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Die Meinung der Redaktion zu Shindys „Dreams“

shindy-dreams-coverKaum ein Album war in den letzten Tagen so Gesprächsthema wie „Dreams“ von Shindy. Ob es nun die Diskussion über die Deluxe-Box und deren Inhalt oder den deutlich stärker gewordenen Teil von Autotune auf dem Album sind, viele Fans reiben sich an dem dritten Album des Teilzeit-Berliners. Andere sehen es komplett anders, betiteln „Dreams“ als das bisher stärkste Shindy-Album. Für die Entstehung hat er dieses Mal eine etwas größere Gruppe um sich geschart, das Produzententeam Beatzarre und Djorkaeff bekommt dieses Mal Unterstützung von OZ, B-Case, CubeatzKellek BaldwinSpecJeremia Anetor und Nicos Santos. Letzterer ist dann sogar gleich mehrfach als Featuregast dabei, liefert Unterstützung bei den Hooks. Wir haben uns Album Nummer Drei vom egj-Signing angehört.

Shindy – „Dreams“ kaufen

 

Das sagt die BACKSPIN Gang!
  • 9/10
    Freddy: „Fernab der boxinhaltlichen Diskussion zum Releasetag und der 'Nothing Was The Same' Cover-Background-Ähnlichkeit im Vorfeld serviert uns Shindy mit 'Dreams' sein musikalisch bisher bestes Album. Nach wie vor besticht der Dauergast des Zoofensters durch exotische Reime und eine ästhetische Wortwahl. Dabei probiert er sich auf den detailverliebten Instrumentals, die experimenteller denn je klingen, stimmlich stilvoll und facettenreich aus. Meines Erachtens ist die erste Hälfte der Platte aber deutlich stärker als die zweite. Meine persönlichen Favourites sind 'Family First', 'Hallelujah' mit Rin, 'Dreams' und 'Heartbreak Hotel'. Auch wenn Shindy einige neue Soundelemente etabliert bleibt er seinem Style weitgehend treu.“ - 9/10
  • 8/10
    Yannick W.: "Man könnte jetzt wieder diese lästige 'Wie lange ist es noch nur Inspiration?' Diskussion lostreten, ja auch 'Dreams' orientiert sich wieder sehr stark in die Richtung von einigen US-Trends. Man könnte sich aber auch einfach darauf einigen, dass Shindy sich auf 'Dreams' so kreativ und vielseitig zeigt, wie noch nie bisher und verdammt dopen Sound abliefert. Getreu dem Titel geht es etwas weiter weg von klebrig-süßen Instrumentals a la 'FBGM' in Richtung verträumter Sample-Beats mit einer ausgewogenen Mischung aus Trap- und Boom Bap Anleihen gleichermaßen. Auch die Autotune-Spielereien stehen Shindy sehr gut, selbst wenn er auf 'Halleluja' fast Sang- und Klanglos neben Rin untergeht. Generell schafft Shindy es, seine Stimme deutlich vielseitiger in Szene zu setzen. Inhaltlich bekommt man hingegen erwartungsgemäß nicht unbedingt die größte Vielfalt geboten, da stellt der Part von Laas einen schönen Kontrast dar und bildet eins der Highlights auf der insgesamt sehr gut abgestimmten Platte. Vielleicht nicht das 'Album of the Year' aber ein richtiger Stritt in Richtung Sido-, Savas- und Bushido-Level." - 8/10
  • 7/10
    Shana: "Beim ersten Durchgang war ich ehrlich gesagt etwas enttäuscht, mag aber auch an meinen haushohen Erwartungen gelegen haben. Bei 'N.W.A' und 'FBGM' ging es mir genauso. Auch 'Dreams' hat mich erst nach ein paar weiteren Chancen gecatcht. Dennoch fehlt mir der ignorante Laid back Flow, der Shindy für mich bisher ausmachte. Zwar ist er nicht völlig abhanden gekommen, aber ich vermisse ihn stellenweise. Aber: Richtig nices Feature von Rin, Bushido sowieso, dafür hätte man locker auf die Nummer mit Ali verzichten können. Die Kombi mit Laas erscheint mir auch noch sehr gewöhnungsbedürftig." - 7/10
  • 8/10
    Anna S.: "Shindy präsentiert sich auf ‚Dreams‘ vielseitiger und experimenteller, als auf dem Vorgänger. Die Instrumentals sind sehr geschmackvoll, wie viel davon aus der eigenen Komponisten-Ader stammt, sei nun mal dahin gestellt. Die gewohnte arrogante Attitüde, die in der monotonen, gelangweilten Rap-Technik seinen Ausdruck findet, wird durch kleine Autotune-Ausbrüche akzentuiert.  Im Gesamtpaket finde ich das Album stimmig und interessant, was sich aber erst im wiederholten Abrufen der Platte entwickelt hat. Darum gebe ich ‚Dreams‘ noch ein paar Runden, da es mich bisher nicht der Art vom Stuhl gehauen hat, wie es angekündigt war." - 8/10
  • 6/10
    Raphael: "Shindy, Shindy, Shindy… Ein groß angekündigtes Album, aber ich werde kein wohl kein Shindy Fan mehr werden.  Dreams ist natürlich gut produziert, woher die Inspiration kommt, sei mal dahin gestellt. Aber die „die beste Hook“ suche ich vergebens. Teilweise probiert er sich an neuen Flowtechniken, die ich ziemlich gewöhnungsbedürftig. Auf „31. Dezember“ wird er zum Glück mal privat und fragt sich, ob der Weg, den er eingeschlagen hat, überhaupt der richtige ist. So reflektiert darf er sich gerne öfter zeigen." - 6/10
