Die Meinung der Redaktion zu Sillas „Es war einmal in Südberlin“

silla-es-war-einmal-in-suedberlinNicht nur in den letzten Jahren rund um den Beef mit Ex-Labelboss Fler und die Trennung von Maskulin tat sich viel in Sillas Leben. Der Berliner kann bereits auf ein ziemlich bewegtes Leben zurückblicken, mit seinen Alkohlproblemen geht der „K-K-Killa“ in der Öffentlichkeit sehr offen um. Vor rund einem Monat veröffentlichte er dieses Leben schließlich gedruckt auf Papier, als sein erstes Buch. Wie es sich für einen Rapper gehört, arbeitet Silla seine Vergangenheit allerdings nicht nur durch das geschriebene, sondern auch durch das gesprochene bzw. gerappte Wort auf und präsentiert uns zum Buch auch das gleichnamige Album „Es war einmal in Südberlin“. Mit an Bord sind dabei MoTrip und JokA, RAF Camara, Vega, Remoe, David Pino, Moe und Karen Firlej. Wir haben uns das Album angehört.

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Das sagt die BACKSPIN Gang!
  • 6/10
    Raphael: "Ich war auch mal in Südberlin. Gibt schon abgefuckte Ecken da, aber so ein Sumpf wie es Silla auf 'Es war einmal in Südberlin' ist es nicht. Aber mir gefallen diese dunklen engen Wände, die er bildlich beschreibt, aber oft ist mir das ganze zu pathetisch. Der Titelsong bleibt sofort hängen, 'Die beste Zeit' und 'Auf den Dächern' muss ich dagegen skippen - der Gesang von Karen Firlej und David Pino gehen mir gar nicht rein. Krasser Gegensatz dazu und persönliches Highlight des Albums 'NLP' mit französischer Hook von RAF. Gemischtes Ding für mich. Und Torch in allen Ehren, aber wer braucht 2016 ein Disstrack gegen ihn?" - 6/10
  • 6/10
    Anna G.: "'EWEIS' ist ein gutes Album, in das offensichtlich viel Arbeit geflossen ist. Trotzdem kann Silla mich nicht vollständig überzeugen. Der Sound als Gesamtpacket, sowohl Sillas Stimmfarbe und Rapstil, als auch die Instrumentals sind nicht so ganz mein Geschmack. Einige Tracks haben Hitpotenzial, an erster Stelle ist hier 'Die beste Zeit ist jetzt' zu nennen. Einzelne starke Titel aber als Album nicht ganz rund. Meine Favoriten: Ich habe Torch enttäuscht' und 'Home Sweet Home'. - 6/10
  • 7/10
    Yannick H.: "Ich war bisher nie ein großer Fan von Silla, aber mit seinem neuem Album hat mich der Berliner positiv überrascht. Silla erzählt von seinem Werdegang und bedient nicht mehr ausschließlich die Fitness-Schiene, wie noch auf seinem letzten Release geschehen. Klar, einige Lines klingen arg abgedroschen und wurden schon desöfteren verwendet. Durch gut arrangierte Beats ergibt sich aber ein in sich stimmiges Gesamtwerk, das einen gewissen Pathos versprüht, ohne dabei allzu stark kitschig zu wirken." - 7/10
  • 6/10
    Peter: "Der Charakter Silla machte eine spannende Entwicklung durch und gefällt mir zur Zeit so gut wie nie zuvor. Dennoch bin ich enttäuscht von "Es war einmal in Südberlin". So gut mich die ersten Track überzeugen konnten, so konstruiert klingen die folgenden. Zu viele Gesangsfeatures und zu viel pathetische Zeilen. Alles deutlich besser als sein Vorgänger, aber kein neues Meisterwerk. Abgeliefert hat er aber." - 6/10
  • 7/10
    Niko: "Solides Album. Gute Features. Man bekommt, was drauf steht. Mir an einer oder anderer Stelle ein wenig viel Pathos und zu sehr mit den handelsüblichen Elementen für den Album-Baukasten gearbeitet, aber ich mag seine Stimme, die mir schon ein paar echte Bretter/Klassiker geliefert hat. Starke Nummern gibt es hier auch, das Mittelfeld überwiegt allerdings." - 7/10
