Die Emanzipation des Bumm Tschak

Vor grob zehn Jahren bahnte sich die große Identitätskrise des hiesigen Rap an. Kein Wunder, übersetzten MCs doch Prollo-Floskeln von Dipset und vergriffen sich an Farbexplosionen in Extralarge. Vielleicht wäre es aufschlussreicher gewesen, die kläglichen US-Beat-Versuche deutscher Sound-Labore vorher an Tieren zu testen. Ja, retrospektiv flößt einem das skurrile Plagiats-Varietè von damals den Fremdscham intravenös ein – im Nachhinein weiß man’s halt besser. Zu dieser Zeit hatten die Ewig-Gestrigen unserer Szene allen Grund zu nörgeln, schließlich war, außer Huss und Hodns „Jetzt schämst du dich“, wenig Feierbares dabei. Ansonsten blieb einem nicht viel mehr als die Nostalgie.

Doch seit Deutschrap um 2010 nicht nur einen, sondern zeitgleich mehrere neue Wege erschloss, fungiert Hip-Hop landesweit als Schiffsschraube ungebremsten Einfallsreichtums und der Artenvielfalt. Sogar die Mehrheit der konservativen Realkeeper einigt sich zögernd auf den vermeintlichen „Retro-Sound“ vieler Beat-Ingeneure von heute. Denn hochmoderne Produzenten wie Morlockko Plus und Hieronymuz, Figub Brazlevic und Bluestaeb, die Betty Ford Boys und sehr viele andere stürmen die Plattenläden mehr denn je, um das catchige Sample zu ergattern. Und genau das bringt Journalisten und Musiker in Promo-Interviews in bis dato ungekannte Kategorisierungs-Schwierigkeiten und führt unweigerlich zu der Frage: Wie beschreibe ich eigentlich angemessen einen auf Samples basierenden Sound ohne, dass ich mich als musikalischer Stümper oute? Ich denke, wir sind uns einig, dass Begriffe wie „Neo-Boombap“, „Vintage-Sound“ und vor allem „Old School“ viel zu inflationär fallen. Werfen wir zunächst einen flüchtigen Blick zurück und über den großen Teich.

Bei Druck diese Bildes Verpflichtung der Namensnennung. Zu nennen ist: Fotograf Eric Anders Nach § 13 UrhG " Der Urheber hat das Recht auf Anerkennung seiner Urheberschaft am Werk. Er kann bestimmen, ob das Werk mit einer Urheberbezeichnung zu versehen und welche Bezeichnung zu verwenden ist." Englisch With pressure this picture obligation of the name naming. Is to be called: Photographer Eric Anders After §13 UrhG " The originator has the right on recognition of his authorship at work. He can determine whether the work is to be provided with an originator's name and to be used which name."

Foto: Eric Anders

Auf sämtlichen Hitlisten der legendärsten Produzenten des Hip-Hop findet sich unter den Top 3 immer DJ Premier. Seine unverwechselbare musikalische Signatur verlieh Gang Starr sogar mehr Wiedererkennungswert als die Lyrik des Frontmannes Guru. Dennoch stellt sich Premo immer wieder gegen seinen Ruf als Produzenten und kämpft darum, als DJ wahrgenommen zu werden. Er ordnet seine Persona dem berappten Gesamtprodukt unter und verkörpert somit mehr als jeder andere die klassische Auffassung eines Hip-Hop-Produzenten – dem des Loop-Bauers. Das hat zur Folge, dass nach fast 30 Jahren Geschäft und über 3000 gechoppten Samples auch an DJ Premier der Zahn der Zeit nagt. Denn obwohl seine Beats noch immer jede Cypher in einen Hexenkessel verwandeln, ist das Produzieren heute mit dem Bauen eines markanten Loops nicht mehr getan. Zwar unternimmt er mit Dr. Dre oder dem Projekt „PRhyme“ Schritte in Richtung Moderne, dennoch scheint seine öffentliche Wahrnehmung für alle Zeit an die 90er und somit an die Vergangenheit gefesselt.

Doch aus dieser Zeit gingen auch Produzenten hervor, die heute aktueller klingen. Zum Beispiel 9th Wonder oder Pete Rock. Sie arbeiteten nicht nur szene-extern mit Künstlern wie Destiny’s Child oder Keyshia Cole zusammen, sondern schufen zudem eigenständige Instrumental-Alben. Die zunehmende Selbstvermarktung der Instrumentalisten in den USA emanzipierte sie vom Dienstleister-Dasein der Rapper zum Solo-Künstler. Und kaum jemand förderte dies so sehr, wie die Freigeister Madlib und J Dilla.

Bei Druck diese Bildes Verpflichtung der Namensnennung. Zu nennen ist: Fotograf Eric Anders Nach § 13 UrhG " Der Urheber hat das Recht auf Anerkennung seiner Urheberschaft am Werk. Er kann bestimmen, ob das Werk mit einer Urheberbezeichnung zu versehen und welche Bezeichnung zu verwenden ist." Englisch With pressure this picture obligation of the name naming. Is to be called: Photographer Eric Anders After §13 UrhG " The originator has the right on recognition of his authorship at work. He can determine whether the work is to be provided with an originator's name and to be used which name."

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Seit 2014 Album-Kritiker an Bord der BACKSPIN, angeheuert als Reinkarnation Marcel Reich-Ranickis: „Ich kann nicht anders, ich muss einfach nörgeln“.

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