Die Meinung der Redaktion zu Frank Oceans „Blonde“

blonde_frank_oceanDie Verwirrung um das zweite Studioalbum von Frank Ocean hätte beinahe größer nicht sein können. Nachdem uns der Sänger stolze vier Jahre auf sein zweites Soloalbum warten ließ, gab es am Freitag vor Release das gemeinhin als „Visual Album“ titulierte Projekt „Endless“ zu hören bzw. sehen. Ob es sich dabei um das lange angekündigte Album „Boys don’t cry“, unter neuem Namen handelte, konnte zu der Zeit nur gemutmaßt werden. Schließlich ging einige Tage später, exklusiv bei Apple Music, ein neues Projekt online. Dabei handelte es sich nicht um das 45-Minütige „Endless“, sondern um das Album „Blonde“ (formaly known as „Boys don’t cry“), das insgesamt 17 Tracks umfasst. Wie zu erwarten war, geben auch die Credits sehr viele große Namen her, unter anderem haben Kanye West, Kendrick LamarBeyoncéAndre3000, Pharrell, Jamie XX, Rick Rubin, sein Odd Fututre-Kollege Tyler the Creator und sogar der in diesem Frühjahr verstorbene David Bowie an der Platte mitgewirkt. Wir haben uns das zweite Werk vom Musiker aus Long Beach angehört.

Frank Ocean – „Blonde“ streamen

 

