ScHoolboy Q: „Ich bin selbst nicht immer politisch korrekt aber Donald Trump ist ein Rassist und darf auf keinen Fall Präsident werden.“

ScHoolboy Q droppte am 08. Juli seine 17 Track starke „Blank Face Lp“ über Top Dawg Entertainment. Der Nachfolger des Major-Debüts und Platinalbums „Oxymoron“ tritt in große Fußstapfen, da ihm der Vorgänger sogar eine Grammy-Nominierung in der Kategorie „Best Rap Album“ bescherte. Der in Wiesbaden geborene und in South Central Los Angeles aufgewachsene „Man Of The Year“ gilt mit seinem Black Hippy Kollektiv rund um Kendrick Lamar als Speerspitze einer neuen Hip-Hop-Generation. Quincy Matthew Hanley veröffentlichte jetzt 2 1/2 Jahre nach „Oxymoron“ seine nächste Platte und macht inhaltlich das, was er am besten kann: seine persönlichen Erfahrungen lyrisch auf  düstere Beats packen. Kurz nach seinem Auftritt auf dem WOO HAH! Festival hatten wir die Möglichkeit ScHoolboy Q in einem Kurzinterview über die Atmosphäre des Albums, die Auswahl der Features, den Gedanken hinter der Videoreihe und die NBA Finals zu befragen. Am Ende gab er auch noch seine persönliche Meinung zu Donald Trump preis. YAWK! YAWK! YAWK!

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Die Hohe Fünf mit ScHoolboy Q

Deine neue Platte „Blank Face Lp“ ist am 08. Juli erschienen. Was sollen die „blank faces“ ausdrücken, die sich neben der Verwendung im Albumtitel auch in den Videoauskopplungen wiederfinden lassen?

ScHoolboy Q: „Ich möchte nicht zu viel verraten. Die Leute sollen erst das Album hören und dann schauen, was die ‚blank faces‘ für sie selbst darstellen. Wenn ich jetzt sagen würde, wofür die ‚blank faces‘ stehen, kennst du grundsätzlich schon das Konzept der Platte.“

Die vor dem Albumrelease veröffentlichten Musikvideos zum neuen Longplayer sind filmisch sehenswert aufbereitet. Wie wichtig ist dir die künstlerisch-kreative Visualisierung deiner Tracks und wie konzipiert ihr die audiovisuelle Umsetzung?

ScHoolboy Q: „Das Material ist tatsächlich die wahre Geschichte über mein Leben. Es war nicht schwer die Konzepte zu entwickeln, da ich einfach über diverse Ereignisse spreche, die wirklich in meiner Vergangenheit vorgefallen sind. Alles was ich in meiner Vergangenheit machte, setzen wir in den Visualisierungen um. Ich öffne also meine Lebensgeschichte für die Videos. Deshalb war es wirklich einfach. Die Produzenten bekommen meine persönlichen Stories und sie bringen dazu am Ende die stimmigen Visuals. Sie erwecken mein Leben erneut zum Leben mit Hilfe dieser Filme und jeder kann es miterleben.“

Ein Blick auf die Featuregäste der „Blank Face Lp“ zeigt, es sind sowohl erfahrene Künstler, wie unter anderem Kanye West, Jadakiss, E-40 und Tha Dogg Pound, als auch aufstrebende Artists, wie z.B. Lance Skiiiwalker, Anderson .Paak und Vince Staples vertreten. Warum hast du dich dazu entschieden, genau diesen Mix an Künstlern auf die Platte zu packen?

ScHoolboy Q: „Ich gehe nicht nach Namen. Am Anfang war die Platte sogar komplett ohne Features geplant. Doch dann habe ich weiter daran gearbeitet und dachte mir: ‚Der, die und das würde gut auf dem Track klingen.‘. So ging ich jeden Song durch. Ich muss nicht unbedingt zu den anderen Rappern gehen, ihnen sagen, dass sie gut zum Track passen würden und den Song kreieren. Auf der ‚Blank Face Lp‘ kamen die Albumgäste sehr spät. Erst in den letzten Monaten der Produktion packte ich die Features drauf, also ab dem Zeitpunkt, an dem ich meine Meinung änderte und den ‚No Features‘- Gedanken verwarf.“

Wie würden du den Inhalt und die Atmosphäre des Longplayers beschreiben? Was für ein Stimmungsbild vermittelst du darin?

ScHoolboy Q: „Es ist ziemlich finster, ein düsteres Album. Die meisten meiner Alben sind so und das hält die Werke im Inneren zusammen. Es ist wirklich gangster aber gleichzeitig hört es sich nicht so an wie meine vorherigen Platten. Obwohl alle ein relativ dunkles Bild transportieren sollen, klingt Blank Face Lp‘ anders als Oxymoron‘, Habits & Contradictions‘ und Setbacks‘. Es ist diesmal ein guter Mix daraus. Ich nahm mir wirklich viel Zeit und produzierte authentische Musik. Während der Entstehung und Fertigstellung habe ich mich deshalb auch sehr wohl gefühlt.“

Zu guter Letzt: Ein paar Tage vor der Veröffentlichung des offiziellen Albumcovers hast du einige „blank faces“ gepostet, die fälschlicherweise für das Artwork gehalten wurden. Darunter waren die Gesichter von Michael Jordan und Donald Trump.

A) In Anlehnung an deine Basketball-Affinität und da du auch nah am Staples Center aufgewachsen bist: Wie hast du die NBA Finals und das einzigartige Comeback der Cleveland Cavaliers erlebt?

ScHoolboy Q: „Oh yeah, die Cavs waren krass! Unglaublich, dass sie noch zurückgekommen sind. Aber ich war natürlich für die Golden State Warriors, weil wir Kalifornier zusammenhalten. Trotzdem kann ich nicht wütend oder traurig sein, weil Cleveland es wirklich verdient hat. Alles was uns übrig bleibt, ist zu applaudieren und ihnen zu dieser Leistung und zu diesem Titel zu gratulieren.“

B) Donald Trump sorgt im Rahmen der US-amerikanischen Präsidentschaftswahl für große Aufregung in der ganzen Welt. Was hältst du von ihm und seinen politischen Statements?

ScHoolboy Q: „Oh, Donald Trump ist ein Weirdo! Er verabscheut Minderheiten. Ich komme aus einer Gegend, in der eine Menge Mexikaner leben und er missachtet ihre Rechte. Das finde ich alles andere als cool. Weißt du, ich habe zahlreiche mexikanische Freunde um mich herum und die Art und Weise wie Donald Trump über all diese Menschen redet, ist an Respektlosigkeit nicht zu überbieten. So eine Persönlichkeit ist einfach nicht geeignet für das Amt des Präsidenten. Ich bin selbst nicht immer politisch korrekt aber Donald Trump ist ein Rassist und darf auf keinen Fall Präsident werden. Er ist des Amtes nicht würdig! Du kannst doch nicht für deine Familienherkunft missachtet werden. Ich will seine respektlosen Aussagen einfach nicht mehr länger hören.“

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Moin, ich bin Freddy aus der besten Vorstadt Berlins: Bernau. Rapliebhaber, Fussballfanatiker, Sneakerfreak. Immer unterwegs durch die weitläufige Medienlandschaft. Jetzt bei BACKSPIN. #WKM$N$HG?

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