Blut & Kasse – „Machermodus“

Machermodus Cover

Am 9. Oktober präsentierte Blut & Kasse den Nachfolger seines Debüts „Macher oder Träumer“. Dass das Album so erfolgreich werden würde, erstaunte selbst den Urheber, sodass der Durst seiner Fans mit einer weiteren Auflage gestillt werden musste. In dieser Review folge ich der Prämisse BKs: Nicht lang schnacken, Kopf in‘ Nacken – 16 Elemente, 58 Minuten, Machermodus.

Schaff‘ was!“ – Blut & Kasse verkörpert die fränkische Arbeitsmoral, presst sie ein weiteres Mal auf Platte und verbreitet sie im Rest des Landes. Mit den Singles „Anti-Industrie“ und „Hunger wie ein Bär“ stellte der gebürtige Würzburger seine Willenskraft bereits vor dem Release-Date auf YouTube zur Schau. Des Weiteren legitimiert besagter Hunger Blut & Kasses ruppige Gangart auf „Machermodus“ ohne notgedrungenen von überzogenen (oder frei erfundenen) Gangsterallüren Gebrauch zu machen. Harter Rap geht eben auch ohne große Storys – großer Pluspunkt. Dass sich hinter der Abkürzung „BK“ nicht nur der Künstler-, sondern auch sein bürgerlicher Name steht, wird ebenfalls auf dem Album deutlich. Mit „Kopfkino“ und „Karma“ findet sich der Tiefgang bereits im Titel. Aber erst auf „Die beste Medizin“ präsentiert sich BK von seiner intimsten Seite und richtet zwischen trockener Ehrlichkeit und Emotionalität seine gesamte Aufmerksamkeit auf seinen Sohn. Sicherlich hätte der Song ideal als dritte Single getaugt, zumal er den Künstler um eine weitere Facette bereichert. Ohne Features wäre die Platte wohl noch persönlicher geworden, allgemein finde ich nicht jeder Gast passend gewählt. Die namhaften unter ihnen wie Sido und Silla schneiden unter dem Strich schlechter ab, als die der unbekannteren MCs wie Joshimixu, Ufo361 und Pedaz. Klar, dass man ein Sido-Feature schlecht ablehnen kann, meiner Meinung nach hätte B&K den Song aber auch alleine tragen können. Die mitwirkenden Produzenten liefern zwar konstanten Content, jedoch wirken die Beats nicht besonders einprägsam oder originell. Die Stärke des Albums liegt zweifelsfrei beim Künstler.

Momentan befindet sich BK als Voract auf Tour der 187 Strassenbande. Den beispiellosen Hype, der zuletzt um die Gruppe gemacht wurde, dürfte sich auch positiv auf ihn auswirken. Verdient hätte es Blut & Kasse, meine besten Wünsche hat er alle mal. Die Frage, welchen künstlerischen Anspruch er abseits des „Machers“ in Zukunft verfolgt, brennt mir jedoch auch nach Platte Numero Zwo noch unter den Nägeln.

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Seit 2014 Album-Kritiker an Bord der BACKSPIN, angeheuert als Reinkarnation Marcel Reich-Ranickis: „Ich kann nicht anders, ich muss einfach nörgeln“.
Razer

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