Die hohe 5 XXL: Celo & Abdi (aus BACKSPIN Mag #117)

Die Hohe Fünf XXL mit Celo & Abdi

Als sich Celo & Abdi beim Broterwerb im Callcenter zum ersten Mal über den Weg liefen, war nicht vorauszusehen, welch große Wellen die beiden noch schlagen würden. Nachdem ihr „Mietwagentape“ unerwartet zu einem Untergrundklassiker mutierte, folgte mit „Hinterhofjargon“ der endgültige Aufstieg in die Rap-Bundesliga. Nun ist unter erneuter Zusammenarbeit mit haus- und Hofproduzent m3 das vermutlich rundeste Album des Duos entstanden: „Bonchance“..

Nach „Hinterhofjargon“ folgt jetzt euer zweites Album mit m3. Zwischendurch kam „Akkupunktur“, auf dem eine Menge unterschiedlicher Produzenten vertreten waren. Habt ihr danach gemerkt, dass ihr als Trio am besten funktioniert?

m3: Nachdem wir ein Album zusammengemacht hatten, war klar, dass die beiden auch mal mit anderen Leuten arbeiten wollen. Viele Produzenten sind in der Zeit erst auf sie aufmerksam geworden und das haben sie ausgenutzt. Ich arbeite ja auch nicht ausschließlich mit den Jungs.

Celo: Die Produzenten haben auf jeden Fall gute Arbeit geleistet. Aber den berühmten roten Faden kannst du nur mit einem festen Hausproduzenten erreichen, mit dem du auch direkt Ideen austauschst.

m3: Mit den beiden hat es bei „HJ“ schon gepasst, aber die Herangehensweise an dieses Album war noch mal ganz anders. Auf „HJ“ waren teilweise sechs Jahre alte Beats. Dieses Mal haben wir von vornherein geplant und alles von null gestartet. Ich habe mich auch nach ihren Vorstellungen gerichtet. Es ist durchdachter und dadurch ist der rote Faden auf diesem Album am krassesten.

Wie kam damals überhaupt die Verbindung zustande?
m3:
Mir gefiel „Franzaforta“ vom „Mietwagentape“. Daraufhin habe ich Celo bei Facebook angeschrieben. Syn hat sich dann bei mir gemeldet und so ist der erste Kontakt entstanden. Danach waren die beiden auf Tour in Hamburg und dort haben wir uns richtig kennengelernt. Da ist eine Freundschaft entstanden. Ich kannte die Frankfurter Mentalität auch schon von Azad und kann mich damit am besten identifizieren.

Abdi: Ich kannte m3 & Noyd aus dem Booklet eines Azad-Albums. m3 ist mir wegen des BMW M3 im Kopf geblieben, obwohl ich vor dem „Mietwagentape“ eigentlich keine Beatproduzenten kannte. Wir haben uns dann auf Anhieb verstanden. Er hat sich nicht verstellt und ist auch heute noch genauso wie damals.

Celo: m3 ist sehr direkt, das gefällt mir an ihm. Er sagt, was er denkt.
m3: Mittlerweile sind wir zusammen mit Syn und Lex ein kleines Team geworden.

Wie hart äußert ihr Kritik aneinander?
Celo:
Hart gibt es nicht. Wir sind einfach ehrlich. (lacht)
m3: Wenn etwas nicht gut ist, dann sagt man das und es wird geändert.
Abdi: Aber wenn jemand sagt, dass es ist nicht gut ist, obwohl ich davon überzeugt bin, dann behalte ich es bei. Trotzdem hat m3 ein Ohr für gute Musik und deswegen hören wir auch auf seine Kritik.
m3: Gerade haben wir im Auto mit Syn über eine Hook diskutiert. Wenn drei Leute sagen, dass es kacke ist, dann nehme ich es raus. Aber wenn die beiden es mögen, dann behalten wir es schon bei.

 

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