Die Meinung der Redaktion zu „Kamikaze“ von Pilz

Kamikaze-750x750Durch ihre harten, provokanten und gleichermaßen kritischen Texte konnte sich die Ex-VBT Teilnehmerin Pilz schnell einen Namen in der Szene machen, als Markenzeichen trug sie eine auffällige Schafsmaske. Für den Zweitling wurde die allerdings abgelegt, mittlerweile zeigt die Lübeckerin auch ihr Gesicht. Auch an Rückhalt mangelt es Pilz sicherlich nicht, Props gab es unter anderem von Baba Saad oder Orgi, den sie sogar auf seiner Tour begleitete und auf einem seiner Alben gastierte. Wie schon der Vorgänger erscheint auch „Kamikaze“ über Wolfpack Entertainment und kommt mit zwei sehr überraschenden Featuregästen daher. Zum einen gibt es Marcus Staiger zu hören, allerdings nur in einer Sprecherrolle, zum anderen konnte Pilz auch ihren Labelchef D-Bo dazu begeistern, sich nach einigen Jahren wieder in die Booth zu stellen. Als dritter Gast reiht sich das ehemalige Die Sekte-Mitglied Vokalmatador ein. Wir haben uns „Kamikaze“ angehört.

Pilz – „Kamikaze“ kaufen

Das sagt die BACKSPIN Gang!
  • 5/10
    Anna G.: "Pilz ist gegen die Kultur und 'Kamikaze' steckt voller sozialkritischer und politischer Messages. Auch wenn sie den Schwerpunkt diesmal vielleicht anders setzten wollte, ihre Stimme klingt nach Battlerap. Das Pilz eine talentierte Rapperin ist, hat sie in der Vergangenheit schon gezeigt und stellt es auf 'Kamikaze' erneut unter Beweis. Aber trotz aller Skills - ihre teils sehr schrille Rapstimme ist einfach nichts für mich, daher die niedrige Wertung." - 5/10
  • 9/10
    Shana: "Klingt komisch, ist aber so: Ich als Frau tu mich echt schwer damit, Frauenrap zu feiern. Pilz gehört definitiv zu den wenigen Ausnahmen. An 'Kamikaze' habe ich nichts auszusetzen. Ich feier ihre dreckige, rotzige Art. Genau so sieht es bei Featuregästen, Thematiken und Produktion aus. Wer Pilz noch nicht auf dem Schirm hat, sollte das genau jetzt ändern." - 9/10
  • 7/10
    Yannick H.: "Frech, laut, selbstbewussst – Attribute, die das Album von Pilz gut beschreiben. Vor Schwesta Ewa, SXTN & Co braucht sich die Battlerapperin zumindest nicht verstecken. Hier liegt aber auch schon das große Problem: die Battlerap-Schiene wird so intensiv bedient, dass es mir persönlich schon wieder einen Ticken zu viel ist. Vielversprechende Ansätze machen aber Lust auf mehr, an Stil und Themenvielfalt lässt sich mit Sicherheit noch arbeiten." - 7/10
  • 4/10
    Niko: "Sorry, komme ich nicht mit klar. Schaffe es einfach nicht, zu mehr beim durchzudringen, weil alleine die Stimme mich schon zu sehr anstrengt. Dabei scheint sie inhaltlich angenehm weitsichtig zu sein. So weit komme ich aber leider nicht..." - 4/10
  • 6/10
    Edoardo: "Die Rapperin beherrscht jeden einzelnen Part auf dem Album aus dem Stegreif – das untermauert ihre Battle-Erfahrung und legitimiert sie als MC. Nichtsdestotrotz offenbart sich die LP lediglich als horizontal kreativ und birgt bis auf einige interessante Perspektiven wenig Neues im Braggadocio." - 6/10
  • 7/10
    Yannick W.: "Der Sound ist absolut kompromisslos, Pilz' Flows preschen aggressiv nach vorne. Durch ihre markante Stimme bleibt die Platte zwar auch langfristig hängen, man sollte sich allerdings bereits im Vorhinein im klaren darüber sein, dass das Album dadurch ziemlich hektisch ausfällt. Durch das drückende Tempo bleiben angesprochene Themen wie Kapitalismus- und Systemkritik teils leider auf der Strecke, dennoch: Der Ansatz und die Attitüde gefallen mir sehr gut, bei der Umsetzung darf hier und da noch etwas nachjustiert werden." - 7/10
6.3/10

Kurzfassung

Zum zweiten Album von Pilz gehen unsere Meinungen auseinander. Während die einen der Platte der Rapperin aufgrund der ungewöhnlichen Stimme schlecht folgen können, finden andere sehr viel Gefallen an „Kamikaze“.

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Yannick ist seit August 2015 Teil der BACKSPIN-Redaktion. Er kümmert sich um alles was mit Reviews und Kritik zu tun hat und studiert nebenbei noch Populäre Musik. Für Hip-Hop verzichtet er also auch mal auf seinen Schlaf - 'cause sleep is the cousin of death.

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