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Die Meinung der Redaktion zu „Advanced Chemistry“ von den Beginnern

Beginner Advanced Chemistry CoverZum ersten Mal angekündigt wurde ein viertes Album der Beginner bereits vor knapp sechs Jahren. In ein paar Ansagevideos vertröstete das Trio die Fans allerdings immer wieder – bis zu diesem Frühjahr. In einem Interview deutete Jan Delay an, das Album würde noch in diesem Sommer erscheinen, ein paar Tage später war es dann offiziell. 13 Jahre nach der ersten Nummer 1 im Deutschrap taten sich die Eizi EizDenyo und DJ Mad wieder zusammen um ihre neue Platte zu präsentieren – passend zum 25-jährigen Bandjubiläum. Schon mit der ersten Single lieferten sie dann reichlich Gesprächsstoff. „Ahnma“ polarisierte in der Rapszene. Ob es nun die Brigde von Gzuz von der 187 Strassenbande, die Hook von Gentleman oder das Gesamtkonstrukt war – zahlreiche Leute fanden etwas zu meckern an dem Song. Viel mehr Leute zeigten sich allerdings von Beginn an begeistert von der ersten Auskopplung aus der nach der Band von Torch, Toni L. und Linguist benannten Platte. Ein paar Wochen später, zu Release wusste die drei Hamburger erneut zu polarisieren, über das Gesamtprodukt wird im Internet heiß diskutiert, von totalem Reinfall bis zum gelungenen Comeback findet man alle Meinungen vor. Was wir über „Advanced Chemistry“ denken, lest ihr hier.

Beginner – „Advanced Chemistry“ kaufen

 

