - 7/10
  • 6/10
    Daniel: "Oddisee hält seit Jahren eine hohe Output-Dichte aufrecht, sei es Solo- oder als Kollabo-Partner. Erfreulich ist dabei, dass die Qualität wenig schwankt. Und auch 'The Iceberg' ist ein solides Rap-Album auf dem wir wieder einen Einblick in Oddisees Gedankewelt bekommen. Die Stimmung ist dabei stets locker und unbeschwert, selbst wenn Oddisee sich etwas kritischer gibt. Und das ist auch das größte Problem des Albums: Es bleibt zu unaufgeregt um bei mir wirklich Begeisterung zu entfachen. Es hat durchaus seinen Charme und lässt sich gut durchhören, verankert sich aber nicht wirklich in meinem Gedächtnis. Irgendwie wie der nette Nachbar von nebenan, über den man nichts Böses sagen kann, der einem aber auch nie viel bedeuten wird. - 6/10
  • 7/10
    Yannick W.: "Schläft er eigentlich auch mal? Ich komme bei den ganzen Platten kaum hinterher. Umso schöner, dass mit 'The Iceberg' alles andere als das, was man einen Schnellschuss bezeichnen könnte, entstanden ist. Auf einem sehr smoothen und teils sogar ziemlich verspielten, modernen Soul-Unterbau performt Odd federleicht und gänzlich unbeschwert. Das ändern auch permanente kritische Beäugung von sozialen Problematiken wie Chancendiskrepanzen, Rassismus oder Sexismus nicht. Will man allerdings gänzlich in die Gedankenspiele des Rappers aus DC eintauchen, sollte man Geduld mitbringen. Durch die Informationsdichte ist 'The Iceberg' nicht immer sehr leicht zugänglich – trotz eingängiger Soundkulisse. Eine Counscious-Platte nach dem Lehrbuch, zwar ohne große Ausreißer, dafür aber mit einem entspannenden und sehr kohärentem Gesamtbild. Reiht sich perfekt ins bisherige Untergrund-Lebenswerk ein. - 7/10
  • 8/10
    Niko: "Derbes Album, diese soulige Atmosphäre, die treibenden Drums, seine starke Performance, intelligente Verses. Rund um gelungen und jetzt schon eine Überraschung des Jahres für mich. Denn viele seiner Veröffentlichungen vorher hatten gute Ansätze, fühlten sich aber nicht so rund an, wie das hier. Wohlfühl-Musik." - 8/10
  • 7/10
    Sara: "Eine sehr schöne Platte. Ich mag den dezenten Einsatz von Band-Musik und die groovigen Bässe sehr. Und dennoch verliert das Album durch seinen Rap und Flow den Hip-Hop Sound nicht. Für mich bringt die Platte meine Lieblingselemente zusammen: Groove, Soul und einen interessanten Rapflow. Allerdings bleibt irgendwie doch der große Kracher aus. Aber im gesamten ein wirklich schönes Teil." - 7/10
  • 8/10
    Yannick H.: "Sehr musikalisch, sehr melodisch. Oddisee gibt sich politisch, übt Kritik am System in den USA und setzt sich mit Sexismus auseinander. „The Iceberg“ gibt sich funky, verspielt, erinnert soundästhetisch teilweise an den Soul der 70er-Jahre und weiß, Gitarrenriffs und Drums geschickt ins große Ganze miteinzubauen. Ein MC, der unter dem großen Radar agiert, holt zum großen Wurf aus." - 8/10
  • 7/10
    Lukas: "Ich muss zugeben, dass mir Oddisee vorher nicht viel sagte. Deshalb bin ich sehr positiv überrascht. Positive Vibes werden aufjedenfall groß geschrieben und von den, mit Live-Instrumenten eingespielten, funky-soul Beats unterstrichen. Auch lyrisch bleibt mir nicht viel auszusetzen. Leider fehlt mir insgesamt der große Punkt der mich packt. Definitiv geile Hintergrundmusik vor allem im kommenden Sommer, aber um mich zu fesseln reicht es nicht." - 7/10
  • 8/10
    Anna S.: "Oddisee knüpft an seinen stilvollen Sound an und liefert mit dem neuen Album wiedermal eine sehr melodische und zeitlose Soundkulisse. Mir gefällt 'The Iceberg' ziemlich gut – Oddisee verfestigt seinen Stil und hält seinen innovativen und eingängigen Sound weiterhin aufrecht." - 8/10
7.3/10

Kurzfassung

Auch mit seinem neuen Soloalbum weiß Oddisee noch immer zu überzeugen, findet weiterhin kritische Punkte des amerikanischen Alltagslebens und untermalt dies mit einem eingängigen Soul-Gerüst. So entsteht auch mit „The Iceberg“ ein solides Untergrund-Concious-Werk.

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