Die Meinung der Redaktion zu Manuellsens „Gangland“

manuellsen-gangland-coverIm letzten Jahr ließ Manuellsen seinen ganzen, über die Jahre angesammelten Frust heraus. Auf „Kill em all“ wurde mit so einigen abgerechnet, jetzt führt uns der Ruhrpottler ins „Gangland“. Auch auf dem neuen Album werden natürlich wieder einige Ansagen verteilt, gleichzeitig spielt der „König im Schatten“ erneut sein Gesangstalent aus. Für „Gangland“ hat sich der Mühlheimer einige Unterstützer geholt, mit an Bord auf dem Album sind VegaSnaga und PillathZunaKEZZemineMichelle und Moe Phoenix ,die Produktion hat weitestgehend Gorex übernommen. Das Album erscheint über sein eigenes Label König im Schatten.

Manuellsen – „Gangland“ kaufen

Das sagt die BACKSPIN Gang!
  • 7/10
    Niels: "Mit der neuen LP macht Manuellsen ein weiteres Mal ein paar ordentliche Fortschritte. Noch stimmiger, noch atmosphärischer und vor allem musikalischer geht es hier im direkten Vergleich zu „Killemall“ zu. Während die erste Hälfte überwiegend nach vorne geht, nimmt „Paff Paff“ gelungenen das Tempo heraus und bietet zusammen mit „Laufen auf Wasser“ eine ruhige und gut platzierte Abwechslung, die der sonst überwiegend düster gehaltenen Platte meiner Meinung nach sehr gut tut. Ein Highlight ist zweifelsohne das überraschend persönliche „Gewartet“, das den Schlussstrich der Platte darstellt und dem leider durch das Outro ein wenig der Wind aus den Segeln genommen wird." - 7/10
  • 7/10
    Niko: "Für mich ist Manuellsen als künstlerisches Gesamtpaket immer noch einer der stärksten Allround-Performer, die Deutschrap hat. Das hat er für mich in der Vergangenheit schon auf einigen Songs bewiesen, auf Albumlänge aber früher nicht den Punkt getroffen. Das bekommt er jetzt hin. Schon der Vorgänger war sehr amtlich und auch dieses Album verkörpert wieder viel von dem, was ich in seiner Musik sehe. Das bedeutet am Ende zwar noch immer nicht volle Punktzahl, alleine schon weil mir persönlich die eine oder andere Gesangsnummer zu viel auftaucht und ich ihn auf ruhiger, deeper Storyteller-Straßen-Attitüde eher folge. Allerdings ist er heute noch einer von wenigen auf dem hiesigen Spielfeld, der die beiden Mittel R'n'B und Rap verbinden kann, ohne das es schmerzt. Und davon gibt es wenige." - 7/10
  • 7/10
    Peter: "Meiner Meinung nach ist der Ruhrpott die beste Keimzelle für deutschen, authentischen Rap und Manuellsen ist eine der Speerspitzen, ohne Frage. Sein letztes Album lieferte einige Banger, die heute noch wöchentlich den Weg in meine Wiedergabeliste finden. 'Gangland' klingt glücklicher, weniger wütend. Diese musikalische Note fehlte dem letzten Album, mir aber nicht. Einige Nummern, vorallem im letzten Drittels des Langspielers, kommen mir mit zu viel Pathos daher. Die restlichen Anspielstationen finde ich jedoch durchgängig stark. Ich bin kein Fan von Gesangsfeaturen, dafür gibt es extra Punkte für die Zusammenarbeit mit Snaga und Pillath. Manuellsen ist ein starker Charakter und 'Gangland' ein Soundtrack seines letzten Jahres, mit Monaten voller Zufriedenheit, düsteren Tagen und vielen Kilometern auf zwei Rädern auf der Straße." - 7/10
  • 8/10
    Anna G.: "Auf 'Gangland' finden sich richtige Bretter, allerdings kann mich Manuellsen mit manchen Liedern so gar nicht abholen. Das Album startet mit 'Ikarus', 'Money' und 'Bereit zu sterben' sehr stark. Beats und Lyrics ballern und machen Lust auf mehr. Dann folgen einige Lieder, die in meinem Ohren sehr ähnlich klingen und bei denen ich nicht genau weiß, was die Texte aussagen sollen. Die Abwechslung von Rap- und Gesangsparts gefällt mir grundsätzlich aber sehr gut. Weitere Highlights: 'Kimme und Korn' und der Titeltrack 'Gangland'. 'Die Irokesensituaton' hätte für meine Verhältnisse aber so gar nicht sein müssen, aber andererseits ist das wahrscheinlich auch typisch Manuellsen." - 8/10
  • 6/10
    Yannick W.:"Auf 'Kill em all' hat sich Manuellsen trotz eines sehr selbstbewussten Soundbilds für meinen Geschmack zu oft in Selbstmitleid und Unverständnis verloren. In diesem Punkt kann sich 'Gangland' auf jeden Fall vom Vorgänger abheben, Manuellsen klingt ausgeglichener als noch vor einem Jahr. Durch seine beeindruckende Stimme kann der Ruhrpottler über einen Großteil der Albumlänge eine tolle Atmosphäre erzeugen, warum er aber an Stellen zu Gesangsfeatures greift, die er selber besser hätte liefern können, bleibt mir ein Rätsel. Ein kleiner Wehmutstropfen ist, dass man über einige Strecken zu viel Phrasen und bereits gehörtes präsentiert bekommt. Ein tolles Gegengewicht dazu bilden das sehr persönliche 'Gewartet' und die lustige, energische Pott-Hymne 'Manta' mit wie immer unglaublich sympathischen Snaga & Pillath. Manuellsen nutzt sein Potential immer mehr." - 6/10
  • 4/10
    Edoardo: "Manuellsen fährt mit 'Gangland' sicher; lediglich das Sound-Bild klingt noch düsterer und minimalistischer als zuvor. Schade, dass die markante Stimme allzuoft hinter Floskeln und Voice-Effekten verschwimmt." - 4/10
  • 7/10
    Anna S.: "Gangland‘ ist ein düsteres Straßenrap-Album. Ein paar Funken Helligkeit bekommt es durch diverse Vocals und sanfte Beats mit elektronischen und gitarrenlastigen Instrumentals. Der Longplayer bewegt sich zwischen aggressiven Battlerap-Tracks und seichten, emotionalen Stücken hin und her. Damit entspricht es dem klassischen Konzept, um ein vielseitiges und abwechslungsreiches Album bieten zu können. Manuellsens tiefe Stimme macht sich erstaunlich gut auf den zumeist elektronischen Klängen. Das Ganze ist in sich stimmig, holt mich aber nicht wirklich ab." - 7/10
6.6/10

Kurzfassung

Mit „Gangland“ macht Manuellsen einen weiteren Schritt in die richtige Richtung und kann uns weitestgehend überzeugen. Das düstere Soundbild und seine markante Stimme bilden eine gute Einheit, das Album stellt eine weitere Steigerung zum Vorgänger dar.

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Yannick ist seit August 2015 Teil der BACKSPIN-Redaktion. Er kümmert sich um alles was mit Reviews und Kritik zu tun hat und studiert nebenbei noch Populäre Musik. Für Hip-Hop verzichtet er also auch mal auf seinen Schlaf - 'cause sleep is the cousin of death.

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