Das sagt die BACKSPIN Gang!
  • 9/10
    Freddy: "Eins der heiß ersehntesten Comebacks der deutschen Hip-Hop-Geschichte kommt von einem Hamburger Trio, welches der dementsprechenden Erwartungshaltung durch den rapgeschichtsträchtigen Titel noch eine Schippe mehr Brisanz anheftete. 'Advanced Chemistry' ist ein, musikalisch gesehen, extrem vielfältiges Gesamtprodukt. Für mich haben die Beginner eine bessere Platte abgeliefert, als ich dachte. Viel Wortwitz auf herausragenden Instrumentals. Mein Highlight: 'Kater'. Hamburg ist sowas von auf der Karte." - 9/10
  • 8/10
    Niko: "Es ist wahrscheinlich eine unlösbare Aufgabe, ein Beginner-Album auf den Markt zu bringen, das alle zufrieden stellt. Ich war aber schon ein wenig verwundert über die Wucht der negativen Presse, die meine Hamburger Jungs da in den letzten Tagen abbekommen haben. Es gibt sicherlich Punkte, die man an diesem Album kritisieren kann, vielleicht sitzt die eine oder andere Line nicht richtig. Aber der Rest klingt fast danach, als ob man sich darüber freut, endlich mal auf den Beginnern rumzudreschen. Denn Hey, es sind immer noch die Beginner und mit 'Ahnma' haben sie es wiedermal geschafft, eine Hymne für diese Stadt zu schreiben. Und auch wenn dieses Album vielleicht in der Zukunft nicht den Maßstab hat, den ein 'Bambule' hatte, ist alleine der Mix aus allen Facetten von Jan über Denyo bis hin zu den neuen Sounds eine gute Mischung. Und Sorry: Am Ende bin ich Hamburger.“ - 8/10
  • 6/10
    Kevin: "Schwierig. Ganz schwierig. Zunächst war ich überhaupt nicht begeistert. Die Texte sind mir stellenweise unangenehm, so simpel, wie sie gestaltet sind. Einige Themen bereiten mir auch leichte Bauchschmerzen. Im Jahr 2016 als 40-Something über diese elendige Digitalisierung rappen? Da der Fokus aber immer mehr in Richtung des viel besprochenen Vibes gerichtet wird und Texte für viele nicht mehr so wichtig sind, wie sie es einmal waren – Stichwort Cloudrap – muss ich sagen, dass das Album etwas gebraucht hat, bis es mich da gecatcht hat. So kann ich einigen Songs durchaus etwas abgewinnen. Die erfrischendsten Songs sind für mich 'Ahn ma' und 'Macher', was nicht an den Features, sondern schlichtweg am Sound liegt." - 6/10
  • 8/10
    Diana R.: "Ein Traum, die Beginner wieder rappen zu hören. Ihre Flows machen immer noch extrem Spaß und die Musik dazu gefällt mir auch gut- die kleinen Backspins hier und da, die Reggae-Einflüsse. Wunderbar. An manchen Stellen sind die Beats mir aber ein klein wenig zu trashig. Thematisch ist 'Advanced Chemistry' gut durchgemischt- es gibt Party-Songs, Retrospektiven, Songs über Frauen, über das Innenleben und gesellschaftliche Beobachtungen wie die Digitalisierung unserer Leben." - 8/10
  • 7/10
    Yannick W.: "Ich habe mich wahnsinnig auf das Album gefreut und wirklich darauf gehofft, für die Beginner mal wieder am oberen Ende der Skala zu bewerten. Ganz dafür gereicht hat es leider nicht. Bei den ersten beiden Durchgängen kam "Advanced Chemistry" einer Berg- und Talfahrt gleich. Songs wie 'Rap & fette Bässe' oder "Rambo No. 5' wirken ziemlich aus der Zeit gefallen, den Anti-Digitalisierungs Songs 'Spam' kann ich einfach nicht ernst nehmen und einige Zeilen wirken etwas altbacken. Und trotzdem funktioniert das Album recht gut. Man merkt in Anspielstationen wie 'Meine Posse', 'Ahnma' oder 'Macha Macha', dass das Trio wieder Bock hatte, zu rappen, einfach ein Rapalbum zu machen. Die Featuregäste werden auf den jeweiligen Songs ebenfalls gekonnt in Szene gesetzt und bewegen sich auf Augenhöhe mir Eizi und Denyo. Auch die ruhigeren Nummern der Platte fallen nicht zu sehr aus dem Bild. Am Ende ist mit 'Advanced Chemistry' ein Album entstanden, dass seine Höhe- und Tiefpunkte hat und sicherlich nicht Meilenstein-Charakter erreichen wird, gleichzeitig aber auch beweist, dass ältere Rapper weder alt noch erzwungen jung klingen müssen, wenn sie einfach machen, worauf sie Bock haben." - 7/10
  • 8/10
    Christian: "Eizi Eiz hat mir - in unserem Interview - mit der Aussage, dass alles so geil wie 'Ahnma' wird, richtig Vorfreude gemacht. Jetzt, wo ich das Album gehört habe, sollte diese Vorfreude eigentlich bestätigt sein. Leider fühlt es sich nicht so an. Ich habe mir mehr beim ersten Mal durchhören, mehr 'Kinnladen am Boden Momente' erhofft. Aber im Gesamten ist das Album trotzdem sehr rund und macht Spaß. Es ist wahrscheinlich eins dieser Alben, die man mit der Zeit und dem wiederholten Hören lieben lernt und das werde ich ganz bestimmt tun!" - 8/10
  • 8/10
    Peter: "2003 war George W. Bush Präsident der Vereinigten Staaten, Olli Kahn noch die Nummer Eins im deutschen Tor und Mark Zuckerberg studierte noch, das wichtigste Promo-Tool für moderne Musiker war noch nicht erfunden. 2003 war vor allem aber auch das Jahr, indem die letzte Platte der Absoluten Beginner erschien. Fast genau 13 Jahren später rappen nicht mehr zwei Mittzwanziger, sondern Familienväter über ihr Leben. Dennoch ist "Advanced Chemistry" näher an "Blast Action Heroes" als die Lebensumstände es erwarten lassen. Die Beginner sind coole Typen, bis heute noch. Manche Phrasen haben sich vielleicht abgenutzt, aber stumpf sind sie noch nicht. Starke Feature-Auswahl, mit "Foxy Music" eine schöne Überraschung am Ende und passende Songs für neue Live-Shows. Es wird niemand enttäuscht, aber auch nicht vom Hocker gerissen. "Und wenn ich auf Deutsch rappe, dann tu' ich das wegen Torch." - 8/10
  • 8/10
    Yannick H.: "Denn mit „Advanced Chemistry“ heben die Beginner ihren Sound auf ein neues Level, zeigen sich weiterentwickelt und bedienen dabei nicht die „Bambule“-Schiene. Sicher, so wäre es auch gegangen. Doch ist speziell Eizi Eiz zu experimentierfreudig, um sich nicht einem neueren, frischeren Sound gegenüber offen zu zeigen. Samy Deluxe und Dendemann als Veteranen der Hamburger Oldschool, Hafti und Megaloh als soetwas wie die Heroen der Neuzeit – die Featureauswahl ist gut gedacht. Samples von Jigga, Audio88 & Yassin oder die Referenz an „Reimemonster“ passen perfekt in das Gesamtwerk, die „legendäre Stimmung“ von damals kann nicht 18 Jahre später einfach so adaptiert werden, ein gewisser Vibe ist dennoch nicht von der Hand zu weisen." - 8/10
  • 7/10
    Shana: "Zugegeben: Die haushohen Erwartungen zu erfüllen, die da von allen Seiten an die Jungs gestellt werden, ist eine nahezu unlösbare Aufgabe. Besonders, wenn jene Erwartungen von jung bis alt kommen und dementsprechend weit auseinander gehen. Mit „Ahnma“ richtig krass vorgelegt und doch hat die Platte mich nicht so richtig gecatcht, trotz diverser Chancen meinerseits. Aufgabe gelöst, Comeback geglückt, dennoch war ich nie und bin auch heute kein Fan der alten Schule – aber da können ja Eizi Eiz und Co. nix für." - 7/10
7.7/10

Kurzfassung

Mit ihrem Comeback-Album können die Beginner zwar keinen weiteren Meilenstein schaffen, können uns mit „Advanced Chemistry“ dennoch weitestgehend überzeugen. Das Album kommt zwar ohne große Überraschungsmomente daher, wirkt allerdings nach der Pause von 13 Jahren auch nicht altbacken.

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Yannick ist seit August 2015 Teil der BACKSPIN-Redaktion. Er kümmert sich um alles was mit Reviews und Kritik zu tun hat und studiert nebenbei noch Populäre Musik. Für Hip-Hop verzichtet er also auch mal auf seinen Schlaf - 'cause sleep is the cousin of death.

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