Snowgoons: „Mit diesem Album beweisen wir, dass wir auch funky und soulig produzieren können.“

Der Albumtitel „Goon Bap“ ergibt sich aus der Kombination des Begriffs „Boom Bap“, der für den klassischen Hip-Hop Sound steht, mit dem Namen der Crew „Snowgoons“. Ihre Geradlinigkeit in Bezug auf ihren Soundund die Künstlerauswahl stellten die vier Produzenten aus Deutschland und Dänemark in der Vergangenheit bereits des öfteren unter Beweis. Auch die Tracklist Ihrer neuen Platte, die am 12. Dezember erscheint, liest sich wieder wie der Wunschzettel eines jeden Underground-Heads und Fans von Lyricism.  snowgoons_crew_1200_web

Die Hohe fünf mit den Snowgoons

Inwiefern unterscheidet sich „Goon Bap“ von euren bisherigen Veröffentlichungen? Was macht es besonders?

Das Besondere an „Goon Bap“ ist, dass wir diesmal den Schwerpunkt auf den 90er Sound gelegt und parallel dazu auch mehr mit Rappern aus dieser Epoche zusammengearbeitet haben. Viele denken bei den Snowgoons immer nur an epische Beats und cinematischen Sound. Mit diesem Album beweisen wir, dass wir auch funky und soulig produzieren können.

Viele MC’s auf der Platte zählen ja bereits zu eurem festen Umfeld. Es stehen aber auch einige neue Namen auf der Tracklist. Gibt es da jemanden, über den ihr euch besonders freut? Vielleicht jemanden, der bei euren vorigen Projekten noch nicht zu erreichen war.

Wir versuchen auf jedem Album mit neuen Namen und Künstlern zu arbeiten, nicht nur mit namenhaften sondern auch mit Newcomern oder unbekannten, talentierten Rappern. Es ist uns wichtig, Abwechslungsreich zu sein. Wir haben auf jeden Fall noch nie so viele neue Künstler gefeatured wie auf „Goon Bap“. Für die 90’s Headz haben wir Method Man und Ghostface Killah vom Wu-Tang Clan, Dilated Peoples, Artifacts, Onyx, M.O.P., O.C., Dres von Black Sheep, Nine, die Beatnutz… Die jüngere Generation kommt bei TJ Brown, der vor kurzem erst in der Netflix Serie „The Get Down“ zu sehen war, Token, Locksmith, Doppelgangaz, Chris Rivers, Snak the Ripper… auf Ihre Kosten.

Wie viel Einfluss hatte jeder von euch auf die Platte? Kann man sagen, dass ihr alle zu mehr oder weniger gleichen Teilen  an dem Werk gearbeitet habt, oder verlagert sich das auch mal von Projekt zu Projekt?

Man kann schon sagen, dass es von Projekt zu Projekt variiert. Das liegt aber meistens an den Künstlern und welche Art von Beats sie für sich picken. Beim „WakeDaFucUp“ Album von Onyx hat Sicknature die Hälfte der Produktion alleine gestemmt, während bei „Gebrüder GrimmJ.S. Kuster stark involviert war. Bei „Goon Bap“ hält es sich diesmal in der Tat ziemlich die Waage.

Im Video zum Titelsong sind bereits allerlei Querverweise auf Künstler und andere Inspirationsquellen zu hören und zu sehen, die euch und die MC’s, mit denen ihr zusammenarbeitet, offensichtlich geprägt haben. Wie wichtig ist es euch, Tribut zu zollen und noch einmal auf die Originators aufmerksam zu machen, die euch den Weg geebnet haben?

Sehr richtig erkannt. Wir machen das Ganze in aller erster Linie aus Liebe zur Musik. Da wir nun mal in den 90’s mit Hip-Hop groß geworden sind, zollen wir selbstverständlich unseren Respekt. Ist auch irgendwie logisch, wenn du in einer italienischen Familie aufwächst wirst du selbstverständlich italienisches Essen lieben. Wir sind eben stark geprägt durch diesen Sound der bei uns allen immer eine große Rolle gespielt hat und das spiegelt sich dann automatisch in unserer Kreativität und dem eigenen Output wieder.

Das all diese Größen, die aus der Golden Era stammen, so eifrig und beständig mit euch kollaborieren, gleicht ja bereits einem Ritterschlag auf der Hip-Hop Ebene. Habt ihr das Gefühl, dass die Szene das anerkennt und euch als Weiterführung dieser Epoche wahrnimmt? Wie unterscheidet sich in dieser Hinsicht vielleicht der deutsche Hip-Hop Hörer vom Fan aus dem englischsprachigen Raum?

Da gibt es schon Unterschiede die in erster Linie wohl mit dem Alter zusammenhängen. Das Publikum im deutschsprachigen Raum ist im Schnitt recht jung. Hip-Hop ist bei uns erst ab Ende der 90er richtig populär geworden und hat sich dann weitgehend eigenständig entwickelt mit klarem Fokus auf Deutschrap. Damit sind die Fans hier aufgewachsen. Der Bezug zu Golden Era-Rap, von dem wir geprägt wurden, ist also kaum vorhanden. Wir fragen uns jetzt aber nicht „Ok mit wem müssen wir arbeiten um auch bei den Kids in Deutschland erfolgreicher oder größer zu werden?“. Lieber folgen wir unserem Sound und machen das worauf wir Lust haben. Sollte es dabei zu einer Zusammenarbeit mit z.B. 187 Straßenbande kommen, ist das cool aber nicht unser Hauptanliegen.

Snowgoons Europatour 2016 mit Ill Bill und Reef The Lost Cauze

08.12.2016 BE Brüssel – VK

09.12.2016 NL Drachten – Poppodium Iduna

10.12.2016 RO Bukarest – Jazz Pong

11.12.2016 DE Berlin – Cassiopeia (Record Release Party)

12.12.2016 DE Saarbrücken – Garage

13.12.2016 DE Hamburg – Knust

14.12.2016 DE Hannover – Musikzentrum

15.12.2016 AT Linz – Kapu

16.12.2016 CH Zug – Industrie 45

17.12.2016 IR Dublin – Voodoo Club

„Goon Bap“ könnt ihr hier vorbestellen.

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Sebastian ist ein "Real Hip-Hop Kid" und seit Ende 2015 Teil der BACKSPIN Gang. Er ist zuständig für Interviews, Konzertberichte und Artikel auf der Website. "Hip-Hop is not on the Radio!" #allesbackspin

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