Die Hohe Fünf mit dem Openair Frauenfeld über die Auswirkungen der Covid-19 Pandemie

Openair Frauenfeld

Mit täglich etwa 50.000 Besucher*innen gilt das Openair Frauenfeld nicht nur als das größtes Hip-Hop Festival der Schweiz, sondern ganz Europas. Auf dem seit 1987 stattfindenden Festival sollten dieses Jahr eigentlich A$AP Rocky, Kendrick Lamar und Meek Mill auftreten, doch dem hat die Covid-19 Pandemie einen Strich durch die Rechnung gemacht. Ende April gab das Festival bekannt, dass eine Durchführung 2020 nicht möglich sein wird. Wir haben mit Joachim Bodmer, dem Mediensprechers des Festivals über die Auswirkungen der Pandemie und die Aussichten für 2021 gesprochen.

Welche finanziellen Schwierigkeiten würde eine Verschiebung des Festivals mit sich bringen?

Wir gehen aktuell von einem Defizit zwischen drei und fünf Millionen Schweizer Franken aus. Dabei handelt es sich um Löhne, Vorleistungen an Lieferanten, Konzeptkosten, Betriebskosten usw. Einen Teil dieses Defizits können wir aus Reserven bezahlen. Einen weiteren Teil übernehmen die Aktionäre. Zudem haben verschiedene Sponsoren versprochen, trotzdem einen Teil der vereinbarten Sponsorenleistungen zu bezahlen. Für uns ist es wichtig, dass wir 2021 ohne Defizit beginnen und wieder voll loslegen können. Es ist keine Option 2021 Abstriche bei dem Programm und der Infrastruktur zu machen.

Wie würde sich ein Ausfall auf euer Line-Up auswirken?

Auf das Programm 2021? Nein. Wir wollen und werden das „Corona“-Jahr 2020 abschließen. Wir werden sogar ausbauen. Statt drei Festivaltagen bieten wir 2021 vier Tage – mit entsprechend ausgebautem Programm. Auch mit Headlinern. Allenfalls werden wir auf das kommende Jahr sogar ein komplettes Redesign des Festivals durchführen. Ausnahmsweise haben wir jetzt Zeit dafür…

Openair Frauenfeld

Markus Mallaun

Wie würde sich ein Ausfall auf laufende Verträge mit Cateringfirmen, Technikern und Roadies etc. auswirken? Wie viele Arbeitsplätze hängen an eurem Festival?

Diese Frage kann ich nicht beantworten, weil ich schlicht und einfach nicht sagen kann wie sich ein Ausfall auf alle Zulieferer und Mitarbeiter auswirkt. Für das Festival arbeiten unter dem Strich über 5000 Menschen. Sicher ist: Die Corona-Pandemie trifft die ganze Branche äußerst hart. Ich denke, dass die Event-Branche am heftigsten getroffen ist.

Gibt es die Möglichkeit, Unterstützung von umliegenden Kommunen, Behörden o.Ä. zu erhalten?

Wir sind finanziell gut aufgestellt, haben Reserven, aber wir werden den Ausfall nicht vollständig alleine tragen können. Einige Sponsoren haben bereits ihre Unterstützung zugesagt. Zudem haben die Schweizer Behörden in Aussicht gestellt, dass sie die hiesige Kultur, die von der Pandemie brutal getroffen wurde, unterstützen werden. Die entsprechenden Gespräche sind geplant. Entsprechend ist es noch zu früh um diese Frage abschließend zu kommunizieren.

Openair Frauenfeld

Markus Mallaun

Gibt es Möglichkeiten, ein ausfallendes Festival irgendwie zu kompensieren?

Sollte eine Durchführung des Festival 2020 nicht möglich sein würden wir auf 2021 schieben. Wir hoffen nun, dass im Juli 2021 Festivals wieder möglich sind.

 

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