Deutschrap 2016 – Die Prognose

Jahresvorschau-1

Machen wir uns nichts vor, Deutschrap ist mindestens so berechenbar wie Schlager oder die AfD. Aus diesem Grund kommt hier die offizielle Prognose für das kommende Jahr.

Crack Ignaz & Wandl liefern im Januar ordentlich ab, die Masse versteht es nicht und investiert ihr Göd lieber in Boxen wie Don King. Unterdessen heimsen Vega & Bosca die #1 für 9000 Einheiten ein.

Ein Foto der Headliners im Studio taucht auf und lässt Dipsetbackpacker an die Golden Era denken.

Apropos Hamburg. In einem Kunstwerkstatt-Report-Video von Samy Deluxe läuft im Hintergrund Automatikk, weswegen eine Ehrenmanndebatte um Kollegah entflammt, da dieser nun gezwungen wäre aufzuhören mit der Semi-Automatik zu ballern. Kolle beugt sich schließlich dem Druck. Spiegel Online titelt daraufhin, Deutschrap müsse das Töten wieder lernen. Dennis Sand hält dagegen und Spon für eine ansonsten unbedeutende Plattform. Zwei Wochen später kommt heraus, dass Jan Böhmermann hinter der ganzen Sache steckt, weswegen seine Mutter große Gefahr läuft, ins Fadenkreuz von JBG 3 zu geraten, dessen Release ein paar Tage darauf auf der Zugspitze bekannt gegeben wird. Release ist im November wegen Promo- oder Massephase.

Auf der SSIO-Tour ereignet sich ein unschöner Vorfall, bei dem ein ohnmächtiger weiblicher Fan per Kran aus dem Hotelzimmer befördert werden muss. Ein telefonierender und mit den Armen winkender Xatar ruft nach oben: Feuerwehr iz da!

KC Rebell und Xavier Naidoo kommen auf die glorreiche Idee, einen EM-Song anzukündigen, der von nun an in Konkurrenz steht zu den Beiträgen von BTNG und Kay Uno. Ja richtig, ein Namenswechsel. Sein Song heißt übrigens „Uno, deux, trois“ und beschert ihm neben ein bisschen medialer Aufmerksamkeit einen coolen Zweiteiler auf RTL 2. „Like father & son“ thematisiert die besondere Beziehung zwischen dem Rapstar und seinem Stiefvater und gleichzeitigen Manager.

An der Spree lacht man sich darüber krumm, gerät aber in Verdacht, im neuen Shindy-Video zu „Adleraugen“ den indianischen Freimarurer-Ritus zu etablieren. Außerdem verfügt der Song über dasselbe Drum-Kit wie Drake’s Hitsingle „Baltimore Times“. Platinstatus erreicht das dritte Shindy-Album jedoch nicht, weshalb uns Bushido noch ein wenig erhalten bleibt. Ebenso wie Fler, der kurz nach Erscheinen seines Abschiedsalbums sein Comeback für Dezember verkündet. In der Zwischenzeit bedroht er den Zeichner „Graphizzle Novizzle“ und fordert, zur Gegendarstellung in dessen Cartoons eingeladen zu werden.

Auf dem splash!-Festival hält sich massiv das Gerücht, dass sich Money Boy trotz Verbot aufs Gelände geschlichen habe. Immer wieder soll er gesichtet worden sein als wäre er der Sasquatch. Am Ende entpuppt sich das ganze als Flashmob vom Swagmob. Der einzig wahre Money Boy liegt zur gleichen Zeit auf dem Ibis-Flur und kommt nicht hoch wie der FC St.Pauli, der sich Werder Bremen in der Relegation geschlagen geben müssen, weswegen der anwesende Jan Delay von braun-weißen Fans auf der Tribüne beworfen wird. Das dadurch entstandene Gif löst den Flaschenwurf auf Eko Fresh ab. Werder-Fans zeigen sich solidarisch mit dem Beginner und twittern „Auf St. Pauli brennt noch Licht“.

Während Rock am Ring holt Haftbefehl einen zwei Wochen zuvor angekündigten Überraschungsgast auf die Bühne. Olli Schulz freut sich trotzdem und will die Chance nutzen, die Community zu versöhnen, nachdem er Sido in der Talkshow „Schulz und Böhmermann“ hart angegangen hatte und ihm vorwarf, sich verändert zu haben: „Was is‘ eigentlich mi’m alten Sido passiert? Jetz‘ bissu’n Astronaut, der sich zu fein is‘, der Street zu geben, was sie verlangt“.

Die geplanten Blumentopf-Abschiedsshows in München müssen aufgrund von Terrorgefahr abgesagt werden, da ein Anrufer namens Ali angab, eine Bombe zu haben. Der Topf sagt daraufhin umgehend seinen Rücktritt ab.

Gegen Ende des Jahres platzt auch noch wirklich eine Bombe. Cro zieht sich auf unbekannte Zeit aus dem Musikgeschäft zurück und möchte sich in Zukunft auf Mode konzentrieren. Noch nicht aus der Mode geraten ist Marteria, der kurz vor Weihnachten mit einem Video in der Serengeti für Furore sorgt und innerhalb einer halben Stunde die Millionengrenze auf YouTube knackt. Ob er damit in 2017 an Hustensaft Jünglings Klickwunder „Ampelrace“ rankommt, erfahrt ihr an dieser Stelle in einem Jahr.

p.s. Achtung, dieser Text möchte sich in keinster Weise über die Hip-Hop-Kultur lustig machen.

Offene Briefe und Beschwerdemails landen im Papierkorb. Ebenso sollen keine Protagonisten gekränkt werden und diese daher bitte von Drohgebärden und Stadtverboten absehen.

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