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Die Meinung der Redaktion zu Crystal Fs „Narben“

Crystal F NarbenWer sich mit den bisherigen Veröffentlichungen von Crystal F beschäftigt hat, der weiß, was ihn auf dem Album „Narben“ erwartet. Alle vier bis dato veröffentlichten Soloalben fielen schnell dem Index zum Opfer. Und das nicht ganz ohne Grund. Die Texte vom Ruffiction Oberhaupt, die sich vornehmlich im Horrorcore ansiedeln, haben es in sich. Oft aus der Egoperspektive schlüpft Crystal F in seinen Songs in die Rolle von Mördern, Psychopathen oder anderweitig gestörten Personen. So auch auf „Narben“ von vorne bis hinten wird eine stringente Story erzählt, die im Titeltrack gipfelt. Dass das Album nichts für schwache Nerven ist, zeigten SchwarztBlokkmonsta, Tamas, Swiss und einige weitere Rapper, die durch ihre eigenen Musik recht hartgesotten sein müssten. Nach dem Pre-Listening zum Album sprachen sie mit Zino bereits über das neuste Projekt aus dem Hause Rufficition. Mit an Bord auf der Platte sind Basti vonTrailerpark, Swiss, Tamas, sowie seine Crew-Kollegen Arbok 48 & Crack Claus. Produziert wurde das gesamte Album von 7inch. Wir haben uns sein neustes Solo-Werk angehört.

Crystal F – „Narben“ kaufen

Das sagt die BACKSPIN Gang!
  • 8/10
    Yannick W.: "Ein sehr komplexes Gesamtprodukt. Schon im Intro warnt Crystal F vor den bildhaften Texten, die einen als Hörer auf dem Album erwarten. Damit verspricht er nicht zu wenig, die Texte sind überaus explizit und direkt gestaltetet. Spannend ist, wie gut die Story, die der Ruffiction Künstler über die 13 Songs erzählt, ineinander greift. Das ganze gipfelt im Titelsong, der erklärt, warum der Protagonist auf 'Narben' zu dem Psychopathen wurde, der er ist. Mit dem Album gelingt Crystal F etwas, was nur sehr wenigen schaffen: Eine Art gerapptes Hörbuch bzw. einen Film zu schaffen - um so passender, dass es zum Album sogar ein Hörbuch gibt. Ein Musterbeispiel für ein Konzeptalbum, an dem man als Hörer zwar wegen der Inhalte, jedoch nicht wegen der Konzeptionierung und Umsetzung Gründe zu meckern finden kann."  - 8/10
  • 7/10
    Christian: "Horrorstorys auf Tracks sind bei mir im Tagesgeschäft - wenn es um Albenbewertungen geht - eine Rarität. Daher danke vorab für den abwechslungsreichen Ausflug! Crystal F hat es geschafft, mir nicht nur Bilder in den Kopf zu zaubern, sondern ganze Sequenzen. Das hat vor allem funktioniert, weil jede Zeile gesessen hat, ohne dabei den Anschein erweckt zu haben, künstlich aufgeblasen zu sein. Ich muss aber auch dazu sagen, dass mich das Album nicht zum erneuten Durchhören begeistern kann. Das liegt aber nicht an Crystal F, sondern an dem Genre." - 7/10
  • 7/10
    Peter: "Das Rumschicken von Beatpacketen gehört hoffentlich bald der Vergangenheit an. Ein Album, dass durch die Bank von einem Produzenten geschaffen wurde, klingt einfach runder. Genau so hat Crystal F hier mit 7inch zusammengearbeitet. Die Platte ist rund, schafft eine fesselnde Atmosphäre und ein starkes Gesamtbild, das man so nicht einfach auseinandernehmen kann. Es wird eine Geschichte erzählt, die dich Anfangs warnt, eine gewisse Dramaturgie verfolgt und mit dem Titeltrack endet. Die Features passen und die Dreizehn Tracks sind absolut ausreichend, Qualität steht über Quantität. Es ist ein Film in Musikform. Mein Film ist es nicht, aber schlecht ist er deswegen nicht." - 7/10
  • 5/10
    Diana R.: "Interessant, dass jemand mal so einem drastischen und extremsten Thema auf einem ganzen Album Aufmerksamkeit schenkt. Gut finde ich daran, dass es damit einen Platz in der Gesellschaft bekommt. Das Album beschreibt das Leben und Innenleben eines Psychopathen und Serienmörders. Ich frage mich nur, inwiefern realitätsnah die Beschreibungen so einer Persönlichkeit sein können und ob die Texte auf echten Recherchen und Fallstudien basieren. Und ich frage mich, wer sich das Album bei der schweren Thematik mehr als einmal anhören will- nicht böse gemeint. Wer sich in Rapform aber mit der Psyche von Psychopathen befassen will, hat hier interessanten Input. Beats und Rapflows finde ich sauber. " - 5/10
6.8/10

Kurzfassung

Crystal F weiß mit seinem Album zu fesseln. „Narben“ könnte man als einen musikalischen Film beschreiben, der eindringlich vom Innenleben eines Psychopathen erzählt. Selbst wenn man mit den Inhalten wenig anfangen kann, weiß das Album durch die starke Aufmachung zu glänzen.

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Yannick ist seit August 2015 Teil der BACKSPIN-Redaktion. Er kümmert sich um alles was mit Reviews und Kritik zu tun hat und studiert nebenbei noch Populäre Musik. Für Hip-Hop verzichtet er also auch mal auf seinen Schlaf - 'cause sleep is the cousin of death.

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