Die Meinung der Redaktion zu Kalims „Odyssee 579“

kalim-odyssee-579-coverVor rund fünf Jahren signte Xatar noch aus seiner Haft den jungen Hamburger Rapper Kalim. Einige Zeit ging ins Land, bis man schließlich im Jahr 2014 das von Reaf und David Crates Debüt-Mixtape „Sechs Kronen“ zu hören gab. Typisch für AoN wurde der Sound von staubigen Drums und Oldschool Flavour getragen. Ganze zwei Jahre ließ sich der Hamburger dann für sein erstes Album Zeit, dieses Mal nur noch von David Crates produziert. Dabei unterscheidet sich der Sound stark vom Vorgänger und auch allen übrige Releases aus dem Hause AoN. Für sein erstes Album wählen Kalim und sein Produzent ein deutlich moderneres Beatkonstrukt. Features stammen dabei von seinen beiden Labelkollegen SSIO und Xatar, sowie Trettmann und Chefket. Wir haben über die Odyssee von Kalim nachgedacht.

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Das sagt die BACKSPIN Gang!
  • 8/10
    Kevin: "Kalim liefert mit 'Odyssee 579' das für mich stärkste Straßenrap-Album dieses Jahres ab. Unerwartete Features, kompromisslose Ansagen, aber auch popkulturelle Querverweise, die zeigen dass der Hamburger nicht mit Scheuklappen durch die Welt rennt. Hamburg bleibt weiterhin auf der Karte." - 8/10
  • 8/10
    Shana: "Bei einem Label wie AoN hatte ich ehrlich gesagt befürchtet, dass Kalim zwischen Charakteren wie Ssio, Schwesta Ewa und Xatar untergeht. Mit 'Odyssee 579' hat sich diese Befürchtung nicht bestätigt. Kalim liefert das klassische Strassenrap-Album, das dennoch eigen wirkt. Außerdem mag ich, dass man den Hamburg-Touch raushört." - 8/10
  • 9/10
    Yannick W.: "Mit 'Sechs Kronen' konnte Kalim einen wahnsinnig vielversprechenden Einstand im Rap-Game bieten. Auch wenn die Beats auf dem Debütalbum eine 180° Wende vollziehen, wird der AoN-Schützling mit der ersten LP den Vorschusslorbeeren gerecht. Mit seinem Crackdealer-Sound erfindet Kalim das Rad bei weitem nich neu, verpackt das Ganze allerdings so packend, wie kaum jemand in den letzten Jahren. Seine Odyssee durch Billstedt ist vom ersten bis zum, nebenbei angemerkt sehr emotionalen, letzten Part wirklich fesselnd. Die Geschichten sind unglaublich bedrückend und düster, mit 'PlayList' ist eine gut gesetzte, nötige Verschnaufpause dabei. Getragen werden Kalims Storys von sehr modernen Drum-Sounds, die dem klassischen AoN-Fan vielleicht nicht so zusagen könnten, mir aber verdammt gut gefallen. Die beste Hamburger Straßenrap-Platte kommt in diesem Jahr ausnahmsweise nicht aus dem Hause 187." - 9/10
  • 8/10
    Raphael: Kalim ist hungrig. Das sagt er und man hört es. Auf 'Odyssee 579' liefert der Hamburger zu aktuellem Sounds seine Geschichten von der Straße erzählen. Erfindet nicht das Rad neu, aber findet für mich seinen Platz irgendwo zwischen Olexesh und 187. Für die gut gewählten Features mit Xatar, SSIO und Trettmann gibt es Pluspunkte. Ein wenig mehr thematische Abwechslung wäre aber wünschenswert, ansonsten ein rundes Ding." - 8/10
  • 8/10
