Die Hohe Fünf mit Yassin über seinen Podcast „Akte Rap“

Akte Rap

„Rap meets True Crime“. Unter diesem Motto haben Rapper Yassin und die Soziologin und Journalistin Lilly einen neuen Podcast gestartet. In Akte Rap sprechen die Zwei über die spektakulärsten Kriminalfälle der letzten 30 Jahre Hip-Hop Geschichte. Welchen Zusammenhang gibt es zwischen verübten Straftaten und den Songtexten von Rapper*innen? Warum sind Hip-Hop und Verbrechen so eng miteinander verknüpft? Jeden Montag erscheint eine neue Folge exklusiv auf Podimo. Einer Podcastplattform, die Podcaster*innen bei der Monetarisierung und Generierung von Reichweite helfen soll. Wir haben Yassin zu den Hintergründen und Herangehensweisen an Akte Rap befragt.

Was fasziniert Menschen eurer Meinung nach an True Crime Geschichten?

Ich glaube, es ist eine Mischung aus Angst, Neugier, Voyeurismus und natürlich Spannung. Das ist ja jedes mal wie ein Krimi oder Thriller, aber eben echt. Viele neue fiktive Filme und Serien aus den Genres versuchen ja auch immer realistischer zu werden, gerade was Forensik und Psychologie der Täter angeht.

Was ist der Zusammenhang zwischen Hip-Hop und Kriminalität?

Hip-Hop und Rap wurden und werden praktisch seit Beginn ihrer Existenz kriminalisiert. Die Kultur war und ist aber auch offen und zugänglich für Kriminelle. Ob authentisch oder konstruiert ist Kriminalität immer wieder Thema in Rap-Texten, aber auch Graffiti als Teil der Hip-Hop Kultur ist illegal. Selbst Sampling ignoriert oft gesetzlich geregelte Urheberrechtsansprüche. Im Großen und Ganzen sind in diesem Genre auffällig viele Verbrechen begangen oder mutmaßlich begangen worden und gerade Rap wird auch immer wieder als Argumentationshilfe zur Kriminalisierung vor Gericht genutzt. Oft in einem rassistischen Kontext, gerade in den USA.

Konntet ihr bereits eine Entwicklung im Laufe der letzten 30 – Jahren feststellen? Gibt es vielleicht verhältnismäßig mehr oder weniger Kriminalfälle im Hip-Hop?

So weit sind wir noch nicht. Aber die offensichtlichen Gewalttaten in der Rap Szene, die medial erfasst wird, nehmen offenbar ab. Ich vermute, das ist wie in vielen kriminellen Szenen und „Branchen“: Solange alle genug Geld verdienen, lohnt es sich mehr, die Nerven zu bewahren.

Akte Rap

An True Crime Formaten wird oft kritisiert, dass Täter zu Sympathieträgern werden. Auch Rapper erzählen oft von kriminellen Handlungen, die bei Fans gut ankommen. Wie wollt ihr dem entgegenwirken?

Lilly recherchiert sehr gründlich. Wir versuchen immer einen Kontext zu geben und möglichst alle relevanten Aspekte mit einzubeziehen, die bekannt sind. Wir sind uns auch nicht immer einig, das führt dazu, dass wir kritisch bleiben. Bisher hatte ich nicht den Eindruck, dass wir Sympathien vor Fakten gestellt haben. Aber es gibt Fälle, in denen man ein Urteil oder eine juristische Taktik anzweifeln muss und das tun wir dann auch.

Wie ist das Team von euch beiden Zusammengekommen?

Podimo kam auf mich zu und hat mich gefragt, ob ich Bock auf das Format hätte, da war Lilly schon an Bord. Die Idee für das Format stammt von ihr.

 

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"Wir sind die Generation, die kein Geld hat und auch nie welches verdienen wird. Wir wachsen, indem wir schrumpfen."

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