  • 7/10
    Yannick W.: "Zum letzten Album 'VAZH' habe ich einfach keinen Zugang finden können, gehörte wohl auch nicht mehr wirklich zur Zielgruppe. Umso erfreulicher für mich, dass es für das neue Album von Silla wieder zurück auf die Straße geht. Mit einer gesunden Menge Pathos, die zur erzählten Story passt und Gott sei Dank nur selten zu dick aufträgt berichtet Silla oft sehr ehrlich und entwaffnend aus seiner Vergangenheit und über den persönlichen Struggle. Einzig die vielen seichten Gesangshooks und Anflüge von Kitsch stoßen mir sauer auf, da sie sich nicht in die düstere Atmosphäre einfügen wollen. Die Ausnahme bildet 'Tarnfarben', das sowohl mit sehr starkem Konzept als auch einer prägnanten Gasthook aufwartet. Viel mehr zu kritisieren finde ich an 'EWEIS' tatsächlich nicht. Ein Streetrap-Album, das die Lust auf ein Schnelles Geld Projekt immer weiter steigert, nächstes Mal darf es dann noch ein bisschen mehr Stringenz sein." - 7/10
  • 7/10
    Shana: "Seit einiger Zeit habe ich bei Silla immer dasselbe Problem: Es fehlt mir irgendwie an Biss. Mir kommt es so vor, als würde er oft in Phrasendrescherei abdriften und die Aussagen verlieren dadurch an Pointierung. Musikalisch gibt's natürlich kaum was zu meckern, da wird das Niveau konstant gehalten. Wie gesagt, das einzige, was ich mir von ihm wünsche, ist wieder etwas fokussierter zu arbeiten." - 7/10
  • 6/10
    Anna S.: "'Es war einmal in Südberlin‘ hat zwei Fassaden. Einerseits zeigt Silla sich von seiner emotionalen Seite und thematisiert Liebe, persönliche Geschichten und unterstreicht diese mit  gesungenen Hooks und seichten Instrumentals. Andererseits kommt der Berliner mit dynamischeren Tracks um die Ecke, durch die die ganze Fassade an Thematiken, wie sie sich scheinbar in seinem Südberlin abspielen, abgedeckt werden.  Die emotionalen Tracks sind mir persönlich zu kitschig und treffen einfach nicht meinen Geschmack. Die energischeren Songs wie 'Selbst ist der Mann‘ holen mich da schon eher ab." - 6/10
  • 6/10
    Niels: "Der größte Unterschied zum Vorgänger 'VAZH' ist zweifelsohne, dass die neue Platte persönlicher und somit auch inhaltlich vielfältiger daherkommt. Besonders bleiben bei mir zu Beginn die Single 'Die beste Zeit ist jetzt', 'Ich habe Torch enttäuscht“ und 'Brennt die Kirche ab' hängen. Besonders herausstechen tut bei den Features Karen Firlej, die besonders auf 'Tarnfarben' die perfekte Hook zum Track beisteuert. Ab Track 11 verliert das Album leider ein wenig an Spannung für mich. Zwar halte ich Silla für einen guten Rapper, dennoch driftet er für mich mit 'Über den Dächern' einen Hauch zu sehr ins Kitschige/Schlagareske ab. - 6/10
6.4/10

Kurzfassung

Unsere Meinungen zum Album zu Sillas Biographie fallen gespalten aus. Während der Streetrap-Part der Platte uns ziemlich überzeugen kann, erntet Silla für den eher seichteren Teil des Albums mehr Kritik. Am Ende reicht es dennoch für eine ziemlich solide Wertung.

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Yannick ist seit August 2015 Teil der BACKSPIN-Redaktion. Er kümmert sich um alles was mit Reviews und Kritik zu tun hat und studiert nebenbei noch Populäre Musik. Für Hip-Hop verzichtet er also auch mal auf seinen Schlaf - 'cause sleep is the cousin of death.

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  1. Pingback: Silla - Ich habe Torch enttäuscht (produziert von Menju)

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