Die Deutschrap-Prognose 2017

Machen wir uns nichts vor, Deutschrap ist mindestens so berechenbar wie Schlager oder die AfD. Aus diesem Grund kommt hier die offizielle Prognose für das kommende Jahr.

Na gut, es ist nicht alles eingetreten was prophezeit wurde. Sei’s drum, neuer Versuch.

Das erste Quartal wird geprägt sein von Promophasen von Künstlern, die sich nicht ans Weihnachtsgeschäft gewagt haben. Dazwischen kommt irgendwer wieder auf die Idee aus dem Nichts ein Release rauszuhauen. Mit dem Yung Hurn-Mixtape „Dalmatiner“ kann es aber nur schwer mithalten. Yung Hurn wird kurz darauf vom Erdboden verschluckt, was uns „Wo ist jetzt er?“-Hashtags bescheren wird. Dasselbe Schicksal ereilt Chakuza und Kontra K, nur dass es sich dabei um PR-Aktionen handelt und besagte Rapper doch nicht zu Humus werden und sich stattdessen in den Charts einnisten.
Auf twitter etabliert Why SL Know Plug den Ausspruch „Ich mach Hummus aus dir“, in Anlehnung an einen Facebook-Live-Video-Ausraster von Manuellsen. Hugo Nameless und Kulturerbe Achim greifen das Thema daraufhin in einem Song auf. Ebenso MC Smook. Und The Ji. Und Medikamenten Manfred. Nur nicht Juicy Gay, der rappt über Facebook-Live-Video-Ausraster von Fler.

Das Portal Heck Meck TV stampft für den Sommer ein Festival aus dem Boden. Das „Turn up“ unterscheidet sich von den anderen Festivals dadurch, dass man zwischen all den Pilzen und Hasen tatsächlich zu Humus werden kann. Riff Raff sagt in letzter Sekunde ab und wird durch Evil Jared Hasselhoff ersetzt. Headliner wird übrigens Skinny.
Kool Savas kündigt an, nach seinem gecharteten Mixtape wieder ein richtiges Album machen zu wollen. „Essahversum“ erscheint im November wie das neue Shindy-Album „Diamonds“, welches diesen erneut unter Freimaurer-Verdacht stellt. Shindy betont jedoch im Making-of zur Single „Threesome“, dass nur Bitches an seinem Stein meißeln dürfen.

Die echten Illuminaten Crack Ignaz und LGoony besingen derweil den „Mars“ und gehen auf Milkyway-Tour. Doch auch auf dem Jubliläumssplash #20 werden beide vertreten sein, jedoch nicht auf der von Jumpa gehosteten Hüpfburg-Stage, sondern der Hauptbühne. Direkt vor Casper, der sie anschließend auf die Bühne holt. Auch Dagobert wird da sein, Blixa Bargeld installiert dagegen Kunst. Die zweite Auflage des 187-Festivals muss ins Millerntorstadion hochverlegt werden. An zwei Tagen. Auch LX schafft es rechtzeitig aus dem Knast. Die Beginner klappern alle restlichen Festivals ab und veröffentlichen „Advanced Chemistry 2.0“ um doch noch Platinstatus zu erreichen.
Fler gibt sich maskulin auf dem Frauenfeld. Die müden Schweizer catchen aber nicht den Vibe, was den Berliner dermaßen erzürnt, dass er „Unterwegs“ nur zweimal spielt.

Eine clickstarke Hip-Hop-Site passt sich seiner Zielgruppe vollends an und ersetzt seine Überschriften durch „Guck“ und Tränenemojis. Rapper und Fans teilen die Beiträge eifrig. Mit Tränenemojis.
Zum Weinen zumute ist einem beim „Cloud Rap“-Beitrag von „taff“, der nur noch von einem von RTL gefaketen Cloud-Rapper mit Fischerhut und Lean-Cup überboten wird, der die DSDS Jury auf sächsisch zum ‚Törn orp‘ aufruft. „Dieter, sei mal 1 büsschen based.“
Nicht so based werden all diejenigen Rapper sein, die ihre Lines mit Nizza oder Würzburg verfeinern und sich hinterher damit rechtfertigen, dass das nun mal zu Rap dazugehöre.
A propos Zugehörigkeit, Marteria wird aus Mangel an Stoßstürmern für den Confed Cup nominiert, kann die Finalniederlage gegen Chile allerdings auch nicht verhindern.
Verhindert ist immer noch Schwesta Ewa, die in Haft sitzt und laut eines Gerüchts eine V-Frau der BRD GmbH sein soll.
Bushido erzählt seiner Tochter von Xatars Zahngoldraubding. Fünf Minuten später fallen Schüsse am Bahnhof Straubing.

Ein ganz großes Thema wird die Bundestagswahl im September sein. Toni der Assi haut einen Diss an Angela Merkel raus, Kurdo postet wieder ein Foto seiner in den Hausmüll geworfenen Wahlkarte und Sido kündigt sogar an, irgendwann für ein politisches Amt zu kandidieren, im Moment sei er aber als Friend zahlreicher Brands anderweitig eingebunden. Man möchte ihm sagen, dass das eine das andere nicht ausschließt.
Eko Fresh verkleidet sich im Wahlkampf wieder als Cem Özdemir um mehr Reichweite zu erzeugen und einen Wahlerfolg der AfD zu verhindern.
Neu-MC Jennifer Rostock trommelt Hengstinnen für einen Petry-Diss zusammen, der jedoch seinen Teil zum Einzug der AfD in den Bundestag beiträgt. Doch auch diese Wahl gerät schnell in Vergessenheit durch das plötzliche Eintreten der Apokalypse. Kollegah fusioniert mit dem Banger in letzter Not zu „Kolrid“ und erzeugt neben einer Sonnen- und Mondfinsternis eine Genkidama, die das Mutterschiff (No Afrob) zerstört. Anschließend wird Kollegah auch offiziell zum alleinigen Weltmonarch und lässt sämtliche Evolutionsschriften verbrennen. Ein schwarzer Rabe macht allerdings Schnapp und so landet die out of Africa-Theorie beim gerade schaukelnden 6-jährigen Volkmar in Bautzen.

PS: Achtung, dieser Text möchte sich in keinster Weise über die Hip-Hop-Kultur lustig machen.

Offene Briefe und Beschwerdemails landen im Papierkorb. Ebenso sollen keine Protagonisten gekränkt werden und diese daher bitte von Drohgebärden und Stadtverboten absehen.

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