  • 8/10
    Kevin: "Ich habe die Promo-Phase zum neuen Shindy Album wirklich gespannt verfolgt. Das Interview bei uns und das Gespräch mit Jan Wehn haben gezeigt, dass Shindy es satt hat auf Looks und Hype reduziert zu werden. Shindy will, dass wir wissen, dass er genau weiß was er da tut und auch mal 48 Stunden an einem Reim gesessen hat. Dass gleich das Intro stark an das Intro von Drakes Gamechanger 'Nothing Was The Same' erinnert – wohl eine geschenkte Provokation. Generell muss man sagen, dass die Endreime auf 'Dreams' – auch an Shindy eh schon hohem Level gemessen – sehr stark sind. Die Beats sind mal nah am Zeitgeist, mal erstaunlich moderner Boom Bap. Viele mögen die kleine Themenauswahl bemängeln. Ich fühle mich eher entertaint von diesem völlig abstrusen Rockstar-Gehabe. Das, was mich an 'Dreams' stört, sind der offensichtliche 'Sex ohne Grund'-Nachfolger und im Generellen sind mir die Hooks von Nico Santez etwas zu cheesy." - 8/10
  • 8/10
    Peter: "Nachdem sein Debütalbum zum meistverkauften Geheimtipp der Neuzeit wurde, 'FBGM' nach einer Kompilation seiner Lieblingstracks klingt, Bushido und Shindy hoffentlich noch heute den 'Watch the throne'-Vergleich im Rahmen ihrer 'Cla$$ic'-Promophase bereuen, erwartet uns mit 'Dreams' das heißerwarteste Album des Jahres, definitv. Shindy schafft es sich in das richtige Licht zu stellen und den Hörern zu vermitteln, so nah am Zeitgeist zu sein wie kaum ein anderer. Aber auch der deutsche Sound hat sich weiterentwickelt. Waren seine Beats auf 'NWA' noch herausstechend, sind heute Beats jenseits der 80 BpM-Gürtellinie nicht mehr ungewöhnlich. Seine Texte entwickelten sich jedoch weiter. Der Blickwinkel ist nunmal ein anderer aus dem 29. Stock. Eigene Textpassagen, wie in '31. Dezember', in Frage zu stellen und ein Skit wie jenes von Laas mit einer konträren Aussage direkt nach seinem eigenem Track einzubauen, zeugt von Stärke. Das Album haut wahrscheinlich weniger Hörer vom Hocker als vorherige Release, aber es sitzen bereits genug hinter eben diesem." - 8/10
  • 8/10
    Anna G.: "Man sollte einen Künstler nicht an seinem Hype messen und auch von einem Shindy nichts übermenschliches fordern. Aber natürlich lagen die Erwartungshaltungen hoch. Ich finde Shindy hat abgeliefert, in 'Dreams' steckt viel Arbeit und das hört man. Ein deutlich experimentelleres Soundbild, als bei 'NWA' und 'FBGM' - musikalisch sehr facettenreich. Auch wenn das Team um ihn größer geworden ist, 'Dreams' ist 100 Prozent Shindy. Dass er sich weiterentwickelt und nicht auf jedem Album dasselbe macht, sollten auch die Fans positiv bewerten. Und ja, die 'Monogramm'-Hook kann tatsächliches einiges." - 8/10
  • 6/10
    Yannick H.: "Viel Hype um dann doch relativ wenig. Lyrisch hatte ich keine zu großen Erwartungen an 'Dreams', aber auch die Beats fallen mir teils zu soft, teil zu sehr von Autotune beeinflusst aus. Die bereits vorab veröffentlichten Singles 'Roli' und 'Statements' sind feierbar, der Rest lässt zu wünschen übrig. Schade, da Shindy mich speziell mit 'FBGM' und der dort vorgetragenen Arroganz und Ignoranz überzeugen konnte. Auf 'Dreams' funktioniert das nur noch sehr bedingt." - 6/10
  • 8/10
    Niko: "Trotz aller (mitunter begründeter) Plagiatsvorwürfe hat Shindy immer noch ein Gespür für die Atmosphäre dies es braucht, auf seinen Film zu kommen. Die richtige Prise Arroganz und Größenwahn zusammen mit Zeitgeist in Wort und Ton macht auch 'Dreams' zu einem guten Album. Am Ende nehmen sich viele da draußen Vorbilder aus Übersee und dem Nachbarland und 'interpretieren' sie neu. Shindy am Ende halt noch erfolgreicher als andere." - 8/10
7.6/10

Kurzfassung

Im Gesamten kann uns Shindy mit „Dreams“ ziemlich überzeugen. Auch wenn jeder seine eigenen kleinen Mängel an der Platte findet, entwickelt sich der ego-Künstler auf seiner dritten LP in eine gute Richtung weiter.

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Yannick ist seit August 2015 Teil der BACKSPIN-Redaktion. Er kümmert sich um alles was mit Reviews und Kritik zu tun hat und studiert nebenbei noch Populäre Musik. Für Hip-Hop verzichtet er also auch mal auf seinen Schlaf - 'cause sleep is the cousin of death.

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