HtoO: „Wir wollten nicht nur dope Beat-Sets zeigen, sondern das Ganze auch visuell interessant gestalten.“

HtoO

Hinter „Don’t Let The Label Label You!“, „Ear-Sight“ und „Beats on Road“ stehen ein und dieselben Leute: JollyJay und HtoO. Wir sprachen mit HtoO eine Hälfte des Duos, das viel für die Berliner Hip-Hop-Kultur tut über „Beats on Road.“ Zuletzt starteten sie mit der zweiten Staffel des Formats, das Produzenten in der Berliner U-Bahn beim musizieren zeigt.

Die Hohe fünf mit HtoO


1. Wie seid ihr auf die Idee gekommen Produzenten in die U-Bahn zu setzen?

HtoO: Wir hatten schon immer mit dem Gedanken gespielt, eine Producer-Version unserer „Live-Bars Session“ zu machen. Wir wollten nicht nur dope Beat-Sets zeigen, sondern das Ganze auch visuell interessant gestalten. Das Schöne an einem U-Bahn-Waggon ist, dass man als Zuschauer nicht entkommen kann, und man somit eine Vielfalt an Leuten sozusagen zu ihrem Glücke zwingt. Das macht jede Session auch einzigartig und spannend, da man nie weiß, auf wem man stößt und wie diese auf die Musik und die ganze Aktion reagieren.

Irgendwann, nachdem wir das Konzept schon lange geplant hatten und es nie angegangen sind, war digitalluc auf Berlin-Besuch und hat ein paar Tage bei uns gepennt. Zusammen mit Freedom (von Strangelove) saßen wir dann eines Abends beieinander und redeten über diese Idee, und Luc hatte sofort Bock mitzumachen. Wir gingen dann gleich los, und wie es der Zufall so wollte stiegen dann zum krönenden Abschluss drei hoch motivierte Mädchen zu, die mit ihrer Energie die letzten paar Tracks vom ‘Launch-Set’ schmückten. „Beats on Road“ war geboren, und wir hatten endlich in Luc unsere Zündkerze gefunden.

2. Wie reagieren Produzenten, wenn man ihnen vorschlägt in der U-Bahn Musik zu machen?

HtoO:
Bis jetzt haben wir nur positive Reaktionen von den Producern bekommen. Das Problem ist eher, dass das Ganze ja mobil und unterwegs ist, sodass das gleich viele Beat-Maker ausschließt, da sie entweder die SP-404 beherrschen und besitzen müssen oder ein anderes batteriebetriebenes System. Das ist ein bisschen schade, weil uns das limitiert. Wir arbeiten aber grad noch an einer anderen Serie, wo es dann keine Diskriminierung mehr gibt.

3. Gab es je Probleme innerhalb der U-Bahn? Wohlmöglich mit anderen Fahrgästen oder Kontrolleuren?

HtoO: Es gab nie irgendwelche Probleme. Jetzt habe ich es wahrscheinlich hiermit gejinxed (*klopf, klopf*). Aber ja, bis jetzt war das schlimmste, das uns ein Lokführer bei der Endstation mal gefragt hatte, ob wir eine Genehmigung hätten, was wir dann natürlich bejahten (*hust*) und dann ging das Ganze weiter. Ansonsten wurden wir in dieser Staffel mit Tikogo mal von Checkern kontrolliert, hatten aber alle Tickets, also lief alles entspannt.
Meistens sehen die Wagons eher leer aus, was aber nicht die Realität widerspiegelt. Links und rechts neben der Bildkante stapeln sich die Leute, damit sie nicht gefilmt werden. Das muss man natürlich auch respektieren. Ein paar Mal waren Leute ein wenig davon genervt, meist sind die Reaktionen aber eher positiv und sehr oft bedanken sich dann Leute für die schöne Musik oder erfragen, wie die Producer heißen und wo man das ganze sehen kann.

4. Welches Ziel verfolgt ihr mit der Serie?

HtoO: Wir verfolgen eigentlich kein konkretes Ziel mit dieser Serie. So wie bei allem auf unserem Channel haben wir einfach Bock drauf, und deshalb machen wir das. Wenn man sich jetzt aus dem Sprung ein Ziel aus dem Ärmel schütteln müsste, würde ich sagen, dass wir einen interessanten Rahmen erschaffen und festhalten, in dem die Beatmaker ihr Ding machen. Eigentlich ist das Ganze ja schon perfekt, und viele werden sich die Sets auch nur anhören, aber jetzt gibt es halt noch was auf die Augen.

5. Wie könnte man die Atmosphäre der U-Bahn noch steigern? Plant ihr neue Locations für eine dritte Staffel?

HtoO: Wie das so ist mit Plänen. Man kann sie schmieden, aber sollte sie noch für sich behalten, bis sie Reif zum Schlüpfen sind. Pläne gibt es, und es wurde auch schon was gedreht. Mehr wird sich, wenn es so weit ist, auf unserem Channel zeigen.

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Moin! Aachener, der irgendwas mit Medien studiert, ungern über sich in der Dritten Person schreibt und fest zu BACKSPIN gehört. Kopf ist kaputt, aber Beitrag is nice, wa.

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