Ghettofever: „ein Magazin zum in der Hand halten ist einfach 1000 mal wertiger, als dieser ganze virtuelle Bumms“

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Wenn die meisten unwissenden Lelleks dadraußen gebeten werden, Hip-Hop zu definieren, dann reicht ihr Horizont (leider) nur bis zum Spoken-Word. Vergessen werden dabei immer wieder die Kunst, die Teller zu drehen, sich dazu noch fresh zu bewegen und vor allem auch – der Punkt um den es hier geht – das gute, alte Verschönern unserer klinisch sterilen und langweiligen Außenfassaden. Wer aber noch bis zu den Ohren im Farbtopf steckt, hat vielleicht mitbekommen, dass das Team Ghettofever ein wundervolles, farbenfrohes Indie-Mag auf die Beine gestellt hat. Wie das Ganze ablief und warum ein vernünftiges Print niemals aus der Mode kommt, erfahrt ihr in unserer Hohen fünf!

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Wir leben in der Zeit Internets. Wie kamt ihr also auf die Idee ein Print-Magazin aufzuziehen, anstatt irgendeinen Tumblr Blog – den ihr sowieso habt – oder eine Homepage zu führen?

Etwas haptisches, ein Magazin zum in der Hand halten ist einfach 1000 mal wertiger, als dieser ganze virtuelle Bumms. Und wenn das Mag dann noch korrekt gemacht ist, da richtig viel Liebe, Arbeit und Flavor drinsteckt, dann ist es am besten.

Inwiefern steht das Team Ghetto Fever mit Graffiti in Verbindung?

Wir sind auf jedenfall stabil am Glas und korrektem Odd und guter Laune sind wir auch nicht abgeneigt = er­leb­nis­ori­en­tierte Menschen. Grundsätzlich sehen wir uns aber lediglich als Voyeure die aufs Game schielen und versuchen, dieses in einem korrektem Rahmen darzustellen.

Was hat euch im Endeffekt den Ansporn gegeben,  ein eigenes Graffiti Mag durchzuziehen, das vor allem in seinem Format sehr speziell ist?

Wir sind in den 90ern mit Mags wie z.B. Overkill, Steel is Real, True2theGame und Backjumps groß geworden. Es gab so korrekte Sachen da draußen…Unglaublich. Und heute naja. Eher Mau. Vom Flavour her – Durststrecke. Klar teilweise gute und schöne Fotos abgedruckt. Mal ein korrektes Interview. Dies Das. Drei mal Angeschaut und ab damit. Schade.

Unser Ansatz war und ist, die Sachen, die da Draußen Tag & Nacht am entstehen sind nicht „nur“ zu Dokumentieren sondern darauf basierend den Akteuren da draußen eine Plattform zu geben – einen zeitlosen Blockbuster zu schaffen. Eine Bibel Junge, das ganz neue Testament.

Ihr habt gefühlt eine Million Pieces mithilfe von Collagen auf die vielen Seiten gepresst. Dabei sind die meisten „simple“ Bombings und ziemlich raw. Warum habt ihr bewusst diesen Style gewählt und nicht auch modernere Stile mit eingebracht beziehungsweise beleuchtet?

Du, am Ende ist das ist wie bei Cola. Da trinkst du eben auch nur die echte, die Coca. Vielleicht ab und an noch die Pepsi oder die Pepper. Aber den Aldi Bumms rührst du doch nicht an. Ekelhaft!

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Bei so vielen Fotos ist die Beschaffungsarbeit bestimmt nicht leicht. Kann man in naher Zukunft eine zweite Ausgabe erwarten?

Nicht nur eine Zweite. Wir wollen die Welt chico und alles was drin ist. „Ghetto Fever 2“ kommt noch in diesem Jahr an den Start. Und dann ist Festhalten angesagt.

Diesmal wird es ein großes Special über Belgrad und die Bratten da geben. Darüber hinaus wird es  wieder jede Menge Flavour Kisten, satte Single Hits, schmutzige Bombingz & HighclassT-upz aus Berlin, Hamburg, Prag, BRNO, Barcelona, Marseille und mehr zu sehen geben. Für mehr Infos checkt unsere Facebook Seite und unseren Shop.

High Five an alle UNDERDOGZ da draußen, die es Real halten. Danke für euren support. Prost!

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