Durch Crowdfunding zum Release: Dope und Tight veröffentlichen EP

Obwohl mit Kool Savas, Motrip und in jüngster Zeit Cashmo einige bundesweit bekannte Rapper aus Aachen kommen, ist die westlichste Großstadt Deutschlands überregional nicht für eine belebte Hip-Hop-Szene bekannt. Das versuchen Künstler wie Dope und Tight a.k.a Stevenhill85 und MacMatt mit einem eigenem Label und eigener Musik zu ändern. Seit über zehn Jahren machen die beiden Öcher zusammen Musik, das erste richtige Musikvideo erschien allerdings erst vor wenigen Wochen zum Release ihres jüngsten Projekts:  „der Extendend Player.“

Protzen andere Rapper mit teuren Autos in schicken Villengegenden, startet dieses Duo eine Crowdfunding-Kampagne um Teile ihres Releases finanzieren zu können. Konträr zu diesem Finanzierungskonzept, drehten Sie ihr erstes aufwändiges Musikvideo im altehrwürdigem Aachener Rathaus, zu dem Dreh wir eingeladen wurden. Die Locationen – soviel sei an dieser Stelle verraten – kostet jedoch keine Millionen, sondern lediglich ein höfliches Nachfragen.

Zu viele für eine Single, zu wenig für ein Album, passend für eine EP.

Ungewiss, was mich erwartet finde ich mich im Krönungssaal am Markt wieder. Umringt von Vitrinen, Touristen und einer Hand voll Journalisten. Den größten Anteil aller anwesenden stellt allerdings die Filmcrew dar. Diese besteht ausschließlich aus Freunden der Rapper. Alleine für den Dreh im Aachener Rathaus konnten sie ein Dutzend Freude motivieren, die alle auf ihre Art und Weise am Videodreh helfen. Als Kameramann, Caterer oder als Statist.

Gedreht wird das Musikvideo zu „Keine Helden“, der ersten Auskopplung der EP. Die Hook des Track basiert auf einem Voice-Sample von Wir sind Helden

Am Set herrscht eine lockere Stimmung. Viele Takes verraten, dass hier zwei Perfektionisten am Werk sind, die allerdings nicht mit den digitalen Medien aufgewachsen sind. „Wir mussten uns da definitiv erst rein arbeiten.“, verrät mir Stevenhill85 auf die Frage, ob sie die Wichtigkeit der sozialen Netzwerke erkannt hätten. Während unseres Gesprächs zückt er mehrmals sein Smartphone um einen kurzen Livestream auf Facebook zu starten. Die beiden sehen sich aber nicht nur als Künstler: „Wir können neben einem reinem Online-Vertrieb, auch mit T-Shirt Druck dienen.“, erzählt MacMatt, der im Musikvideo zu „Keine Helden“ selbstbewusst sein eigenes T-Shirt trägt.

Aachen

Fotos von L.bass.photography

Nicht nur das Tattoo Stevens, welches Hip-Hop über seinen rechten Unterarm ziert, zeigt, dass die beiden mit Herz an der Sache sind.

Unser Gespräch dreht sich viel um unsere Heimat, den Aachener Westen, und Locations die das Duo bereits bespielen durfte. „Der Malteserkeller war meine absolute Lieblingsvenue.,“ erzählt MacMatt, der diesen Sommer in die Hauptstadt zog und dessen Weggehen einer der Gründe für das Entstehen des Mixtapes war.

„Es benötigt sehr viel Idealismus und Vertrauen um so ein Projekt auf die Beine zu stellen.“

Während ich mich einen Augenblick in der Architektur des gotischen Bauwerks um mich herum verliere, stellt die Reporterin vom WDR mehrere Fragen zu Begriffen wie „Freebeats“, „Battles“ und „Adlibs.“ Soviel Anglizismen findet man höchstens bei einem Footballspiel, dem leidenschaftlichen Hip-Hop Hörer sind sie allerdings nicht fremd. 

Schön, dass Hip-Hop es in den Sendeplan der größten Sender geschafft hat. Gleichzeitig ist es aber auch beruhigend zu merken, dass er – und seien es nur Vokabeln – seine Eigenheiten behält.

Jetzt, fast zwei Monate später, ist das thematisierte Video bereits online und „der Extendend Player“ wurde heute veröffentlicht.

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Moin! Aachener, der irgendwas mit Medien studiert, ungern über sich in der Dritten Person schreibt und fest zu BACKSPIN gehört. Kopf ist kaputt, aber Beitrag is nice, wa.

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