Blogreport (aus BACKSPIN Mag #113)

Mit einem die Show stehlenden Gastauftritt auf dem Big-Sean-Song „Control“ bereitete Kendrick Lamar Mitte August den wohl größten Hip-Hop-Moment des Jahres und vergegenwärtigte, worum es sich im Rap dreht: Competition. Dass Jay Electronica, der Ende 2009 mit „Exhibit C“ einen ähnlichen Hype ausgelöst hatte, ebenfalls auf dem Song zu hören war, interessierte niemanden: K. Dot zeigte sich in Höchstform und machte eine klare Ansage an die Kollegen J. Cole, Big K.R.I.T., Wale, Pusha T, Meek Mill, A$AP Rocky, Drake, Big Sean, Jay Electronica, Tyler, The Creator und Mac Miller („I got love for you all but I’m tryna murder you niggas, trying to make sure your core fans never heard of you niggas“). Insbesondere aber die an einen drei Jahre alten Kurupt-Verse angelehnte Passage „I’m important like the Pope, I´m a Muslim pn pork, I’m Makaveli’s offspring, I’m the King of New York“ veranlasste eine Arma- da von Rappern zu Antwort-Tweets und glücklicherweise auch -Songs. Aus der Masse heraus stachen jene von Joell Ortiz, Joe Budden, Pa- poose und vor allem King Los. Die auf „Control“ namentlich Genannten hielten sich unterdessen bedeckt, bis sich Anfang September Meek Mill zu Wort meldete. Auf den triumphalen Cassidy-Diss „Kendrick You Next“ ließ er tags darauf die Antwort „Ooh Kill ’Em“ folgen, die jedoch unter den Erwartungen blieb.

            

Ein neuer King of New York ist nicht in Sicht, spannende Entwicklungen gibt es im Rotten Apple aber allemal. Nachdem Joey Bada$$ im Sommer sein Mixtape „Summer Knights“ ablieferte, gibt es nun zwei weitere starke Releases aus den reihen der Beast-Coast-Familie. Die Underachievers präsentieren sich auf „Lords of Flatbush“ mit neuem Sound: Der entspannte 90er-Vibe des Vorgängers „Indigoism“ weicht härteren Trap-Beats, sechs der acht Songs stammen dabei von Lex Luger – eine Kombination, die erstaunlich gut funktioniert. Eine Woche darauf legten die Flatbush Zombies mit „Better Off Dead“ nach. Das Trio knüpft mit dem kohärenten Mixtape an die Klasse des gefeierten „D.R.U.G.S.“ aus dem Vorjahr an. Den Großteil der Produktionen erledigt erneut Gruppenmitglied Erick Arc Elliott, dazu gibt es einen Beitrag vom umtriebigen Harry Fraud sowie Features von Danny Brown und Action Bronson.

 

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