Chinese Man: „Kurz gesagt wollten wir die Form, nicht den Inhalt ändern.“

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Es gibt wenige DJ-Crews, die ihre Wurzeln im Turntablism haben, die großen kommerziellen Erfolg verbuchen können. Chinese Man aus Marseille, Frankreich beweisen, dass es möglich ist: mit ihrem „Racing With The Sun“ erzielten sie gleich Doppel-Gold. Auf den Erfolg ruhte sich das Trio aber nicht aus, sondern hat hart ein dem neuen Album „Shikantaza“ gearbeitet, für das sie bis nach Indien gereist sind. Über diese Reise, ihren Erfolg und ihre Konzepte haben wir mit ihnen geredet.

 

Herzlichen Glückwunsch für die Goldauszeichnung für Racing With The Sun ! Wie fühlt sich das an ?

Danke! Wir sind sehr glücklich, weil es für eine Gruppe auf einem Indie-Label ein starkes Symbol ist, eine goldene Platte zu bekommen. Das beweist, dass man nicht auf die Unterstützung eines großen Labels angewiesen ist, um sein Publikum zu finden.

Für euer aktuelles Album habt ihr Asien besucht, um den dortigen Sound und den Buddhismus zu entdecken. Habt ihr euer Nirvana gefunden?

Erstmal sind wir keine buddhistische Gruppe, aber die Philosophie des Zen Soto interessiert uns und harmoniert mit dem Konzept, das wir mit „Shikantaza“ entwickeln wollten. Unsere reise nach Indien hat uns erlaubt sehr talentierte Musiker zu treffen, die uns dabei geholfen haben, unseren Sound zu bereichern. Wir haben noch nicht das Nirvana erreicht, sind aber sehr stolz auf „Shikantaza“

Was war die beste Erfahrung auf eurer Reise?

Wie schon gesagt, vor allem hat uns das Treffen mit den Indischen Musikern geprägt und die Erforschung Bombays, einer unglaublichen Stadt, war eine sehr starke Erfahrung.

Gab es Unterschiede in der Arbeit an „Shikantaza“ und der an den Vorgängern?

Wir haben unsere Art zu arbeiten für dieses Album nicht geändert. Unser Ziel war es lediglich uns musikalisch und produktionstechnisch zu entwickeln ohne dabei die Methoden der Komposition zu ändern. Wir wollten auch Instrumentals machen als bei unseren Debüts. Kurz gesagt wollten wir die Form, nicht den Inhalt ändern.

Es gibt wieder eine Reihe internationaler Künstler auf eurem Album. Ist es schwierig mit jemanden wie Dillon Cooper zu arbeitem?

Nein, das war überhaupt nicht schwierig. Wir haben uns eines Nachmittages in Paris getroffen, Dillon war sehr motiviert und wir sind sehr zufrieden mit dem Stück. Wir haben wahrscheinlich Glück, aber unsere Kollaborationen sind immer gut verlaufen.

Die Artworks eurer Alben werden von dem Writer Oukid aka Juilien LoÏs entworfen. Welche Bedeutung hat die visuelle Ästhetik für euer Label ?

Die visuelle Seite ist für uns sehr wichtig, das Kino oder Comics sind eine große Inspirationsquelle für unsere Musil. Sowieso ist unser Label Chinese Man Records nicht nur ein musikalisches sondern auch ein visuelles Album, und darüber hinaus arbeitet Ouikid seit unseren Anfängen mit Fred und Annabelle, die den Großteil unserer Videos und unserer Visuals bei Liveauftritten realisieren.

Was sind eure Aussichten auf 2017?

Wir gehen ab März für das restliche Jahr auf Tour, hauptsächlich in Frankreich, aber auch in europäischen Ländern. Im Moment arbeiten wir an unserer neuen Liveshow, die sowohl musikalisch als auch visuell komplett neu sein wird. Wir hoffen, dass es dem Publikum gefallen wird!

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„Shikantaza“ von Chinese Man könnt ihr hier kaufen

 

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Seitdem er für BACKSPIN schreibt, träumt er von Torch, Morlockk Dilemma und anderen Hip-Hop Dingen. Bei der Recherche ist er aber hellwach - Kaffee sei Dank! - und gräbt eifrig nach Schätzen, die sonst unter'm Radar bleiben. Bei all dem bleibt er auch noch funky.

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