    Anna S.: "Starkes Debütalbum. Kalim präsentiert sich vielseitig und kann überzeugen. Die Instrumentals sind durch die Bank weg sehr geschmackvoll - die AoN-Einflüsse sind deutlich hörbar. Trotzdem präsentiert der Hamburger seinen eigenen Stil. Mit einem wechselnden Flow, der keinesfalls aufgesetzt wirkt, wird thematisch die klassischen Streetrap-Marterie abgehandelt. Im Vergleich zu den übrigen AoN-Signings nimmt Kalim hierbei aber eine düstere, ernstere Haltung ein. Bester Track für mich 'Odysee Freestyl', da er als melancholischer Track aus dem Gesamtkonzept hervorsticht und sich trotzdem der Soundästhetik des Albums anschmiegt." - 8/10
  • 8/10
    Yannick H.: "Die Jungs (und Mädels natürlich) aus dem Hause AoN sind thematisch leicht einzuordnen, werden doch zumeist Themen wie der schnöde Mamnon, der Konsum von Gras und der Handel mit diesem sowie Ärger mit Justizia behandelt. Ähnlich verhält es sich auch bei Kalims Debütalbum, welches im düsterem Soundgewand daherkommt (klar, Straße = Tristesse), die altbekannten Storys erzählt, dabei aber nicht langweilt. Der Hamburger bedient nicht mehr nur ausschließlich den Westcoast-Stil, ist lyrisch on point, bringt die Ghetto-Stimmung gut rüber, überrascht mit dem Trettmann-Feature und lässt das Album mit Chefkets Unterstützung und dem Auseinandersetzen mit einem menschlichen Verlust deep ausklingen." - 8/10
  • 8/10
    Peter: "Mit Beats, deren Drums an alte Klassiker erinnern und die Melodie dem Zeitgeist sehr nahe ist, ohne dabei wie eine peinliche Kopie zu wirken zieht Kalim mich in den Hamburger Osten. Die drückende Stimmung findet sich in seiner Delivery genauso wie der Dreck der Straße wieder. Generell ist das ganze Release sehr atmosphärisch. Seien es das unkonventionelle Cover oder Videos in 4:3. Mich spricht der AoN-Künstler damit an. Besonders stark finde ich, dass keines der Features ausgekoppelt wurde. So verstecken sich neben den Singles noch richtige Bretter auf der Reise durch 579. Kalim hat sich weiterentwickelt. Wer ihn lieber auf klassischen Boom Bap hört, ist mit "Sechs Kronen" gut bedient, ich versteh das Problem jedenfalls nicht." - 8/10
  • 9/10
    Anna G.: "Für mich einer der stärksten Rapper der neuen Generation. Man nimmt ihm ab, was er rappt und man hört seinen Hunger. Auch wenn man die Drogen- und Straßenkriminalitäts-Thematik schon oft gehört hat, gelingt es Kalim diese Inhalte neu und vor allem sehr musikalisch zu verpacken. Dabei zeigt er vor allem seine raptechnische Vielseitigkeit, ein sehr gelungenes Debüt." - 9/10
8.3/10

Kurzfassung

Mit seinem Debütalbum kann uns Kalim geschlossen überzeugen, mit seinen düsteren Straßengeschichten aus Hamburg kann der AoN-Musiker die hohen Erwartungen erfüllen.

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Yannick ist seit August 2015 Teil der BACKSPIN-Redaktion. Er kümmert sich um alles was mit Reviews und Kritik zu tun hat und studiert nebenbei noch Populäre Musik. Für Hip-Hop verzichtet er also auch mal auf seinen Schlaf - 'cause sleep is the cousin of death.

1 Comment

  1. Pingback: Trap auf Deutsch in Albumlänge, geht doch: Kalim - Odyssee 579 (Stream)

  2. Stuttgart

    14. November 2016 at 17:18

    Viele meinen Kalim soll es lassen mit Trap.
    Meine Meinung dazu : Ihr habt keine Ahnung von echter Musik. Wer genau jedes einzelne Lied genau durchhhört, merkt was für ein krasses Album es geworden ist ! Vorallem jeder Song hat seinen eigenen Sinn. Es steckt sicherlich sehr viel Arbeit dahinter. Kalim hat mit dem Album die 1 in den Charts verdient

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