Die hohe 5 XXL: MoTrip (aus BACKSPIN Mag #117)

Sage und schreibe drei Jahre sind ins Land gezogen, seit Motrip mit seinem Debütalbum „Embryo“ den ersten Meilenstein seiner Karriere legte. Diese vergangenen drei Jahre war es verdächtig ruhig um den Aachener. Es waren drei Jahre voller Höhen und Tiefen, wie sich später herausstellte. Alles, was er hin und wieder durchscheinen ließ, waren vereinzelte Hinweise auf ein neues Projekt. Im Sommer 2015 ist es nun so weit, der Nachfolger steht in den Startlöchern. Zurück zum Nullpunkt: Vorhang auf für „Mama“.

MoTrip, seit „Embryo“ sind drei Jahre vergangen. Der Nachfolger „Mama“ steht in den Startlöchern. Hast du je daran gezweifelt, dass die Platte erscheinen würde?

Nein. Es gab Momente, in denen ich solche Gedanken mit mir ausgefochten habe. Irgendwie war mir aber immer bewusst, dass ich das Projekt nicht abbrechen würde. Dazu bin ich zu dankbar für die Songs, ich weiß das alles zu sehr zu schätzen. Definitiv hatte ich nicht immer Spaß an der Sache. Phasenweise brauchte ich wirklich Aufbauhilfe von außen. Leute, die an einen glauben.

Wer hat dir diese Aufbauhilfe geleistet?

Meine Familie, insbesondere meine Mutter hat mir wieder auf die Beine geholfen. Die stand komplett hinter mir. Genauso meine Freundin und mein gesamter Freundeskreis – die haben mir Kraft gespendet. Nicht zu vergessen, wären da auch einige Labelkollegen: Sido hat sich regelmäßig gemeldet, gefragt, wie es mir geht und mich motiviert. Es war schön zu sehen, dass sich andere Gedanken machen. Noch ein Beispiel ist Ali As: In meiner krassesten Krisenzeit telefonierten wir und ich sagte ihm, ich bräuchte einen Tapetenwechsel. Er war dann oft bei uns im Studio in München. Ich bin sehr dankbar für das alles.

Vergleicht man die beiden Platten: Findest du, es hat eine Art Werteverschiebung in deiner Musik stattgefunden?

Auch hier finde ich, dass jetzt kein Schalter umgelegt oder eine neue Stufe erklommen wurde. Dennoch hört man die Veränderung. Meine Musik klingt ernster. Nicht unbedingt ernster im Sinne von traurig, sondern eher im Sinne von aggressiver. In meiner früheren Musik habe ich vieles einfach belächelt. Das ist aber nichts Bewusstes. Jetzt wurde viel Frust abgebaut, ich habe mir einiges von der Seele geschrieben.

Das Album klingt sehr erwachsen…

Danke. Das war aber wirklich kein bewusst gewählter Schritt. Ich habe es einfach gemacht und das Endergebnis ist jetzt auch ungefähr so geworden, wie ich es mir gewünscht habe. Natürlich gibt es immer Punkte, die man noch ändern könnte aus Künstlersicht.

Das klingt nach Hang zum Perfektionismus…

Der ist definitiv auch einer Gründe, wieso es so lange gedauert hat. Ich gebe zu, ich bin nicht der Allerleichteste. Ich arbeite sehr schnell. Teilweise schreibe ich Sachen, die ich dann gar nicht erst aufnehme oder ich lösche sie nach dem Aufnehmen sofort wieder. Ich glaube aber, diese Arbeitsweise schadet dem Produkt im Endeffekt nicht. Natürlich weiß ich, dass man zu viel nachdenken kann. Jedoch weiß ich, wo die Sache ungefähr hin muss und denke sie nicht kaputt. Es gibt jedoch kein klares Muster. Manchmal sind Songs nach dem Aufnehmen auch direkt fertig.

 

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