Das sagt die BACKSPIN Gang!
  • 8/10
    Niko: "Unheimlich reduziert, unheimlich emotional. Und von den Features, die auf dem Album 'sein sollen', ist kaum bis gar nichts zu sehen und hören. Das macht das Album irgendwie schwerer greifbar, aber genauso herrlich unprätentiös. Dabei muss man Frank Ocean fraglos immer noch als den Soul-Künstler der Neuzeit bezeichnen. Auch, wenn 'Blond' keine Hits, nichts zum mitsingen oder für Live-Erlebnisse bietet. Eine Stunde Ruhe und dann das Album wirken lassen, ist da die bessere Variante." - 8/10
  • 8/10
    Yannick W.: "Nur wenige Alben in meinem CD-Regal sind in den letzten Jahren so gut gealtert, wie 'Channel Orange', dennoch, so langsam wurde es wirklich Zeit für einen Nachfolger. Da kann es auch durchaus mal vorkommen, dass ich im Dreieck springe, weil ein neuer Livestream online geht, nur um Frank Ocean dann beim Schreinern zuzusehen. Irgendwann war 'Blonde' dann aber doch da und hat mich nach dem ersten Hören mit einem großen Fragezeichen auf der Stirn zurückgelassen. Das Album ist nur schwer greifbar. Es geht den unerfüllbar hohen Erwartungen aus dem Weg, indem es einfach etwas ist, was wohl wirklich niemand erwartet hat. 'Blonde kommt, was sich nach einen bunten Pop-Epos wie 'Channel Orange' durchaus komisch anhört, komplett ohne eine herkömmliche Single aus. Es ist ein Album zu Alleine hören, entdecken und wirken lassen. Man merkt dem Album auch die lange Arbeitszeit an, jede einzelne Zeile, bis auf den letzten Satz in einem Skit, sind perfekt durchdesignt, sogar die Adlips stammen von so großartigen Musikern und Textern, wie Kendrick Lamar oder Andre 3000 und trotzdem wirkt das Album weitestgehend recht roh und zurückgenommen. Nach mittlerweile drei Wochen intensiven Hörens kann ich noch immer einige kleine Überraschungen und Kniffe entdecken. Ich bin mir sicher, dass 'Blonde' ebensogut altern wird, wie sein Vorgänger und sicherlich den ein oder anderen großen Künstler von morgen prägen wird." - 8/10
  • 6/10
    Christian: "Mit Frank Ocean ist das so eine Sache. Er ist auf jeden Fall ein begnadeter Künstler. Er bleibt seiner Linie auch weiter treu und macht auch auf seinem neuen Album das, was er am besten kann. R'n'B auf langsamen Beats. Mir wird es dann aber nach ein paar Tracks zu 'schmalzig' und einseitig. Die Tracks 'White Ferrari' und 'Pretty Sweet' haben sich für mich aus der Platte herauskristallisiert." - 6/10
  • 10/10
    Can: "Vier verdammt lange Jahre waren es, in denen ich verbittert sehnsüchtig und schon fast hasserfüllt auf Frank Oceans nächstes Album gewartet habe. In diesen Jahren hat sich vor allem die Angst vor der Enttäuschung in mir breit gemacht, aber vollkommen zu unrecht. 'Blonde' ist eines der besten Alben diesen Jahres und wahrscheinlich das beste R'n'B Album seit 'Channel Orange'. Franks Ästhetik ist kaum greifbar und jede der 17 Anspielstationen, auch die Skits, lassen die Musik im eigenen Körper spürbar werden. Eine unfassbare Gelassenheit mit subtilem Stress, viel Emotionen und Selbstreflexion machen 'Blonde' zu einem gestandenen Werk. Wer es, weiß Gott wie, geschafft hat, die physische Version zu erwerben, wird auf 'Nikes' einen Part von KOHH finden, der einfach nicht von dieser Welt ist." - 10/10
  • 7/10
    Yannick H: "Solide Platte, jedoch hat mich 'Channel Orange' mehr angesprochen. Zu viele Skits stören den Hörfluss, die elektronischen Elemente wollen nicht so Recht zu Oceans Musik passen. Dass er ein begnadetes Talent hat, steht außer Frage und ist auch oftmals auf 'Blonde' zu hören. Die dargebotenen 17 Tracks lassen mich auch nicht enttäuscht zurück, dafür ist allein der Beginn mit 'Nikes', 'Ivy' und 'Pink + White' zu stark und einnehmend. Eine Steigerung nach oben ist aber ohne Zweifel auch noch möglich. Experimentieren ja, sich dabei seiner Stärken berauben nein." - 7/10
  • 9/10
    Kevin: "Gefühlt habe ich eine Woche lang auf diesen von Prank Ocean ins Leben gerufene Livestream gestarrt und auf das Album gewartet. Außer ein paar zurecht geschusterte Möbel hat uns Mr Oean allerdings nicht viel angeboten. Jetzt, wo 'Blonde' endlich draußen ist, gibt uns der gute Frank weitere Rätsel auf. Wo sind die Hits? Wo sind die Ohrwürmer? Die Antwort auf diese Fragen ist relativ simpel: Es gibt sie nicht und man braucht sie auch nicht. Das Album läuft perfekt wie aus einem Guss. Im Grunde läuft es bei mir rund um die Uhr. Man erfreut sich immer wieder auf bestimmte Stellen, die Skits kommen immer wieder überraschend und lassen ein jedes Mal ein neuen Satz entdecken, über den man auch mal ein, zwei Sekunden länger nachdenkt. Lange musste man warten und nun kann man ebenso viel Zeit dafür aufbringen all die versteckten kleinen Hits für sich zu entdecken und liebzugewinnen. - 9/10
  • 8/10
    Peter: "Ein Geständnis zum Anfang. Ich habe 'channel Orange' nicht totgehört, noch die Tage im Kalender wartend auf sein neues Release durchgestrichen. Es ist mir auch unangenehm, ja. Ich sitze also ohne eine Erwartungshaltung vor 'Blonde' und bin schwer beeindruckt. Es klingt alles so in sich stimmig, dass ich ihm höchstens vorwerfen kann, dass das Soundbild zu einheitlich ist. Aber dafür kriegt er maximal Abzüge in der B-Note. Alles andere wie Inhalt, Atmopshäre oder Delivery lassen keinen Zweifel daran, dass sich das Warten wohl gelohnt hätte." - 8/10
  • 9/10
    Diana: "Ein großartiges Album. Frank Ocean hat seinen Stil, der sich durch das ganze Album zieht, und trotzdem bleibt es vielfältig. Seine Rap-Technik ist fresh und sitzt, die Stimme interessant und ich finde die Beats super mit ihrem reduzierten Tempo und der weichen Atmo. Es ist auch hier und da Gesang dabei, was mir aber nicht zu viel Pop ist. Dazu coole Texte mit zwischendurch ein paar guten wahren Worte über Drogen im Skit. Einzig gegen Ende ist es mir doch ein bisschen zu wenig Abwechslung im Tempo, da die Beats durchgehend sehr langsam sind. Aber für die richtige Stimmung finde ich es top- ein Album, das sich bestimmt länger in meiner Playlist befinden wird." - 9/10
8.1/10

Kurzfassung

Mit seinem zweiten Album kann uns Frank Ocean weitestgehend überzeugen, auch wenn ‚Blonde‘ nicht jeden persönlichen Geschmack perfekt trifft, weiß es einen in den Bann zu ziehen.

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