Die Meinung der Redaktion zu “Engel mit der AK” von Seyed

Seyed ist ein Künstler an dem sich die Geister scheiden. Der neue Schützling von Kollegah und erstes Signing bei dessen Label Alpha Music Empire zeigte sich im Vorhinein sehr spendabel, was Einblicke in seine erste Platte angeht. Neben über einem Dutzend Handyvideo Freestyles auf der „Redlight Tour“ vom Labelboss gab es auch auf sage und schreibe acht Videos zu sehen. Auf stolzen fünf davon wurde der Newcomer von Kollegah unterstützt. Neben den Kollaborationen auf dem Album dürfen sich die Käufer der Box sogar auf ein komplettes „Tagteam Mixtape“ der beiden Alpha Music Empire Rapper freuen. Damit umfasst das Debüt amtliche 31 Anspielstationen, auf denen außerdem Farid Bang und Kurdo mitmischen. Auch in den Charts war der Newcomer auf Anhieb erfolgreich und platzierte seine erste Platte auf Anhieb in den Top 3. Ob die Musik dem Erfolg gerecht wird, haben wir besprochen.

Seyed – “Engel mit der AK” kaufen

 

Das sagt die BACKSPIN Gang!
  • 3/10
    Zino: "Das Positive zuerst: die Produktionen sind astrein. An dem Sound an sich ist überhaupt nichts auszusetzen und auch Rap-Technik kann man Seyed nicht absprechen. Punchlines und Reime wirken für mich allerdings eher hingeschmiert und nach dem Motto: "Hauptsache reimt sich" aneinander geschustert. Auch die Themensongs hat man so oder so ähnlich schon etliche Male gehört - "Bessere Welt Slut" gefällt mir trotzdem ganz gut. Alles in Allem holt mich Seyed mit seinem Debütalbum leider nicht ab. Mal schauen was da in Zukunft noch passiert. - 3/10
  • 6/10
    Yannick H.: „Ratternde Gewehre in der Hook, Bossplayer-Attitüde á la Labelboss Kollegah – nichts Innovatives, das der Wiesbadener auf seinem Debütalbum offeriert. Jedoch ist von hochwertigen Produktionen zu sprechen, so wie es sich für den Zögling des Bosses auch gehört.“ - 6/10
  • 2/10
    Shana: „Seyed ist für mich der personifizierte 0815-Rapper. Ein bisschen Ghetto, ein bisschen Melancholie, aber eben nichts so richtig. Hinzu kommt zwar eine solide Produktion, aber Technik, die nur als „so lala“ zu beschreiben ist. Heraus kommt jedenfalls schlussendlich eines der langweiligsten Alben dieses Jahres, kann immerhin auch nicht jeder von sich behaupten.“ - 2/10
  • 3/10
    Yannick W.: „Theoretisch macht Seyed garnicht so viel falsch auf seinem Debüt und trotzdem verläuft das Release total in der Belanglosigkeit. Das liegt daran, dass das meiste auf dem Album auf einem absolut durchschnittlichen Level stattfindet. Die Beats schwanken zwischen cool und austauschbar, die Rap-Technik ist durchweg ‚ok‘. Die Texte sind dabei alles andere als die Neuerfindung des Rades, vom grundlosen Massen-Namedropping, über einen Fake-Friends Song, bis hin zum klassischen Representer, oder dem Song gegen die Ex, gab es alles, was Seyed auf dem Album macht schon - nur halt in deutlich spannender. Die oft eingestreuten Gesangshooks sind handwerklich auch mehr als solide, passen aber meist einfach nicht zur Stimmung des Songs. Auch die häufige Unterstützung vom Entdecker Kollegah ist zugleich Fluch und Segen für Seyed, da sein Mentor immer wieder zeigt, wie man das Image, das auch er verkörpern soll und das ihm einfach nicht so recht stehen will, richtig verpackt und so jeden der Kollabosongs dominiert. Für Seyed wird es für das zweite Album jetzt wichtig, sich ein Alleinstellungsmerkmal aufzubauen. Auch wenn der Erfolg seines ersten Projekts ihm in seinem Tun scheinbar Recht geben könnte, muss er sich in Zukunft deutlich mehr von der Konkurrenz abheben, wenn die Karriere länger als ein paar Jahre verlaufen soll." - 3/10
  • 4/10
    Freddy: „Seyed besticht durchaus mit solider Raptechnik und ausgefeilten Reimschemata. Allerdings vermitteln die Texte auf „Engel mit der AK“ eine derartige Belanglosigkeit, dass die technischen Vorzüge Seyeds an Aussagekraft verlieren. Die meisten Reimketten basieren vorrangig auf dem Zweckmäßigkeitsprinzip. Einzelne Track-Titel verdienen auch nur das Prädikat: einfallslos („Bessere Welt Slut“, „Cool Prince“). „Engel mit der AK“ ist trotzdem ein grundsätzlich gut produziertes Debütalbum, auf dem sich Seyed einfach ohne Tiefe ausgetobt hat. Nur sollte das Ganze nicht mit einem gezwungenen ernsten Authentizitätsversuch angegangen werden.“ - 4/10
  • 4/10
    Kevin: "Klar, Seyed kann rappen. Doch wie Fler schon gesagt hat: Wer kann das heutzutage nicht? Neun Videoauskopplungen und eine davon zeigt einen Track, auf dem die halbe Szene gedisst wird. Seyed soll also seinen Platz in der Szene finden – so weit so gut. Zu „Engel mit der AK“ lässt sich sagen, dass Seyed es nicht wirklich schafft, sich von anderen Rappern abzuheben und sich mit dem Debütalbum ein eigenes Profil anzueignen. Größtenteils wirkt das alles relativ lust- und ideenlos. Die Hooks gefallen mir teilweise, da Seyed singen kann, aber das reicht leider nicht. Man wird den Gedanken nicht los, dass Kollegah versucht ein Mini-Me heranzuzüchten." - 4/10
  • 6/10
    Philip: "Das wirkt für mich alles viel zu erzwungen. Zu deutlich bemerkt man Kollegahs Einfluss beim Flow und beim Inhalt. Die Texte sagen eigentlich gar nichts ausser ich bin der Ausländer von der Strasse und hab jetzt Geld. Technisch ist das alles allerdings nicht schlecht und die Beats sind teilweise gut gewählt." - 6/10
  • 3/10
    Niels: "Aus irgendeinem mysteriösen Grund war ich mir sicher, dass Kollegah, sollte er eines Tages ein Label gründen, den nächsten großen Streich auf die Raplandschaft loslassen würde. Doch ich sollte mich irren. Zwar flowt Seyed hier und da ganz nett und der Gesang geht soweit auch in Ordnung. Allerdings war es das dann für mich auch schon. Irgendwie bleibt nicht eine einzige Zeile im Kopf hängen und wenn, dann nicht im positiven Sinne. Für mich eindeutig zu viele Zweckreime, zu viel 'Ich-kann-Doubletime' und zu viel Attitüde, die ich ihm einfach nicht abkaufe." - 3/10
3.9/10

Kurzfassung

Mit “Engel mit der AK” legt Seyed ein Debüt mit Nachbesserungsbedarf an mehreren Baustellen vor. Während die Produktionen uns fast ausnahmslos kaum Platz zum meckern lassen, sollte Seyed an seinen Texten und dem Image für das nächste Projekt noch ein wenig feilen. Am Ende reicht es mit seinem Debütalbum nur für eine Wertung knapp unter dem Durchschnitt.

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