Deutschrap x Pop – Hit oder Debakel?

2008: Silbermond Feat. Curse – „Bis zum Schluss
 „Akustische Intensität mit lyrischer Tiefe und Nähe.“ so wurde die Single „Bis zum Schluss“ 2008 angekündigt. Erschienen ist der Track auf dem fünftem Album „Freiheit“ von Curse, das unter anderem auch Gastauftritte von Clueso, Nneka und Patrice beinhaltet. Der Track mit Stefanie Kloß von Silbermond war davon der mit Abstand erfolgreichste und hielt sich sogar mehrere Wochen in den deutschen Singlecharts. Ein Track, der nicht zuletzt wegen der tiefsinnigen Rap-Parts auf große Zustimmung traf. 

  2015: MoTrip Feat. Lary – „So wie du bist“
Deutschrap im Radio war vor einiger Zeit noch unvorstellbar. Wenn aber Deutschrap auf Popmusik trifft, scheint das ganz gut zu funktionieren. Auch dem Aachener Rapper MoTrip und der „New Music Award“-Gewinnerin Lary ist das vor zwei Jahren mit ihrer Single „So wie du bist“ gelungen und sie sorgten für den Ohrwurm schlechthin. Selbst wer zuvor nie etwas von einem der beiden gehört hat, kennt zumindest die Hook des Tracks. Was MoTrip von den bisher genannten Rappern unterscheidet ist, dass er kein klassischer Straßenrapper ist und die musikalische Differenz zwischen ihm und seiner Feature-Partnerin somit nicht ganz so krass sind, wie bei anderen. Was für die einen nichts mehr mit Hip-Hop zu tun hat, kommt bei den anderen bis heute gut an. Das dachten sich auch die Leute von „Beats by Dre„, die den Song zusammen mit Bastian Schweinsteiger in einen ihrer Werbespots gepackt haben. 
 

2016: Ali As Feat. Namika – „Lass sie tanzen“ 
Einen weiteren Hit-Anwärter finden wir in der Diskographie von Ali As und Namika. Nach MoTrip und Lary haben es auch die beiden in die Radios und damit in die Köpfer vieler Leute geschafft. Seine Offenheit gegenüber genreübergreifender Musik hat Ali As schon durch schon durch reichlich Solo-Releases unter Beweis gestellt. Jemanden, der seine Hook singt, braucht der Münchner Künstler demnach eigentlich überhaupt nicht. Funktioniert hat es trotzdem besser als bei den meisten anderen. 20 Millionen YouTube Klicks, knapp 20 Millionen Streams auf Spotify – Zahlen, die für sich sprechen.

2017: Genetikk Feat. Lena – „Lang lebe die Gang
Was bei MoTrip und Ali As funktioniert hat, haben auch die Jungs von Genetikk dieses Jahr versucht und sich die „Eurovision-Song-Contest“-Gewinnerin Lena an die Hand genommen. Nachdem ihr Einstieg in die Rapszene 2014 im „Durch die Nacht“-Format mit Casper eher unschön angefangen hat, ging es holprig weiter. Auf den Song mit Karuzo und Sikk hätte wohl der Großteil der Rap-Hörerschaft verzichten können. Fler hingegen hat das Release wie folgt kommentiert: „Nur Dorf-Schlager-Hurensöhne haten sowas! BRUTAL„.

2017: Kay One Feat. Pietro Lombardi – „Senorita
Und wenn wir schon bei unnötigen Features sind, sollten wir diese beiden Künstler nicht außen vor lassen. Kay One und Pietro Lombardi lieferten uns jüngst das deutsche Pendant zu „Despacito“ und damit den voll verzichtbarsten Track des ganzen Jahres. 
 

Eine Seite weiter findet ihr wesentlich gehaltvollere Beispiele als das zuletzt genannte. 

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1 Comment

  1. lorenz caspari

    14. November 2017 at 18:28

    https://www.youtube.com/watch?v=9th72A15g6s mal wieder samy vergessen….

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